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Ein WLAN ist anders Tools für die Problemanalyse

| Redakteur: Ulrike Ostler

Ein Wireless Local Area Network ist dynamisch und unberechenbar – jedenfalls im Vergleich zu Kabelnetzen. Doch auch für die schwierigen Verhältnisse in einem WLAN gibt es eine Reihe von technischen Hilfsmitteln, mit denen Netzwerker den reibungslosen Betrieb sichern können. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Burton Group stellt drei Produkt-Kategorien vor.

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Den Bumble Bee Analyzer von BVS gibt es derzeit in der Version 1.5 Bildquelle: BVS
Den Bumble Bee Analyzer von BVS gibt es derzeit in der Version 1.5 Bildquelle: BVS
( Archiv: Vogel Business Media )

Erst einmal gilt, dass sich die Erfahrungen aus der Kabelwelt nicht einfach auf die Funktechnik übertragen lassen, sagen die Burton-Group-Analysten. Schließlich handelt es sich um eine andere Materie.

Während Ethernet-Switches dedizierte Leitungen mit festen Bandbreiten zur Verfügung stellen – 10 Mebit pro Sekunde, 100 Megabit pro Sekunde oder auch 1.000 Megabit pro Sekunde Vollduplex – variiert die Geschwindigkeit in Funknetzen in der Regel zwischen einem und 54 Megabit pro Sekunde, abhängig von der Signalstärke, der Signalqualität und der Funktechnik, die gewählt wurde. Außerdem stellen die Radiofrequenzen geteilte Halb-Duplex-Verbindungen dar.

Radio-Frequenzen gehen zwar durch Wände, werden aber durch Stahlträger abgeschirmt, sind anfällig für Rauschen, kollidieren mit Mikrowellen-Geräten und konkurrieren mit anderen Funknetzen, etwa Bluetooth.

Somit stellen sich den Netzwerkern typischerweise folgende Fragen:

  • Gibt es Areale, wo mit schwacher Leistung zu rechnen ist oder die grundsätzlich für Funkwellen ungeeignet sind?
  • Gibt es Interferenzen, die das Funknetz wesentlich beeinträchtigen und wo sind die Ursachen beziehungsweise die Quellen?
  • Welche Geschwindigkeiten werden im Netz benötigt?
  • Welcher Standard beziehungsweise welche Technik – 8802.11 a/b/g – wird benötigt?
  • Gibt es einen ungesicherten oder bereits geenterten Zugriffspunkt im Netz?
  • Welche Zugriffsrechte oder Verschlüsselungsmechanismen werden von wem benötigt?
  • Wo können sollen Ad-hoc-Netze möglich sein?
  • Welche Zugriffspunkte werden am häufigsten benutzt?
  • Sind die Zugriffspunkte, Access Points (AP), richtig konfiguriert?
  • Welche Anwender dürfen, können, sollen auf das Funknetz zugreifen?
  • Spielt Voice over WLAN eine Rolle?

Bereits aus dieser kurzen Liste ist ersichtlich, dass es nicht nur ein Werkzeug geben kann, mit dem sich die damit verbundenen Aufgaben lösen lassen. Die Burton Group unterscheidet drei Kategorien.

Spektrumanalysatoren

Mit so genannten Spectrum Analyzers lassen sich auf der physikalischen Ebene die Radiofrequenzen sichtbar machen. Mit WLAN-Monitor-Tools hingegen lässt sich die Link-Ebene untersuchen, also Protokolle, Security und Performance analysieren. Die WLAN-Menagment-Werkzeuge schließlich dienen der Konfiguration und Verwaltung von Access Points und Mobilgeräten.

In der Regel gibt es auf der pysikalischen Ebene zwei Arten von Störungen; Interferenzen und die Überlagerung von Frequenzen entweder durch Reflexion und erneute Zusammenführung, wenn mehrere Übertragungswege genutzt werden, oder zeitliche Verzögerungen beim Einsatz verschiedener Receiver. Treten Störungen auf, kann es durchaus schwer sein, die Ursache der Störung zu finden.

Die Burton Group empfiehlt hier Tools wie Gognio Spectrum Expert oder das Pendant von Berkeley Varitronics Systems (BVS) um einer endlosen Suche nach Störquellen zu entgehen. Denn diese Handheld-Werkzeuge können Signale quasi anhand einer eindeutigen Signatur identifizieren.

Allerdings gehen AP-Hersteller immer mehr dazu über, grundlegende Funktionen eines Spectrum Analyzer bereits in ihre Hardware einzubauen.

WLAN Monitoring

WLAN-Überwachungs-Werkzeuge entschlüsseln das 802.11-Link-Layer-Protkoll. Somit lässt sich mit Hilfe solcher Tools die Performance eines Netzes aber auch die Verfügbarkeit von WALN-Clients überwachen. Schließlich kann der Empfang in einem Laptop schon dann gestört sein, wenn ein Mensch die WLAN-Verbindung kreuzt. Die Burton Group empfiehlt für verteilte Umgebungen Tools von Air Magnet und Network Instruments. Weitere Anbieter sind Network General, Wild Packets und Fluke Networks.

Dennoch bleibt das Risiko, Störungen nicht rechtzeitig zu entdecken, recht hoch. Denn es können nur die Daten ausgewertet werden, die sich gleichermaßen abhören lassen. Ein Client, der nicht an das Monitoring-Netz angeschlossen ist, kann auch nicht überwacht werden. Zudem ist es mehr als unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen jede Ecke, jeden Kanal und alle Bandbreiten mit Monitoring-Tools ausleuchtet.

WLAN Management

Ein vernünftiges WLAN-Management ist nach Darstellung der Burton-Group-Studie nur mit Hilfe regelbasierter Tools möglich. Empfehlenswert sind demnach Air Wave Wireless und Wavelink. Generell jedoch müssen sich mit solchen Tools Access-Points konfigurieren lassen, inklusive Überprüfen und Korrigieren der Firmware-Einstellungen. Damit der Einsatz sinnvoll ist, sollte das Werkzeug möglichst viele Access Points unterstützen: Cisco, Smbol Technologies, Proxim Wireless, Avaya, Dell, Hewlett-Packard, 3e und Intel beispielsweise.

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