Verfügbarkeit und Sicherheit ganz oben auf der Anforderungsliste

Studie: Hohe Ansprüche an eine Office-365-Migration

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Bei einem Umzug zur Cloud-Version Office 365 haben Deutschlands Unternehmen viele Wünsche.
Bei einem Umzug zur Cloud-Version Office 365 haben Deutschlands Unternehmen viele Wünsche. (Bild: JiSign – Fotolia.com)

Centracon hat über 200 Unternehmen gefragt, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten, damit ein Einsatz von Microsoft Office 365 gerechtfertigt wäre, und welche Migrationshürden die Firmen erwarten. Das Ergebnis: Bei ihren Wünschen legen Deutschlands Unternehmen die Messlatte sehr hoch.

Den Ergebnissen der Centracon-Studie zufolge stehen vor allem die Verfügbarkeit des Dienstes sowie der Datenschutz und die Datensicherheit ganz oben im Anforderungsprofil – sie müssen nach Ansicht von über 80 Prozent der Befragten unbedingt gewährleistet sein. Auch wirtschaftliche Vorteile durch eine Reduzierung der Betriebs- und Infrastrukturaufwendungen sollten sich nach ihren Erwartungen auf der Vorteilseite zeigen. Für drei Viertel der Anwender sei eine verursachergerechte Kostenverteilung wichtig, zudem erwarteten 64 Prozent eine hohe Flexibilität bei den Nutzungsszenarien, ähnlich viele eine einfache Skalierbarkeit.

Im Vergleich dazu spielen, so die Studie, kollaborative Funktionen wie die Zusammenarbeit mit Externen oder die gemeinsame Erarbeitung von Dokumenten eine etwas geringere Rolle. Sie seien zwar auch von einer Mehrheit der Unternehmen gewünscht, im Anforderungsranking aber eher hinten positioniert.

Bei den möglichen Migrationshürden hingegen stehe angesichts der aktuellen Cloud-Diskussion das Thema Sicherheit nicht ganz überraschend mit Abstand an vorderster Stelle. So erwarteten 62 Prozent der IT-Verantwortlichen, dass die Datenschutzerfordernisse nicht ganz ohne Mühen umgesetzt werden können. Die aus den Ergebnissen abzuleitende Skepsis betreffe teilweise auch die Compliance-Anforderungen der Unternehmen. Die Anpassung an individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter könnte in den Augen von jedem zweiten Befragten ebenfalls schwierig werden.

Die Integration dieser Dienste in die existierende IT-Servicelandschaft stelle nach Ansicht der meisten IT-Manager keine zu hohe Herausforderung dar. Auch die Komplexität eines solchen Migrationsprojektes löse mehrheitlich keine Sorgen aus. Die Akzeptanz von Office 365 bei den Mitarbeitern werde ebenfalls nicht als kritischer Entscheidungsaspekt geschehen, auch eine unzureichende Transparenz der Varianten des Cloud-Services befürchteten nur wenige.

Allerdings erfolge die Beschäftigung mit der Microsoft-Welt vorerst noch weitgehend zurückhaltend. Lediglich ein Fünftel der befragten Unternehmen habe sich bisher ausführlich und entscheidungsorientiert damit auseinandergesetzt. Weitere 16 Prozent hätten zwar ebenfalls einen genaueren Blick auf Office 365 geworfen, aber aktuell ohne Migrationsabsicht. Andererseits stoße das cloudbasierte Office-Produkt derzeit nur in jedem siebten Fall gänzlich auf Desinteresse.

„Natürlich sind IT-Verantwortliche bis hin zu CIOs und CEOs wegen der kontinuierlichen Berichterstattungen über Geheimdienste nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, verunsichert“, interpretiert Marcus Zimmermann, Senior IT-Business Consultant bei der Centracon AG, die Ergebnisse. „Auch die jüngsten Diskussionen und Kritiken über die geplante EU-weite Datenschutzgrundverordnung sorgen für Verwirrungen, wenn es um die Cloud geht. Viele Unternehmen beschäftigen sich noch nicht ausreichend damit, überhaupt eine Positionierung zu Cloud-Services zu erarbeiten. So lässt sich erklären, dass Einflussfaktoren und Abhängigkeiten zum Thema Datenschutz und Datensicherheit für ein konkretes Cloud-Angebot in den Unternehmen noch nicht transparent sind und zunächst einmal als Hinderungsgrund Nummer eins gesehen werden.“

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