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IT-Betrieb in hybriden Umgebungen Ohne Cloud-Monitoring tappen IT-Teams im Dunkeln

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Multi-Cloud-Setups, kurzlebige Container, verstreute Legacy-Systeme: Wer moderne IT-Landschaften betreibt, verliert ohne belastbares Monitoring schnell den Überblick. Jörg Hollerith, Produktmanager bei Paessler, skizziert, welche Bausteine ein Cloud-Monitoring heute abdecken sollte und wo native Anbieter-Werkzeuge an ihre Grenzen kommen.

Jörg Hollerith sieht zentrale Monitoring-Ansätze in verteilten IT-Umgebungen zunehmend an ihre Grenzen stoßen.(Bild:  Paessler)
Jörg Hollerith sieht zentrale Monitoring-Ansätze in verteilten IT-Umgebungen zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
(Bild: Paessler)

Wer Workloads parallel über AWS, Azure oder Google Cloud steuert, kennt das mulmige Gefühl: Man verantwortet eine Infrastruktur, deren aktueller Zustand einem im Detail entgleitet. Für viele IT-Administratoren ist das längst Alltag. Die Zeiten, in denen sämtliche Systeme im eigenen Rechenzentrum liefen und sich jeder Prozess nachvollziehen ließ, sind vorbei. Stattdessen starten virtuelle Maschinen automatisiert, Serverless-Funktionen laufen unbemerkt im Hintergrund, und daneben halten sich hartnäckig Legacy-Systeme, die einfach nicht aussterben wollen. Administratoren sollen dennoch dafür sorgen, dass alle Anwendungen zuverlässig verfügbar sind. Genau an dieser Stelle wird Cloud-Monitoring zum unverzichtbaren Werkzeug, denn ohne einen soliden Blick auf die eigene Cloud-Umgebung fehlt IT-Teams jede Orientierung.

Jeder Anbieter tickt anders

Jede Cloud-Plattform bringt ihre eigenen Eigenheiten mit: AWS hat seine Besonderheiten, Azure gelingt es nicht selten, selbst simple Dinge kompliziert zu gestalten, und sobald Hybrid-Cloud-Umgebungen ins Spiel kommen, wird es endgültig unübersichtlich. Das grundlegende Problem: mangelnde Transparenz. In der Cloud-Umgebung entstehen blinde Flecken, die klassische Monitoring-Tools nicht erfassen.

Ressourcen tauchen auf und verschwinden von selbst. Kubernetes-Container werden gestartet und wieder beendet, Serverless-Funktionen sind nach Millisekunden schon wieder Geschichte. Wenn in einer solchen Umgebung Probleme auftreten oder ein System komplett ausfällt, wird die Ursachenanalyse ohne passendes Monitoring zur Zerreißprobe. Ein Monitoring in Echtzeit schafft hier die nötige Sicht auf das gesamte System und erlaubt es, Störungen zu identifizieren, bevor sie zu Einschränkungen oder Ausfällen eskalieren. Die Performance der Cloud steht und fällt mit dieser Transparenz.

Die vier Ebenen eines belastbaren Cloud-Monitorings

Zentrale Bausteine eines Cloud-Monitorings sind unter anderem folgende Bereiche:

Infrastruktur-Monitoring

  • Zustand virtueller Maschinen (CPU, Arbeitsspeicher etc.)
  • Netzwerkleistung und Bandbreitenauslastung
  • Load Balancer – erfolgt die Lastverteilung tatsächlich wie vorgesehen?
  • Ressourcenauslastung, da Cloud-Kosten oft schneller steigen als erwartet
  • Skalierbarkeits-Metriken – wie reagieren Systeme auf Lastspitzen?

Application Performance Monitoring (APM)

  • Antwortzeiten aus Endnutzersicht
  • API-Performance, gerade in Microservice-Architekturen
  • Fehlerraten, bevor sie geschäftskritisch werden
  • Latenzen, die das Nutzererlebnis beeinträchtigen
  • Verhalten der Anwendungen unter realer Last

Sicherheitsrelevantes Infrastruktur-Monitoring

  • Unbekannte Schwachstellen
  • Auffällige Login-Versuche und verdächtige Aktivitäten
  • Compliance-Anforderungen etwa nach DSGVO oder HIPAA
  • Konfigurationsänderungen, aus denen Sicherheitslücken entstehen können

Kostenoptimierung

  • Wohin das Cloud-Budget tatsächlich fließt (häufig in vergessene, ungenutzte VMs)
  • Kostenvergleich zwischen verschiedenen Cloud-Services
  • Ressourcen, die bezahlt, aber nicht genutzt werden

Entscheidend ist, dass diese vier Bereiche als Ganzes betrachtet werden und nicht isoliert nebeneinander stehen. Ein Sicherheitsvorfall wirkt sich auf die Performance aus, eine ineffiziente Ressourcennutzung belastet das Budget. Die passenden Kennzahlen über die gesamte Cloud-Umgebung hinweg im Blick zu behalten, ist damit wesentlich.

Native Tools stoßen bei Multi-Cloud an Grenzen

In Umgebungen mit nur einem Cloud-Anbieter leisten dessen native Monitoring-Werkzeuge gute Dienste – auch künftig. In der Praxis sieht das Bild allerdings meist anders aus: Viele Unternehmen betreiben Multi-Cloud-Landschaften, weil verschiedene Teams unterschiedliche Anbieter bevorzugt haben, Risiken bewusst gestreut werden sollen oder Migrationsprojekte länger dauern als eingeplant. Der Betrieb ausschließlich mit nativen Werkzeugen wird dann aufwendig und fehleranfällig: Mehrere Dashboards wollen gepflegt, verschiedene Oberflächen bedient und Daten manuell zusammengeführt werden. Zudem greifen native Cloud-Tools nicht auf lokale Infrastrukturen zu – und die meisten Unternehmen betreiben zumindest einen Teil ihrer Systeme nach wie vor On-Premises.

Eine zentrale, herstellerübergreifende Monitoring-Lösung ist deshalb auch dort im Vorteil, wo mehrere Cloud-Anbieter im Spiel sind. Werkzeuge wie Paessler PRTG überwachen AWS, Azure, Google Cloud und lokale Systeme über eine einzige Oberfläche, ohne dass IT-Teams zwischen mehreren Dashboards springen oder Daten von Hand konsolidieren müssen. Nach der einmaligen Einrichtung werden Metriken über APIs automatisch aus CloudWatch, Azure Monitor und weiteren Quellen zusammengezogen.

Fünf Empfehlungen für effektives Cloud-Monitoring

  • 1. Observability statt reine Metrik-Sammlung: Wirksames Cloud-Monitoring sollte den gesamten Nutzerpfad abdecken – vom Browser über Anwendungen und APIs bis in die Infrastruktur. Werden Daten aus verschiedenen Cloud-Diensten verknüpft und Abhängigkeiten mit überwacht, lassen sich Ursachen deutlich schneller lokalisieren. Ein End-to-End-Ansatz liefert die nötige Sicht auf das gesamte Setup.
  • 2. Alarme mit Bedacht konfigurieren: Zu viele Benachrichtigungen führen dazu, dass irgendwann alle ignoriert werden. Alarme sollten sich deshalb auf Ereignisse konzentrieren, bei denen wirklich gehandelt werden muss. Ergänzend helfen individuelle Dashboards und aussagekräftige Visualisierungen dabei, Trends früh zu erkennen und unterschiedliche Rollen passgenau zu versorgen.
  • 3. Automatisierung konsequent nutzen: Konfigurierbare Schwellenwerte und Trendanalysen legen ungewöhnliche Muster früh offen und erleichtern die Kapazitätsplanung. Automatisierte Reaktions- und Behebungsprozesse verkürzen Ausfallzeiten und entlasten IT-Teams zusätzlich.
  • 4. Monitoring passgenau zuschneiden: Jede Cloud-Umgebung bringt eigene Anforderungen mit. DevOps-Teams müssen vor allem Deployments und Infrastrukturänderungen im Blick behalten, während bei SaaS-Anwendungen Verfügbarkeit und Nutzererlebnis im Zentrum stehen. Ein Monitoring sollte deshalb konsequent auf die eingesetzten Technologien und das Geschäftsmodell abgestimmt werden.
  • 5. Ursachenanalyse optimieren: Kommt es zur Störung, entscheidet die Geschwindigkeit der Ursachenanalyse. Eine strukturierte Log-Erfassung und die Verknüpfung von Logs, Traces und Performance-Daten helfen dabei, Fehlerquellen zügig zu identifizieren und auf Änderungen oder Deployments zurückzuführen. Ziel ist nicht, alles zu monitoren, sondern die wirklich relevanten Daten zu erheben.

Fazit: Monitoring als Daueraufgabe

Cloud-Monitoring ist kein Projekt, das einmal aufgesetzt und danach abgehakt werden kann. Die Infrastruktur verändert sich fortlaufend, Cloud-Anbieter bringen neue Dienste an den Start, und Anwendungen werden komplexer. Deshalb kommt es darauf an, dauerhaft Transparenz über die kritische Infrastruktur zu schaffen und Anwendungen wie Dienste zu überwachen, damit Probleme sichtbar werden, bevor Nutzer sie melden. Ein effizientes, ganzheitliches Cloud-Monitoring bildet die Grundlage für einen zuverlässigen Betrieb der Cloud-Infrastruktur.

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