Anbieter zum Thema
Mobiles WiMAX in Konkurrenz zu UMTS und den Nachfolgern
Doch WiMAX galt nicht nur als Hoffnung für diejenigen, die keinen DSL-Anschluss bekommen konnten, sondern auch als Konkurrenz zum Mobilfunkstandrad UMTS.
Wer in diesem Jahr über die CeBIT streifte, konnte bemerken, dass Aussteller und Kunden lieber zur UMTS-Karte griffen, als ein Wireless LAN zu nutzen. Die WLANs störten sich gegenseitig, so dass letztlich kein Online-Zugang zu bekommen war. Zugleich ist der Mobilfunk offenbar schnell genug, so dass kaum Unterschiede bemerkt werden könnten, hieß es zur Erklärung.
Letztlich scheint sich also der Erfolg von UMTS einzustellen, zumal nun Übertragungsraten von 3,6 und sogar 7,2 Megabit pro Sekunde möglich sind. Wesentlicher Faktor aber ist, dass die Technik Mobilität erlaubt.
Das ist mit dem WiMAX-Standard 802.16d unmöglich. Ein Roaming zwischen zwei WiMAX-Zellen und damit Mobilität funktioniert nur mit dem Standard 802.16e.
Dieser Standard wurde aber erst im Dezember 2005 verabschiedet, in den zwei darauffolgenden Jahren ging es somit erst einmal um die Entwicklung neuer Produkte.
Die Marktentwicklung konnte nicht stattfinden. Derzeit gehen etwa die Marktforscher von Juniper Research davon aus, dass der Markt 2010 abhebt. Der Moorstown-Chip von Intel etwa könnte ein wesentlicher Anschub für den Massenmarkt sein.
Im Jahr 2013 soll die Zahl der Nutzer von mobilem WiMAX 80 Millionen erreichen und die Service-Umsätze mit der Funktechnologie sollen 2013 bei einem durchschnittlichen Jahreswert von 15,67 Milliarden Euro liegen. Laut Geschäftsführer Steck will DBD an diesem Markt partizipieren und investiert kräftig in den Ausbau des mobilen WiMAX und passende Partnerschaften.
Doch auch UMTS entwickelt sich weiter: HSPA+- und LTE-Netze sind bereits in Arbeit. Bandbreiten von bis zu 40 und gar 100 Megabit werden ins Auge gefasst.
Optimismus bei DBD
So nimmt es kaum Wunder, dass Steck seine Konkurrenz nicht in anderen WiMAX-Anbietern sieht, sondern überhaupt in anderen Mobilfunktechniken. „Neben dem Betrieb unserer operativen Netze, fokussieren wir uns auf die Erprobung und Planung der mittlerweile verfügbaren mobilen WiMAX Technik 802.16e, bauen aber unsere Netze unter Nutzung der fixed WiMAX Technologie nicht weiter aus“, sagt Steck.
Die Erwartungen an die UMTS-Nachfolger dämpft er: Auch diese Netze stießen an die Grenzen der Physik. „Mit dem Spektrum, das heute zur Verfügung steht, werden weder die noch die WiMAX-Netze 100 Megabit pro Sekunde Nettodurchsatz pro Kunde erreichen.“
Das Problem der großen Mobilfunkprovider und damit seine Cnace sieht er darin, dass diese sich noch immer auf Sprachdienste konzentrierten. Schließlich generierten sie mit Sprache und SMS 80 Prozent ihres Umsatzes.
WiMAX hingegen sei erfunden für Datendienste, könne aber auch Sprache und SMS. Auch DBD müsse keinen Sprach- und SMS-Umsatz schützen. „Somit können wir neue, innovative Dienste und Preismodelle anbieten, bei denen der Kunde und nicht der Service-Provider über die Applikation, die er nutzen will, entscheidet. Sprache und SMS sind dabei nur zwei von vielen Applikationen.“
„Ich bin kein WiMAX-Verfechter oder LTE-Gegner“, sagt Steck. „Dafür sind sich die Standards der beiden Techniken zu ähnlich.“ Auch kennen beide Verfahren zum Beispiel Funklöcher.
„Physik ist Physik. Der Unterschied ist aber, dass WiMAX heute schon verfügbar ist. Die entscheidende Frage ist zudem: Welche Dienste zu welchen Preisen will ich dem Kunden mit mobilem Breitband-Internet anbieten? Und hier machen die Newcomer das Spiel.“
(ID:2020125)