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Server-Konsolidierung Strukturen straffen und Kosten senken

| Autor / Redakteur: Dr. Petra Gulz / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Druckindustrie ist ein datentechnischer Mikrokosmos mit Powerusern. Datenaustausch wie er von PC zu PC selbstverständlich ist funktioniert hier anders. Außerdem ist der Datenumfang der Grafik- und Bilddateien immens.Effizienter Workflow ist daher gefragt, damit der reibungslose Datentransfer zwischen Kunde und Druckerei gewährleistet werden kann. Und das alles selbstverständlich sicher, stabil und kostengünstig.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Firma Reset Grafische Medien GmbH gehört zur Druckindustrie. Vor einiger Zeit empfanden der Reset-Geschäftsführer Gerd Dombrowsky und seine Kollegen die IT-Situation des Druckereibetriebs zunehmend als quälend: „Es begann mit den immer größeren Datenmengen, die unsere Kunden geschickt haben“, erinnert sich Dombrowsky. Damals lief die gesamte Kommunikation über einen Internet Provider, der einen FTP- und Mailserver zur Verfügung stellte, sowie den Internetauftritt betreute.

„Im grafischen Umfeld arbeiten viele Leute mit Apple, die bis dato den Versand per ISDN-Leitung bevorzugten. Dies blockierte nicht nur die Telefonleitungen, sondern trieb auch die Verbindungskosten in die Höhe, da die Daten wiederum vom FTP-Server des Internet Providers herunter geladen werden mussten. Außerdem erschwerte die zunehmende Spam- und Virenflut die Arbeit.“ Diese unwirtschaftliche Situation zwang Gerd Dombrowsky, nach Alternativen zu suchen. Die Anforderungen an die Lösung bestanden aus drei Vorgaben: erstens, den Server im eigenen Haus zu haben, zweitens, für jeden Kunden separate Verzeichnisse mit differenzierten Zugangsrechten einrichten zu können und drittens, den Mail-Verkehr sowie die Up- und Downloads der umfangreichen Grafikdateien selbst steuern zu können. Und das alles günstig, zuverlässig und sicher.

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IT-Konsolisierung mit Open Source

Verschiedene Provider rieten zu Webhosting oder dazu, Glasfaserleitungen zu benutzen. „Das war jedoch nicht wirtschaftlich – und außerdem handelte es sich dabei um sehr limitierte Lösungen, die nur den reinen Datenverkehr abgewickelt hätten“, so Dombrowsky. Ende 2003 zog der Reset-Geschäftsführer schließlich das Systemhaus Next Move IT zu Rate, das sich auf IT- Sicherheit und Kostenreduzierung spezialisiert hat und sich auf die Bedürfnisse von kleinen und mittelständischen Unternehmen konzentriert.

Im Vordergrund steht, neben der Qualität, immer die finanzielle Machbarkeit für Kunden. „Nicht alles was sehr teuer ist, ist auch sehr gut“, so Geschäftsführer Wolfgang Otto. „Das gilt vor allem für Servertechologie. Gerade hier gibt es jeweils eine Vielzahl an Lösungswegen, manche Systemhäuser empfehlen ihren Kunden ganze Serverparks“, führt der Geschäftsführer von Next Move IT weiter aus.

Die Bestandsaufnahme der IT-Umgebung bei Reset förderte eine ausgesprochen heterogene Systemlandschaft zutage: „Es gibt einen alten Novell-Server, der heute noch läuft und einen Linux-Server, der Helios – eine im Printbereich weit verbreitete Serverlösung – bereit stellt. Außerdem sind mehrere Windows-Server für die Verwaltung und ein Mac-OS-Netz für die Druckvorstufe vorhanden“, erinnert sich Otto. An die Serverlösung stellte die Druckerei aber noch weitere Ansprüche: „Wichtig war uns die Anbindung von Heimarbeitsplätzen über Virtual Private Network (VPN)“. Ein externer Dienstleister sollte softwareseitig auf Druckdaten zugreifen können, und schließlich musste ein Zugang für den technischen Support geschaffen werden.

Als Lösung schlug Wolfgang Otto den Collax Business Server vor. Diese Serverlösung ist ein Open Source-basierter Multifunktionsserver, der alle Sicherheits-, Netzwerkinfrastruktur- und Kommunikationsfunktionen bietet. Das Besondere daran ist, dass die Komplexität von Linux komplett vor dem Anwender verborgen wird, denn Collax hat die einzelnen Open Source-Komponenten unter einer Verwaltungsoberfläche verborgen. Dadurch ist es möglich, dass das Netzwerk und die Serveranwendungen über eine intuitive Benutzeroberfläche eingerichtet und gewartet werden können. Der Server, der in ein handelsübliches 19-Zoll-Rack passt, ermöglicht somit die Konsolidierung vieler Infrastrukturservices auf einer Plattform.

Der Kern der neuen Serverlandschaft

Der Collax Business Server wurde so zu einem Herzstück der unternehmensweiten Serverlandschaft. Die Implementierung dauerte insgesamt nur zwei Tage. Am ersten Tag wurde die vorkonfigurierte Hardware eingerichtet. Daran schloss sich ein weiterer Tag mit Feinschliff-Aufgaben an. Die gesamte Datenkommunikation des Unternehmens wie Mail, FTP (Filetransfer) und VPN wird jetzt zentral über den Collax Business Server abgewickelt.

Darüber hinaus ist die Serverlösung auch als Web-Server mit eigenem Up/Downloadscript im Einsatz, ebenso regelt sie als Firewall den Virenschutz für den Mail-, Web- und File-Server. Speziell für Reset entwickelte die Next Move IT GmbH ein Script zum Up- und Download via FTP, sodass von jedem Rechner, unabhängig vom Betriebssystem, mittels eines einfachen Internetbrowsers Daten auf den Server gelegt oder abgeholt werden können. Und auch dem Wunsch nach Kundenverzeichnissen konnte Rechnung getragen werden, im Intranet wurden diese Transferverzeichnisse durch Fileshares geregelt. Für weitergehende Datenverbindungen zu Fernwartungszwecken der Druckmaschinen, Remote-Betrieb von Ausgabesystemen oder Home-Office Arbeitsplätzen dient der Collax Business Server als VPN Gateway. Zusammen mit den VPN Clients von NCP wurden diese externen sicheren Datenverbindungen zum Collax Business Server auf Seiten der Home-Offices und externen Partner abgesichert.

Und so fühlt sich der Collax Business Server an

An der heterogenen IT-Umgebung hat sich nach Einführung des Collax-Servers nur wenig geändert. Nach wie vor benutzt Reset viele Anwendungen, die bestimmte Servertypen und Betriebssysteme voraussetzen. Die Konsolidierung zahlreicher Dienste auf einer Plattform hat jedoch die übrigen Server spürbar entlastet. Darüber hinaus wurden Engpässe bei der Datenübertragung beseitigt.

Das gilt für die direkten Zugriffe der Kunden auf den Server und die Download-Zeiten – die ja so nicht mehr stattfinden, weil der Server im Haus steht. Gerd Dombrowsky schätzt die Zeitersparnis auf rund 80 Prozent gegenüber dem vorherigen Zustand. Der Up- und Download wird über ein extra eingerichtetes Browserfenster geregelt, so dass es dem Kunden sehr leicht fällt, den Dateitransfer zu organisieren. Auch das Virenproblem hat sich entspannt. Bedingt durch die Tatsache, dass Druckunterlagen oft als E-Mail-Anhänge verschickt werden, bestand ständig das Risiko, von Schadsoftware befallen zu werden. Mit dem Collax-Server wurden nun Viren-Scans eingeführt, die zentral gesteuert werden und automatisch im Hintergrund ablaufen. Die Virensignaturen werden stündlich aktualisiert.

Und auch finanziell macht sich die neue Lösung deutlich bemerkbar. „Durch den Einsatz des Collax Business Servers sind unsere IT-Kosten pro Jahr um 6.000 bis 8.000 Euro pro Jahr gesunken“, freut sich Dombrowsky. Auch um die Wartung muss er sich keine Gedanken machen, denn die hat er in die Hände von Next Move IT gelegt. „Der Collax Business Server kann per Remote gewartet werden. So können wir Updates schnell einspielen und bei Problemen direkt auf das System zugreifen“, erklärt Wolfgang Otto. Das Resümee von Gerd Dombrowsky: „Durch den Einsatz des Collax Business Server konnten wir unsere Serverlandschaft erheblich konsolidieren und entlasten. Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl, wenn man eine sichere und solide Serverlösung im Hintergrund laufen hat, die man getrost vergessen kann, weil sie einfach das macht, was sie soll: funktionieren. Nur so kann man sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und Erfolg haben.“

Über die Autorin

Dr. Petra Gulz ist seit 1997 freie Autorin in München. Arbeitete sie zu Beginn als freie Redakteurin und Buchautorin für Weltbild und Ravensburger, berichtet die promovierte Umweltnaturwissenschaftlerin heute vor allem aus den Bereichen Linux und Open-Source. Ihre Schwerpunkte dabei sind Fachartikel, Anwenderberichte aus dem IT- und Dienstleistungssektor sowie Unternehmensporträts.

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