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Datenverkehr priorisieren, Sicherheit erhöhen, VPN einrichten So machen Sie Ihre AVM Fritz!Box fit fürs Homeoffice

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Anwender, die im Homeoffice arbeiten und eine Fritz!Box einsetzen, sollten einige Anpassungen vornehmen, damit die Sicherheit gewahrt bleibt und auch die Geschwindigkeit möglichst optimal ist. Wir zeigen die wichtigsten Einstellungen.

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Die Fritz!Box von AVM versieht in zahlreichen Haushalten Ihren Dienst als WLAN-Router. Wir zeigen, wie Sie das Consumer-Gerät fit für den professionellen Homeoffice-Einsatz machen.
Die Fritz!Box von AVM versieht in zahlreichen Haushalten Ihren Dienst als WLAN-Router. Wir zeigen, wie Sie das Consumer-Gerät fit für den professionellen Homeoffice-Einsatz machen.
(Bild: AVM / Joos)

AVM Fritz!Boxen können auf zwei verschiedenen Wegen für das Homeoffice genutzt werden. In den meisten Fällen arbeiten Anwender zu Hause im Homeoffice, verbinden sich mit dem Unternehmensnetzwerk und arbeiten remote mit den Daten des Unternehmens oder über eine Remotedesktop-Verbindung. Sind gleichzeitig noch andere Benutzer mit dem Internet verbunden, teilen sich diese die Geschwindigkeit der Leitung.

Wenn also mehrere Personen im Haushalt zum Beispiel Downloads ausführen, Netflix, Disney+ oder Amazon Prime nutzen, kann es schnell passieren, dass die Verbindung zum Unternehmen über die Fritz!Box nicht schnell genug und stabil funktioniert. Hier gibt es aber verschiedene Möglichkeiten nachzubessern, zum Beispiel über die Priorisierung des entsprechenden Datenverkehrs.

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Der zweite Weg, um eine Fritz!Box für das Homeoffice zu nutzen, besteht darin, dass die Fritz!Box für die Einwahl in das Firmennetzwerk genutzt wird. In diesem Fall wählt sich die Fritz!Box in das VPN des Unternehmens ein, und alle Computer im Netzwerk der Fritz!Box werden zum Bestandteil des Unternehmensnetzwerks per VPN. Das macht natürlich nur dann Sinn, wenn die entsprechenden Netzwerkgeräte auch sicher sind.

Diagnose durchführen

Um die Sicherheit und Stabilität einer Fritz!Box zu gewährleisten, besteht der erste Schritt darin eine Diagnose der Fritz!Box durchzuführen. Über „Diagnose\Funktion“ kann mit „Starten“ ein erster Test durchgeführt werden. Hier sollten keine Fehler angezeigt werden. Sind doch Fehler zu finden, sollten diese in jedem Fall behoben werden. Tipps zur Fehlerbehebung finden sich für die meisten Fälle am einfachsten, wenn die Meldung in eine Suchmaschine eingegeben wird.

Wichtig ist auch der Test der Aktualität des Betriebssystems der Fritz!Box. Ist hier eine neue Version verfügbar, sollte diese in jedem Fall installiert werden. Neue Versionen beseitigen Sicherheitslücken und verbessern Funktion und Leistung der Fritz!Box.

Fritz!Box aktualisieren

Über den Menüpunkt „System\Update“ kann mit „Neues FRITZ!OS suchen“ nach einer Aktualisierung für die Fritz!Box gesucht werden. Wird eine Aktualisierung gefunden, kann das Update mit „Update starten“ installiert werden. In vielen Fällen ist dazu ein Neustart der Fritz!Box notwendig.

DSL-Anschluss und Internetverbindung überprüfen

Damit im Homeoffice optimal gearbeitet werden kann, muss natürlich die Internetverbindung der Fritz!Box möglichst schnell und stabil funktionieren. Dazu sollten in der Weboberfläche zunächst mit „Internet\DSL-Informationen“ die Daten der aktuellen Verbindung angezeigt werden.

Hier sollten Download und Upload-Geschwindigkeit überprüft werden. Stimmen die Werte nicht mit den Vertragsdaten überein, sollte beim Anbieter nachgefragt werden, an was das liegt. Häufig lassen sich DSL-Verträge auch bei nur geringen Mehrkosten auf eine schnellere Verbindung hochstufen. Das erleichtert die Arbeit im Homeoffice enorm.

Zusätzlich sollte auch die tatsächliche Geschwindigkeit der Internetverbindung mittels DSL-Speedtest getestet werden. Das kann über Webseiten für wie Breitbandmessung.de oder SpeedCheck.org.

Netzwerkverbindungen priorisieren

In der FRITZ!Box können verschiedene Netzwerkgeräte und Anwendungen priorisiert werden. Dadurch können bestimmten Computern, also in diesem Fall den Homeoffice-Computern, mehr Leistung zugewiesen werden, als bspw. den TV-Geräten Smartphones und Spielecomputern. Die Einrichtung dazu wird bei „Internet\Filter“ und dann über den Menüpunkt „Priorisierung“ vorgenommen. Fritz!Boxen unterscheiden folgende drei Kategorien:

  • Echtzeitanwendungen: Netzwerkgeräte und -anwendungen in der Kategorie „Echtzeitanwendungen“ erhalten immer die maximale Leistung. Wird die Internetverbindung gleichzeitig von anderen Anwendungen genutzt, erhalten die Computer bei „Echtzeitanwendungen“ Priorität. Hier sollte der Homeoffice-Computer aufgenommen werden. Die Einstellung „Internettelefonie“ (VoIP) hat immer die höchste Priorität.
  • Priorisierte Anwendungen: „Priorisierte Anwendungen“ können bis zu 90% der Upload-Datenrate beanspruchen. Allerdings nur, wenn die Leitung nicht durch Geräte bei „Echtzeitanwendungen“ belegt werden. Nutzen mehrere priorisierte Anwendungen die Internetverbindung, wird die Datenrate gleichmäßig verteilt.
  • Hintergrundanwendungen: Diese Anwendungen werden immer nachrangig behandelt. Benötigt eine der oben genannten Anwendung die volle Datenrate der Internetverbindung, müssen die Hintergrundanwendungen warten, bis wieder Kapazität zur Verfügung steht.

Um einen Computer zu priorisieren, wird folgendermaßen vorgegangen:

  • 1. Klicken Sie auf „Neue Regel“ bei „Echtzeitanwendungen“ oder bei „Priorisierte Anwendungen“.
  • 2. Wählen Sie das jeweilige Gerät aus. Die IP-Adresse Ihres Computers sehen Sie in Windows in der Eingabeaufforderung zum Beispiel mit dem Befehl „ipconfig“.
  • 3. Wählen Sie in der Liste für Netzwerkanwendungen den Eintrag „Alle“ aus.
  • 4. Klicken Sie zum Speichern der Regel auf „OK“.

Fritz!Box mit einem Firmen-VPN verbinden

Es gibt auch die Möglichkeit auf der Fritz!Box eine VPN-Verbindung zum VPN-Server des Unternehmensnetzwerks aufzubauen. Der Vorteil dabei besteht darin, dass auf den PCs keinerlei Einstellungen vorgenommen werden müssen, da die Fritz!Box sich um die Verbindung kümmert.

Allerdings ist nach der Einrichtung der VPN-Verbindung von der Fritz!Box zum VPN-Server des Unternehmens kein Zugriff aus dem Firmennetzwerk auf Geräte im Heimnetz möglich. Es funktioniert nur der Zugriff vom Heimnetzwerk zum Unternehmensnetzwerk.

Die FRITZ!Box unterstützt VPN-Verbindungen nach dem IPSec-Standard mit ESP, IKEv1 und Pre-Shared Keys. Es ist also nur dann möglich eine Verbindung aufzubauen, wenn der VPN-Server im Unternehmen diese Funktionen bereitstellt. Die Einrichtung der Verbindungsparameter in der Fritz!Box funktioniert dann so:

  • 1. Klicken Sie in der Benutzeroberfläche der Fritz!Box auf „Internet“.
  • 2. Klicken Sie auf „Freigaben“.
  • 3. Klicken Sie auf die Registerkarte "VPN".
  • 4. Klicken Sie auf "VPN-Verbindung hinzufügen".
  • 5. Klicken Sie auf "Diese FRITZ!Box mit einem Firmen-VPN verbinden" und dann auf "Weiter".
  • 6. Tragen Sie die erforderlichen Daten ein.
  • 7. Wenn Sie die Option „VPN-Verbindung dauerhaft halten“ nicht aktivieren,

stellt die Fritz!Box die VPN-Verbindung bei Zugriffen auf das Firmennetzwerk automatisch her und trennt diese bei Inaktivität erneut.

(ID:46547497)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist