Im Fokus: Cloud Storage – Storage-Strategien für Unternehmen Private, Public oder Hybrid-Cloud – das ist hier die Frage!

Autor / Redakteur: Sascha Uhl / Dr. Jürgen Ehneß

Private, Public oder Hybrid-Cloud? Eine Frage, die sich viele Unternehmen stellen. Bei der Planung der eigenen Storage-Strategie müssen unterschiedlichste Aspekte beachten werden. Vom Umfang der Anwendung über Sicherheitsaspekte hin zu Verwaltungsmöglichkeiten der Lösung. Der erste und wichtigste Schritt ist jedoch, überhaupt eine Strategie zu erstellen.

Im Fokus: Cloud Storage – Cloud: klar! Aber welche?
Im Fokus: Cloud Storage – Cloud: klar! Aber welche?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Grundlegend gilt: Der „One size fits all“-Ansatz funktioniert in der heutigen Welt der Datenspeicherung nicht mehr. Die verschiedenen Datenformate sowie gestiegene Anforderungen an die Nutzbarkeit und Sicherheit dieser Daten, die je nach Unternehmen und Industrie ganz unterschiedlicher Natur sein können, haben auch die Entwicklung der verschiedenen Cloud-Storage-Angebote nachhaltig beeinflusst. Dabei bietet jede Cloud-Speicherlösung, abhängig vom Anwendungsfall, eigene Vor- und Nachteile.

Planung einer Storage-Strategie: Was Sie beachten sollten

Bei der Planung ihrer Storage-Strategie sollten Unternehmen folgende Faktoren mit einbeziehen, bevor sie sich auf ein Lösungssystem festlegen:

Kosten

Einer der Hauptfaktoren in der Planung und Entscheidungsfindung bei Datenspeicher- und Backup-Strategien sind die Kosten. Dabei ist es entscheidend, die verschiedenen Preismodelle von Private, Public und Hybrid-Cloud zu kennen. Die Kosten für ein Private-Cloud-System sind relativ planbar, doch müssen Initial- und Wartungskosten miteinbezogen werden. Dennoch ist es die preisgünstigere Option, sobald die Anwendung einige hundert Terabyte Kapazität überschreitet, da keine hohen Gebühren für Netzwerkbandbreite, Datenzugriff und Datenausgang anfallen.

Diese fallen bei der Public-Cloud deutlich mehr ins Gewicht, wobei hier wiederum die Einrichtungskosten eher gering sind. Es muss keine neue Infrastruktur beschafft werden, und die Wartungskosten werden vom Anbieter getragen. Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass die laufenden Vertragskosten oftmals auf komplexen Preisschemata mit unterschiedlichen Preispunkten für das Hochladen, Herunterladen und die Bearbeitung von Datensätzen basieren. Eine klare Kostenplanung ist dadurch kaum möglich.

Im Vergleich dazu kann man die Kosten für Hybrid-Cloud-Modelle deutlich besser planen. Basierend auf der geplanten Nutzung, kann priorisiert werden, wo Daten gespeichert werden. Dadurch können zum einen die Kosten für private Infrastruktur verringert werden. Zum anderen lassen sich die Kosten für die Public Cloud besser einschätzen, da mehr Klarheit darüber herrscht, wie groß der Umfang der aktiv genutzten Datensätze ist. Für die optimale Balance sollten die einzelnen Elemente der Hybrid-Cloud-Lösung regelmäßig auf ihren Kostenpunkt hin evaluiert werden.

Skalierbarkeit & Flexibilität

Es ist weitgehend bekannt, dass einer der größten Vorteile der Public Cloud schnelle und einfache Skalierbarkeit ist. Dies bietet umfassende Flexibilität, die insbesondere Unternehmen mit rasantem Datenwachstum dringend benötigen. Doch mit hoher Flexibilität und Skalierbarkeit steigen auch die Kosten.

Bei Private Cloud wiederum muss bei traditionellen SAN- oder auch NAS-Systemen etwaiger Skalierungsbedarf vorausgeplant werden, wobei Kapazitätserweiterungen mit zusätzlichen Investitionen verbunden sein können. Das bedeutet, dass auf kurzfristigen zusätzlichen Kapazitätsbedarf nur langsam reagiert werden kann. Eine Objektspeicherarchitektur jedoch erlaubt Unternehmen, ihr Speichersystem einfach und unbegrenzt zu skalieren. Dadurch kann die Größe von Systemen an die Anwendung und die Unternehmensanforderungen angepasst werden.

In Hybrid-Systemen können Datensätze, je nachdem, wo und wann sie benötigt werden, zwischen dem öffentlichen und dem privaten Speicher verschoben werden. Bei einem solchen hybriden Ansatz können Unternehmen zwischen den Skalierungsmöglichkeiten der Public Cloud und eines Objektspeichersystems in einer privaten Cloud wählen und sich die damit verbundene Flexibilität zunutze machen.

Kontrolle, Sicherheit & Compliance

Die Public Cloud ist eine gemeinsam genutzte Infrastruktur, was bedeutet, dass andere Benutzer Zugriff auf dieselbe Infrastruktur haben. Damit ist immer ein gewisses Risiko verbunden. Zwar bieten Anbieter integrierte Sicherheitsfunktionen, doch ist das Sicherheitsniveau, das bereitgestellt werden kann, im Vergleich zu beispielsweise Private Clouds, begrenzt. Gleichzeitig müssen sich Unternehmen auf die Richtlinien und Praktiken Dritter verlassen, was für bestimmte sensible Daten keine praktikable Lösung ist.

Private Clouds lassen sich an die individuellen Sicherheitsanforderungen anpassen. Managementlösungen, mit deren Hilfe Speicher- und Zugriffsrechte für die einzelnen Datensätze festgelegt werden können, erhöhen die Sicherheit der Daten zusätzlich, da so die Weitergabe an Dritte verhindert werden kann. So lassen sich Compliance-Richtlinien insbesondere im Zusammenhang mit Datenhoheit und Datenschutz direkt umsetzen und kontrollieren.

Diese Funktionalitäten bieten sich entsprechend auch im Privat-Cloud-Bereich von Hybrid-Systemen. Darüber hinaus ermöglicht eine hybride Infrastruktur die Einrichtung eines hybriden Cloud-Backups, bei dem die Backup-Daten in der Public Cloud und auf lokalen Ressourcen gespeichert werden. Dies führt zwar zu zusätzlichen Kosten, garantiert aber eine schnelle Wiederherstellung im Falle eines Datenverlustes oder Malware-Angriffs.

Zuverlässigkeit & Geschwindigkeit des Zugriffs

Der Zugriff auf Daten erfolgt bei der Public Cloud meist über das Internet, bei der Private Cloud über das Intranet – entsprechend hängen die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit des Zugriffs eng von der Leistungsfähigkeit des Netzwerks, der Anfälligkeit für Störungen sowie der Geschwindigkeit, mit der auf diese reagiert wird, ab.

Da die Verwaltung der Private Cloud bei den Unternehmen selbst liegt, bietet sie deutlich mehr Möglichkeiten zur Einflussnahme auf beispielsweise die Performanz der Netzwerkkomponenten sowie die Reaktionszeit beim Auftreten von Störungen.

Bei der Public Cloud hat man zwar den Vorteil, dass die Störungsbehebung vom Anbieter übernommen wird und oftmals auch schnell erfolgt, doch ist man bei der Zugriffs-, Download- und Upload-Geschwindigkeit oft durch die gegebene Bandbreite eingeschränkt.

Eine Hybrid-Cloud-Lösung ermöglicht es Unternehmen, zumindest Teile ihrer Speicherinfrastruktur in Eigenregie zu verwalten und entsprechend an ihre Leistungsbedürfnisse anzupassen. Gleichzeitig können essenzielle Datensätze, die jederzeit erreichbar sein müssen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Speichersystem abgelegt werden, um so die Betriebskontinuität auch im Falle einer Störung zu gewährleisten.

Welche Strategie für welchen Anwendungsbereich?

Public Cloud bietet sich für Anwendungsbereiche an, die einen Speicher benötigen, der sowohl hoch- als auch herunterskaliert werden kann, beispielsweise wenn der Storage-Bedarf stark schwankt, weil er von Auftragslage und Projektumfang abhängig ist. Auch für Unternehmen, deren Mitarbeiter oft von extern auf Daten zugreifen müssen oder ein leicht zugängliches günstiges Archiv benötigen, bieten sich hier Vorteile. Wichtig ist, dass sich IT-Entscheider bei der Planung einer Public-Cloud-Storage-Strategie über mögliche zusätzliche Kosten im Klaren sind und sicherstellen, dass Maßnahmen gegen potenzielle Sicherheitslücken ergriffen werden beziehungsweise kein Problem darstellen.

Eine reine Private-Cloud-Strategie eignet sich vor allem für stark regulierte Branchen, beispielsweise in bestimmten Bereichen der Finanzindustrie und des Gesundheitswesens oder für große Unternehmen, die fortschrittliche Rechenzentrumstechnologien benötigen. Für Unternehmen, die hohe Sicherheitsanforderungen haben und umfassende Kontrolle über ihre Daten fordern, ist eine Private Cloud empfehlenswert. Diese Systeme sind im Schnitt robuster, schneller und sicherer als ihre Public-Cloud-Pendants. Sie eignen sich grundsätzlich für Anwendungsfälle, bei denen die IT-Anforderungen bekannt und relativ konsistent sind.

Die Hybrid-Cloud wird gerne als eine Lösung dargestellt, die das Beste aus beiden Welten bietet – sie vereint Flexibilität der Public Cloud mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Private Cloud.

Sascha Uhl.
Sascha Uhl.
(Bild: Cloudian)

In einer Zeit, in der Flexibilität und Sicherheit zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl neuer Technologielösungen gehören, ist es also kein Wunder, dass die Hybrid-Cloud bereits jetzt die beliebteste Form des Cloud-Speichers ist. So gaben bei einer weltweiten Umfrage 42 Prozent der befragten Unternehmen an, Hybrid-Cloud-Konfigurationen einzusetzen, gefolgt von Public (18 Prozent) und Private Clouds (17 Prozent).

Über den Autor

Sascha Uhl ist Object Storage Technologist bei Cloudian.

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