Mobile-Menu

Digitale Infrastruktur-Souveränität Europäische und moderne Open Source IT-Lösungen

Von Cornelius Hoffmann 15 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Digitalisierung ist nicht optional, sondern für Unternehmen jeder Größe heute zwingend. KMUs stehen dabei nicht nur vor der Herausforderung, begrenzte Budgets effektiv einzusetzen, sondern zunehmend auch vor der Frage, wie stark man sich heutzutage bei IT-Systemen noch auf außer-europäische Hersteller und Anbieter verlassen sollte. Einen Ausweg kann hier Open Source bieten. Dieser Beitrag nennt konkrete Lösungen.

Nicht nur in Sachen Datenmanagement wird Digitale Souveränität immer wichtiger. Auch bei den Herstellern von Soft- und Hardware achten Unternehmen zunehmend auf Souveränität oder greifen zu Open Source.(Bild: ©  Nazuro - stock.adobe.com / KI-generiert)
Nicht nur in Sachen Datenmanagement wird Digitale Souveränität immer wichtiger. Auch bei den Herstellern von Soft- und Hardware achten Unternehmen zunehmend auf Souveränität oder greifen zu Open Source.
(Bild: © Nazuro - stock.adobe.com / KI-generiert)

Open Source Software bietet für viele Einsatzbereiche geeignete Lösungen. Produkte wie OPNsense, Vaultwarden, MediaWiki, Nginx Proxy Manager, AdGuard, Nextcloud oder ownCloud, NetBox, Proxmox, Ansible, Checkmk und TrueNAS zeigen, wie leistungsfähig und vielseitig Open Source sein kann. Ich stelle hier die Lösungen auf Basis meiner eigenen Erfahrungen vor und sage, wo und wie man sie einsetzt.

Warum Open Source?

Open Source bedeutet, dass Software und deren Quellcode frei verfügbar sind. Unternehmen können diese Community Lösungen von Enterprise-Plattformen nutzen. Entweder kosten die Community-Versionen nur einen überschaubaren Beitrag, oder sind gar ganz von Lizenzkosten befreit. Zudem bieten Open-Source-Produkte durch Anpassungsfähigkeit eine hohe Flexibilität, um individuelle Anforderungen umzusetzen. Die große Entwickler-Gemeinschaft sorgt dafür, dass Sicherheitslücken schnell geschlossen, sowie kontinuierliche Weiterentwicklungen, z.B. von der Community angeregt, in die Software integriert werden. Wird das Unternehmen größer und braucht mehr Leistungsumfang ist ein Wechsel auf die Enterprise-Versionen fast immer ohne große Installationen möglich. Das versetzt Unternehmen bei der Suche nach neuen Wegen in die Lage, kostenfreie Produkte über einen längeren Zeitraum zu testen und für sich zu entscheiden, ob es die richtige Plattform ist, um damit produktiv zu arbeiten.

Vorteile von Open Source für Unternehmen sind:

  • Kostenreduktion: Keine oder geringe Lizenzkosten und niedrige Betriebskosten.
  • Hohe Sicherheit durch regelmäßige Updates der weltweiten Entwicklung, sowie durch Transparenz des Codes.
  • Flexibilität: Anpassbar an die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens.
  • Unabhängigkeit: Kontrolle über die eingesetzte Software sowie die eigenen Daten, da es keinen Herstellereingriff gibt.

Die folgenden Produkte sind nicht alle Open Source. Netzwerke, Sicherungen oder die Telefonie in professionellen Umgebungen können einfach nicht kostenfrei sein. Allerdings gibt es Produkte, die aus Europa stammen und dazu ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis bieten. Solche Produkte möchte ich zusätzlich in diesem Artikel benennen.

Unabhängigkeit durch europäische Lösungen

Ob Netzwerke, Rechenzentren und damit virtuelle Server, also z.B. auch Cloud-Dienste, oder Softwarelösungen – es gibt viele Anbieter in Europa. Nebenbei ist der Support solcher Hersteller dann fast immer in der selben Zeitzone und Fragen können in der Regel deutlich zeitnaher und manchmal sogar in der eigenen Sprache geklärt werden. Das ist nach meiner Erfahrung ein absoluter Vorteil im Vergleich zu amerikanischen Herstellern.

Netzwerk

Netzwerke sind die Grundlage für alles, was heute digital geschieht. Selbst in dem Bereich gibt es einen guten, wie kostengünstigen europäischen Hersteller.

MikroTik (Lettland)
MikroTik verfolgt eine ähnliche Funktionsweise wie Cisco. Alle Geräte verfügen über ein eigenes Betriebssystem und haben eine einheitliche Konfigurationsoberfläche. Um die Bedienung zu vereinfachen, gibt es für macOS, Windows sowie Linux die Winbox. Für Automatisierungen kann entweder SSH oder eine API genutzt werden und alles, was das System selbst nicht kann, kann mit Scripten ergänzt werden. Damit sind die Geräte extrem anpassbar, dabei kostengünstig und doch skalierbar, wenn ein Unternehmen wächst.

Mikrotik ist wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses ein guter Einstieg für kleine Firmen. Gerade weil Routing, Firewalling und VPN zum Standardumfang heutiger Systeme gehören, können auf der Basis sehr gut Firewalls für wenig Investment realisiert werden. Dabei kann eine solche Firewall gleichzeitig der VPN-Server sein. Egal ob z.B. auf Basis von openVPN oder Wireguard – es gibt viele Möglichkeiten, das zu realisieren. Selbst Standortvernetzungen sind mit Standardprotokollen über MikroTik möglich. Selbst Änderungen in einem Netzwerk, durch z.B. neue leistungsfähigere Geräte, sind über Export- und Import-Funktionen recht simpel und mit relativ wenig Aufwand machbar.

OPNsense (Niederlande;unterstützt von Deciso B.V.)
OPNsense ist eine leistungsstarke Open Source Firewall basierend auf FreeBSD, einem Betriebssystem, das als sehr sicher gilt. OPNsense eignet sich ideal für KMUs. Sie schützt das Netzwerk vor externen Bedrohungen und ermöglicht eine sichere Verbindung zum Internet.

Einige Erweiterungsmodule:

  • WireGuard: Ermöglicht einfache und sichere VPN-Verbindungen, etwa für Mitarbeiter, die von zu Hause oder von unterwegs arbeiten. Aktuell gilt der WireGuard-Code als sehr sicher – auch, weil im Vergleich zu kommerziellen Lösungen sehr schlank ist.
  • HA Proxy: Ein Load-Balancer-System, welches entweder eingehende Anfragen effizient auf mehrere Server verteilt – ideal bei hochverfügbaren Webanwendungen –, oder als Proxy Server Weiterleitungen bspw. zu Webdiensten herstellt. Benötigte Zertifikate werden dabei über die ACME-Erweiterung realisiert, womit Webseiten grundsätzlich über aktuelle Zertifikate verfügen und zusätzlich physikalisch von der WAN-Schnittstelle getrennt sind. Somit gibt es keinen direkten Zugriff auf die Netzwerkschnittstelle des Webseiten-Servers.
  • ACME: Vereinfacht die Verwaltung von SSL-Zertifikaten, um sichere Verbindungen für eine Website und andere Dienste zu gewährleisten. Kostenfreie Zertifikate können damit von Let‘s Encrypt geladen werden.

Mit der OPNsense-Firewall und den genannten Modulen kann man eine flexible und skalierbare Umgebung ohne hohe Kosten installieren. Zugänge zu Webseiten auf eigenen Servern werden sicherer und über z.B. IDS und IPS wird das Netzwerk besser vor externen Angriffen geschützt.

Betriebssysteme

Linux ist ein frei verfügbares Betriebssystem, stellvertretend für alle Linux-Distributionen. Die beiden im Serverbereich vermutlich meistgenutzten, kostenfreien Systeme sind Ubuntu von Canonical aus dem Vereinigten Königreich und Debian, einem Community-basierten Projekt ohne festen Unternehmenssitz.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Während Ubuntu von einer Unternehmung gesteuert wird, ist Debian ein Community-Projekt. Ubuntu hat deswegen einen festen Updatezyklus während Debian das nicht hat. Deswegen verfügt Ubuntu auch über entsprechend viele kompatible Softwarepakete und eine hohe Benutzerfreundlichkeit. Debian gilt dafür als stabiler und ein wenig schlanker, was im Bereich Linux als leistungsfähig verstanden wird.

Ubuntu wird von einer breiten Community unterstützt. Debian kann auch auf Embedded Systemen genutzt werden. Deswegen könnte man auch behaupten, dass der Schwerpunkt von Debian im Serverbereich liegt, während Ubuntu auch ein Desktop-System für interessierte Laien sein kann.

Beide Plattformen haben als Server kein GUI wie man das von z.B. Windows oder macOS gewöhnt ist. Auch deswegen gelten derartige Linuxsysteme als deutlich leistungsfähiger, denn ein GUI braucht Rechenleistung und die wird hier lieber für die entsprechenden Dienste angeboten.

Hier ein paar Beispiele für Dienste unter Linux: DNS kann die Nutzung von Namen statt IP-Adressen im eigenen Netzwerk ermöglichen, openLDAP ein eigenes Benutzerverzeichnis zur Verfügung stellen, durch Apache oder NGINX können Weboberflächen auf Servern genutzt werden, mit z.B. einem Mediawiki lassen sich Dokumentationen erstellen und vieles mehr.

Proxmox (Österreich; Proxmox Server Solutions GmbH)
Proxmox ist ein gutes Beispiel für den Einsatz von Debian, denn es basiert darauf. Zusätzlich sind dem Grundsystem Funktionen, bedienbar über ein Webinterface „beigefügt“. Proxmox an sich ist zwar kein eigenes Betriebssystem, allerdings kommt Proxmox VE dem sehr nahe. In der Community Version ist pro Prozessor und Jahr ein Invest von etwa 100 Euro zu veranschlagen, mit der kostenfreien Version würde ich in einer Firmenumgebung nicht arbeiten, da für Proxmox keine Updates geliefert werden.

Proxmox unterstützt unter anderem folgende Features:

  • Dual-Virtualisierung: Unterstützt KVM für vollständige Virtualisierung, sowie LXC für Containerisierung.
  • Cluster-Funktionalität: Auf Basis von Cronos können über das Webinterface Cluster mit Hochverfügbarkeitsoptionen erstellt werden.
  • Live-Migration: In Cluster-Umgebungen können VMs und Container zwischen Hosts ohne Downtime verschoben werden.
  • Integriertes Backup: Im Menüpunkt „Rechenzentrum“ von Proxmox können direkt Backups konfiguriert werden.
  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle: Granulare Benutzer- und Rechteverwaltung, das bedeutet unterschiedliche Mitarbeiter können abweichende Rechte zugewiesen bekommen. So ist es möglich, Kollegen entweder mehrere oder gar nur einen einzigen virtuellen Server verwalten zu lassen.
  • Flexible Speicheroptionen: Unterstützung für verschiedene Speichertechnologien wie ZFS, Ceph, NFS und iSCSI; dadurch können entweder lokale Laufwerke oder externe Massenspeicher eingebunden werden.
  • REST API: Programmierbare Schnittstelle für die Integration in andere Systeme, oder Verbindungen von anderen Systemen wie Ansible oder NetBox z.B. für Automatisierungen.

TrueNAS (USA, San Jose, Kalifornien; iXsystems Inc.)
Eine zuverlässige Speicherlösung ist unverzichtbar. Eine solche ist TrueNAS, es bietet kleinen Unternehmen eine kosteneffiziente, wie leistungsstarke Möglichkeit, Daten zentral zu speichern. iXsystems ist zwar ein amerikanisches Unternehmen und finanziert sich hauptsächlich durch den Verkauf von Hardwarelösungen und Supportverträgen, betreibt aber aktiv die Weiterentwicklung von Open-Source-Software und hat eine sehr aktive weltumspannende Community. Sicher gibt es auch andere Speicherlösungen, allerdings habe ich noch keine derart fein konfigurierbare Lösung gesehen, weswegen ich TrueNAS in meinen Systemen verwende und uneingeschränkt empfehlen kann.

TrueNAS Core (basiert auf FreeBSD) gilt, Stand heute, als die stabile Version, während TrueNAS Scale (Debian Linux als Basis) als die Zukunft gilt. Leider wurde die FreeBSD Version nun eingestellt, es gibt also nur noch TrueNAS Scale. TrueNAS ist wie schon Proxmox kein eigenes Betriebssystem, allerdings bringen die Installationen wieder Systeme und damit eine eigene Intelligenz mit, weswegen ich es hier unter die Betriebssysteme platziere.

Vorteile von TrueNAS sind:

  • Hohe Flexibilität durch viele Speicherprotokolle
  • Ein leistungsfähiges wie sicheres Betriebssystem (Debian für TrueNAS Scale)
  • ZFS als sehr leistungsfähiges Dateisystem für den Massenspeicher
  • Skalierbar für wachsende Anforderungen, keine Hardware-Limitierung durch den Hersteller bei den kostenfreien Community Versionen

Software

Nginx Proxy Manager ist ein Community-basierendes Projekt ohne festen Unternehmenssitz und eine robuste Plattform mit benutzerfreundlicher Web-Oberfläche für die Nutzung sicherer Webpräsenzen. Nginx Proxy Manager ist ein Reverse Proxy, um interne webgestützte Dienste sicher mit SSL-Zertifikaten (Let’s Encrypt) zu veröffentlichen (egal ob in- oder extern) und Lasten zu verteilen sowie Zugriffe zu steuern – sofern nicht schon eine OPNsense im Einsatz ist und das vom HA Proxy erledigt wird.

AdGuard Home ist eine Open Source Software, die das Netzwerk vor Werbung und Trackern, Malware und derlei mehr schützt, wodurch nicht nur die Produktivität gesteigert, sondern auch die Sicherheit erhöht wird. Die Plattform arbeitet als zentraler DNS-Server im Netzwerk, so wird eine Filterung erreicht, bevor Pakete an Desktoprechner weitergereicht werden. Diese Kombination sorgt für eine saubere, leistungsfähige und optimierte Netzwerkumgebung.

GLPI (Frankreich; Teclib’) ist ein Community-basierendes Projekt. GLPI steht für Gestionnaire Libre de Parc Informatique (übersetzt: „freier IT-Bestandsverwalter“) und ist Open Source für IT-Asset-Management, Inventarisierung, Helpdesk und IT-Service-Management. Die Lösung ist gerade für kleine Unternehmen gut geeignet, eine IT-Bestandsaufnahme automatisiert zu realisieren und ein Tickessystem zu betreiben. Damit schafft die Plattform Übersicht und Struktur, was in vielen kleinen wie mittelgroßen Unternehmen oft eher weniger der Fall ist, da dafür eigentlich immer zu wenig Zeit bleibt.

Vaultwarden ist ein Community-basiertes Projekt ohne festen Unternehmenssitz. Initiiert wurde das Projekt von Daniel García, heute handelt es sich um ein rein Community-basierendes Projekt. Mit Vaultwarden, einer Open-Source-Alternative zur kostenpflichtigen Plattform Bitwarden, können Unternehmen ihre Passworte sicher verwalten. Vaultwarden ist Ressourcen-sparend und ideal für den Einsatz auf eigenen kleineren, vielleicht virtualisierten Servern. Dabei können Passwortspeicher für Mitarbeiter oder Gruppen, auf die verschiedene Mitarbeiter Zugriff haben, angelegt werden. Unterstützt werden macOS, Windows, Linux über Desktop-Anwendungen für die einfache Verwaltung sowie iOS, iPadOS und Android, um Passworte auch unterwegs nutzen zu können. Mit Vaultwarden wird eine zentrale Passwortverwaltung geschaffen, welche leicht zu bedienen ist – ideal, um die IT-Sicherheit in kleineren und mittelgroßen Unternehmen zu stärken.

MediaWiki ist ein Community-basiertes Projekt der Wikimedia Foundation ohne festen Unternehmenssitz und ermöglicht Effizientes Wissensmanagement – für kleine Unternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Der Punkt, vorhandenes Wissen digital abzubilden, kann ein großer Vorteil sein. Denn gerade wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, geht Wissen nicht mehr verloren, wenn es dokumentiert wurde. Mit MediaWiki, der Plattform auf der Wikipedia basiert, kann man eine zentrale wie digitale Informationsplattform aufbauen, flexibel und sehr einfach an aktuelle Gegebenheiten anpassbar. Sicher gibt es noch andere Wiki-Umgebungen, weswegen ich das MediaWiki hier nur als ein Beispiel sehen möchte.

Seine Einsatzmöglichkeiten reichen von der Dokumentation von technischen Prozessen und Arbeitsanweisungen über erzählende Beschreibungen eines Firmen-Netzwerkes bis hin zum Aufbau einer Wissensdatenbank z.B. für Schulungen, oder zentralen Firmeninformationen. MediaWiki ist einfach zu bedienen, jeder kann daran mitarbeiten und es ermöglicht eine strukturierte Ablage von Unternehmenswissen.

Nextcloud und ownCloud von der Nextcloud GmbH bzw. von der ownCloud GmbH aus Deutschland sind leistungsstarke Alternativen zu kommerziellen Cloud-Diensten. Beide Plattformen haben denselben Ursprung, funktionieren also auf dieselbe Art und Weise. Nur in den Zielgruppen unterscheiden sich die beiden Lösungen. Identisch sind der Speicherdienst basierend auf dem WebDAV-Protokoll und die Möglichkeit den Funktionsumfang mit Apps zu erweitern. So können zentrale Kalender (CalDAV) und Adressbücher (CardDAV) auf den Plattformen verwaltet werden.

Durch die Möglichkeit, Mitarbeiter ohne einen direkten Netzwerkzugriff, auf Firmendaten zugreifen lassen zu können, wird die Datensicherheit für schützenswerte Informationen des Unternehmens erhöht. Selbst der Daten-Austausch mit Kunden oder Lieferanten findet so in einem geschützten Raum statt, abgelegte Daten können mit Automatismen geprüft werden, bevor diese in der zentralen Datenablage abgelegt werden. Zusätzlich schützen Zugriffsberechtigungen dem Datenbestand vor unbefugten Zugriffen.

Die Vorteile von Nextcloud und ownCloud sind:

  • Volle Kontrolle über die eigenen Daten – idealer Datenschutz
  • Integration von Tools für Dateiverwaltung, Kalender und Aufgaben
  • Erweiterbar durch Apps wie OnlyOffice für die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten
  • Next- und ownCloud sind besonders für Unternehmen geeignet, die Wert auf Sicherheit und Datenschutz legen

Ansible, ein Community-basiertes Projekt von Red Hat und IBM aus den USA soll die Automatisierung erleichtern. Ansible ist ein Open Source Werkzeug zur Automatisierung von IT-Aufgaben. So können wiederkehrende Aufgaben wie Software-Updates oder die Bereitstellung von virtuellen Maschinen, bis hin zur Bereitstellung von Desktoprechnern automatisiert werden. Auch MikroTik Geräte können aktualisiert und konfiguriert werden. Somit sind die erstellten Playbooks auch eine Art Dokumentation und eine sehr große Unterstützung bei einer Wiederherstellung von Systemen.

Ansible kann sowohl in Linux-, als auch macOS- oder Windows-Umgebungen eingesetzt werden, was gerade den Einsatz in heterogenen Netzwerken möglich macht. Denn es kann nahezu jedes Gerät mit einer IP-Adresse von Ansible angesprochen werden.

Vorteile von Ansible für kleine Unternehmen sind:

  • Weniger, immer wiederkehrende, manuelle Arbeit in der IT
  • Zeitersparnis und höhere Effizienz, wenn mehrere Maschinen verwaltet werden
  • Reduzierung von Fehlern durch automatisierte Prozesse, damit also eine Art Qualitätsmanagement

CheckMK von der Checkmk GmbH aus Deutschland ist eine umfassende Monitoring Plattform, die ein technisches Überwachen von Maschinen im Netzwerk ermöglicht. Entweder durch einen installierten Agenten für z.B. Server oder auch über SNMP als agentenlose Überwachung von Netzwerken, Speicher-Syxstemen und Anwendungen. Mit Checkmk behält man Leistung und Verfügbarkeit der IT-Systeme im Blick. Es ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Problemen und bringt detaillierte Berichte und Alarme mit.

Für kleine Unternehmen bedeutet Monitoring, dass Probleme erkannt und behoben werden können, bevor sie den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen. Ein Server wird heiß, eine Festplatte läuft voll, ein Netzwerkgerät fällt aus, oder eine Webseite wird angegriffen – diese oder ähnliche Vorfälle werden in einer Oberfläche zusammengefasst, oder z.B. per Mail an den Administrator gemeldet. Somit ist ein kurzfristiges Eingreifen möglich und ein Problem ist vielleicht schon abgestellt, bevor es ernst wird.

Zammad von der Zammad GmbH aus Deutschland ist ein modernes, webbasiertes Open-Source-Ticketsystem für Kundenservice und Support Zammad kann Multi-Channel-Kommunikation, bedient also verschiedene Social-Media-Plattformen, E-Mail Integrationen und Self-Service-Portale. Für mich ist diese Plattform wie das Schweizer Messer der Ticketsysteme.

BorgBackup ist ein Community-basiertes Projekt ohne festen Unternehmenssitz und stellt eine effiziente, deduplizierende und verschlüsselnde Backup-Lösung bereit. BorgBackup kann inkrementelle Backups und eignet sich daher besonders für die Sicherung großer Datenmengen. Das Tool hat keine GUI-Oberfläche, es ist daher notwendig, sich mit dem Terminal auseinanderzusetzen. Ich finde den Ansatz gut, verstehe aber, wenn der nicht jedem gefällt.

Kostenpflichtige Software

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass viele Open-Source-Lösungen auch als kostenpflichtige Enterprise Plattformen erhältlich sind, weswegen die folgende Liste ausschließlich kostenpflichtiger, aber empfehlenswerter Software kurz ist.

Archiware (Deutschland; Archiware GmbH)
Professionelle Backup- und Archivierungslösungen, die automatisierte Datensicherung, Disaster Recovery und langfristige Archivierung für Unternehmen ermöglichen. Archiware P5 ist für viele Plattformen einsetzbar. So werden die klassischen Betriebssysteme Linux, FreeBSD, macOS und Windows, aber auch z.B. QNAP oder Synology unterstützt.

Archiware P5 hat mehrere Module:

  • P5 Synchronize: Gleicht Datenbestände zwischen z.B. zwei Laufwerken ab.
  • P5 Backup: Ist das eigentliche Backup und kann alles was ein Backup heute können muß.
  • P5 Archive: Ist das Daten-Archivierungs-Tool.

Ich nutze diese Software selbst schon sehr lange. Gerade der modulare Aufbau spart Kosten, denn was man nicht braucht, wird einfach nicht erworben. Es gibt für bestimmte Szenarien Bundles, die dem Kunden einen Preisvorteil zu einzelnen Lizenzen einräumen.

Starface (Deutschland; Starface GmbH)
Starface ist eine integrierte IP-Telefonie- und Unified-Communications-Lösung, die moderne VoIP-Telefonanlagen, Collaboration-Tools und cloudbasierte Kommunikationsdienste für kleine und mittelständische Unternehmen bietet.

Starfaces Cloud Angebot ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine sehr flexible Lösung, um auf aktuelle Anforderungen wie Flexibilität und andauernde Erreichbarkeit zu reagieren. Mit der Möglichkeit, Smartphones (iPhone, Android) und alle gängigen Desktop-Betriebssysteme einzubinden, gewinnen Unternehmen viel Flexibilität und machen standortunabhängiges agieren möglich.

Der Einsatz von europäischen Plattformen

An der Länge der Listen kann man gut erkennen, dass es viele Lösungen aus Deutschland und Europa gibt, welche sich sofort nutzen lassen. Die hier besprochenen Anbieter sind jedoch nur ein sehr kleiner Ausschnitt – eben die die ich bisher schon einmal eingesetzt, oder ausprobiert habe.

Wenn Open Source Plattformen eingesetzt werden, fallen erst einmal wenig oder keine Lizenzgebühren an. Werden europäische Rechenzentren oder eigene Server genutzt, ist sichergestellt, dass europäische Datenschutzgesetze nicht verletzt werden und die Daten weiterhin in Verantwortung der Unternehmen bleiben. Auch eine Abhängigkeit von z.B. Amerika ist damit geringer.

Durch Open Source wird aber auch Transparenz geschaffen und Innovationen angekurbelt, sprich wenn mehr dieser Plattformen verwendet werden, wird es auch mehr Entwickler geben, die sich damit beschäftigen. Gerade im Unternehmensumfeld laufen Lösungen sehr oft auf angepasste Enterprise Lösungen hinaus. Das stärkt die eigene Wirtschaft, und schafft Arbeitsplätze, also eine größere Wertschöpfung innerhalb Europas – das ist ein wichtiger Faktor.

Eigene europäische Standards können formuliert werden, damit wird Datenaustausch zwischen verschiedenen Plattformen einfacher gestaltet. Diese werden nur durch Europa und den Hersteller bestimmt und letztere haben im Bereich Open Source sowieso kein Interesse eigene Standards zu schaffen.

Europäische Lösungen sind somit heute absolut denkbar – man muss es nur machen, sprich damit einfach beginnen. Sicher wird es kein einfacher Weg, aber man kann ihn beschreiten.

Open Source als Erfolgsfaktor für kleine Unternehmen

Die vorgestellten Open Source Produkte zeigen, wie kleine Unternehmen mit begrenztem Budget, leistungsfähige Enterprise IT Infrastrukturen aufbauen können. Diese bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, adäquate Sicherheit, viel Flexibilität und vor allem viel Unabhängigkeit.

Ob Firewall (OPNsense), Passwortmanagement (Vaultwarden), Wissensmanagement (MediaWiki), Cloud-Lösungen (Next-, ownCloud), Virtualisierung (Proxmox), Monitoring (Checkmk) oder zentrale Speicherung (TrueNAS Core) – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Nutzen Sie die Vorteile von Open Source, um Ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Über den Autor

Cornelius Hoffmann Gründer und Geschäftsführer von cicero-point.net, einem Systemhaus für kleine und kleinste Unternehmen. Mit seiner Firma berät Hoffmann Kunden, plant Netzwerke und/oder Serveranlagen, sorgt für Virtualisierungsumgebungen (auch hochverfügbar) und kümmert sich um Automatisierungen. Auch Sicherungsszenarien und das Thema Telefonie gehören zum Repertoire von cicero-point.net.

Über cicero-point.net

cicero-point.net ist ein Systemhaus für Intelligente und leistungsfähige IT für kleine und kleinste Unternehmen. Lösungsorientiertes Planen, Installieren und Betreuen sowie Optimieren von Netzwerken, Server-Umgebungen, Drucklösungen und Desktoparbeitsplätzen gehört zu den Kern-Angeboten des Unternehmens.

Der Fokus liegt dabei auf bezahlbaren Enterprise-Lösungen. Netzwerke werden von cicero-point.net flexibel und skalierbar konfiguriert, um mit dem Unternehmen mitzuwachsen. Virtualisierungs- sowie Speicherumgebungen realisiert cicero-point.net auf Linux und/oder FreeBSD, um die Kosten für Anschaffung und Betrieb klein zu halten.

Die Plattform der Produkte von cicero-point.net bilden Hersteller wie Mikrotik, Proxmox oder TrueNAS – alles Hersteller aus Europa, oder mit einer sehr umfassenden Open-Source-Strategie.

(ID:50666265)