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Bei Software-Defined Networking führen mehrere Wege zum Ziel OpenFlow, NVO (Network Virtualization Overlay) & Framework-API

| Autor / Redakteur: Alexander Thiele / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

SDN leitet sich aus der Grundannahme ab, dass sich heutige Netzwerke oft als zu komplex und inflexibel erweisen. Ziel von Software-Defined Networking ist es daher, den Konfigurationsaufwand innerhalb des Netzwerks zu reduzieren und wo immer möglich zu automatisieren. Bei der Umsetzung von Lösungen sind mehrere Ansätze möglich.

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Alexander Thiele ist Director Enterprise Solutions bei Dell Networking in Deutschland und empfiehlt allen IT-Verantwortlichen, sich möglichst bald mit SDN zu beschäftigen
Alexander Thiele ist Director Enterprise Solutions bei Dell Networking in Deutschland und empfiehlt allen IT-Verantwortlichen, sich möglichst bald mit SDN zu beschäftigen
(Bild: Dell)

Software-Defined Networking (SDN) ist die konsequente Fortführung der Virtualisierung von IT-Infrastrukturen, die bei Servern und Speichersystemen bereits weit fortgeschritten ist und heute zum Grundbestandteil vieler Rechenzentren gehört. Während bisherige Netzwerke vielfach als zu statisch gelten, soll SDN für mehr Flexibilität und Dynamik sorgen. Netzwerke sollen schneller reagieren und sich einfacher an die übrige IT-Systemlandschaft anpassen lassen.

SDN implementieren

Grundsätzlich betrachtet lassen sich drei Ansätze bei der Implementierung von SDN unterscheiden:

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Als erster Ansatz steht der OpenFlow-Standard bereit, wie ihn die Open Networking Foundation (ONF) seit 2010 entwickelt. OpenFlow bietet ein sicheres Kommunikationsprotokoll und ermöglicht den direkten Zugriff auf die Kontrollebene (Control Plane) eines Switches. Viele Hersteller von Switches, darunter auch Dell, unterstützen OpenFlow in ihrer Forwarding-Architektur. Einige entwickeln sogar eine zentrale Control-Plane-Software und führen damit das Switch-Management an einem Ort zusammen.

Der zweite Ansatz, der von Unternehmen wie Microsoft und VMware vorangetrieben wird, basiert auf einem HypervisorNetwork Virtualization Model und wird daher auch als Network Virtualization Overlay (NVO) bezeichnet. Ähnlich wie bei der Server-Virtualisierung kann die IT hier mit Hilfe virtueller Switches mehrere virtuelle Netzwerke innerhalb eines physischen Netzwerks betreiben. Für den Anwender verhalten sich virtuelle Netzwerke damit wie ein physisches Netzwerk.

Der dritte Ansatz besteht aus einem programmierbaren Framework, bei dem die einzelnen Switches ihre Control-Plane-Funktionen beibehalten. Diese sind über ein API zugänglich, wobei die Switches weiterhin auch über ihre lokalen Forwarding-Funktionen verfügen.

Alle drei Methoden sind valide SDN-Ansätze. Im Rahmen einer ganzheitlichen Sicht können Unternehmen einen kombinierten SDN-Ansatz verfolgen, der alle drei Methoden verbindet. Ähnlich wie andere Netzwerktransformationen, wird auch die Migration zu SDN schrittweise erfolgen, und vorhandene Lösungen werden nicht über Nacht verschwinden. Die Interoperabilität wird so zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. Daher unterstützt Dell diesen kombinierten Ansatz.

SDN ist Teil eines großen Ganzen

SDN ist nicht die alleinige Lösung, mit der sich die aktuellen Herausforderungen in einer IT-Systemlandschaft lösen lassen, sondern vielmehr ein zentrales Puzzleteil, mit dem ein durchgängiges Software-Defined Datacenter entsteht, das Server, Storagesysteme und Netzwerke umfasst. Die höhere Performance, eine einfachere Verwaltung und niedrigere Kosten, die sich als die wichtigsten Vorteile einer Software-Defined Infrastructure erweisen, sprechen dafür, dass Unternehmen einen flexiblen und offenen Ansatz bei der SDN-Migration verfolgen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Auswahl des geeigneten Lösungsansatzes ist dessen Zukunftsfähigkeit. Unternehmen sollten sich daher bereits heute mit den Vorteilen von SDN befassen und mit der Technologie vertraut machen. Dabei kommt es nicht darauf an, die Control Plane mit der besten technischen Performance einzusetzen, sondern darauf, auf ein möglichst effizientes Workload-Management zu setzen, bei dem ermittelt wird, welche Applikationen in welchen Umgebungen am besten laufen. Ziel einer schrittweisen Einführung von SDN ist es, dass Potenzial eines Rechenzentrums besser ausnutzen. Bei Investitionen in neues Netzwerkequipment muss daher unbedingt darauf geachtet werden, dass dieses SDN-fähig ist, um langfristig Investitionssicherheit zu gewährleisten und teure Upgrades zu vermeiden.

Über den Autor

Alexander Thiele ist Director Enterprise Solutions bei Dell Networking in Deutschland.

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