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Das Wichtigste beim vSphere-Versionswechsel Migration vorhandener vSphere-Umgebungen auf v6.7

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Mit „vSphere 6.7“ und dem dazu gehörigen „vCenter 6.7“ hat VMware eine neue Version seiner Virtualisierungssoftware vorgestellt. Was bei der Aktualisierung von Vorgängerversionen auf die Version 6.7 zu beachtenist, zeigt dieser Beitrag.

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Wie gelangen VMware-Administratoren am besten zur vSphere-Version 6.7? Thomas Joos hat das Wichtigste zusammengestellt.
Wie gelangen VMware-Administratoren am besten zur vSphere-Version 6.7? Thomas Joos hat das Wichtigste zusammengestellt.
(Bild: gemeinfrei - geralt /Pixabay / CC0 )

Bestehende Umgebungen mit Vorgängerversionen von vSphere mit „ESXi“ und vCenter lassen sich zur aktuellen Version direkt aktualisieren. Der Vorteil dabei besteht darin, dass sich neue Funktionen in vSphere 6.7 schnell und relativ unkompliziert in bestehenden Umgebungen nutzen lassen, ohne komplexe Installationsverfahren durchführen zu müssen.

VMware empfiehlt vor der Aktualisierung zu vSphere 6.7 die Lektüre des Beitrags „Important information before upgrading to vSphere 6.7 (53704)“. Mit dem Beitrag lässt sich die Aktualisierung zu vSphere 6.7 am besten planen.

Mit vSphere 6.7 und vCenter 6.7 stellt VMware auch wieder eine kostenlose Version des Virtualisierungs-Hosts ESXi zur Verfügung. vSphere Hypervisor lässt sich auch in der neuen Version 6.7 kostenlos nutzen. Auch hier gibt es wieder einen HTML5-Client, mit dem sich die kostenlose Version im Webbrowser verwalten lässt. Die kostenlose Version unterstützt, wie die kommerzielle vSphere-Variante, 16 Terabyte Arbeitsspeicher.

Voraussetzungen für die Aktualisierung

Um zu vSphere 6.7 zu aktualisieren, muss zunächst dafür gesorgt werden, dass die vorhandene Umgebung stabil funktioniert und auf dem neusten Patch-Stand ist. Eine direkte Aktualisierung zu vSphere 6.7 ist ab vSphere 6.0 möglich. Die Vorgängerversion vSphere 5.5 kann nicht direkt zu vSphere 6.7 aktualisiert werden. Hier können Unternehmen aber zuerst auf vSphere 6.5 aktualisieren, und dann von dort auf 6.7 wechseln.

Generell lassen sich ab vSphere 6.0 alle Versionen von vSphere direkt zu vSphere 6.7 aktualisieren, also auch die Versionen 6.0 U1, U2 und U3. Umgebungen mit vSphere 6.5 und 6.5 U1 lassen sich ebenfalls direkt zu vSphere 6.7 aktualisieren.

Die Reihenfolge der Aktualisierung

Um vorhandene Umgebungen zu vSphere 6.7 zu aktualisieren, gilt es eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten, damit einzelne Produkte und Funktionen keine Probleme mit der Zusammenarbeit von neuen Versionen verursachen. Abhängig davon welche VMware-Produkte in der vSphere-Umgebung zum Einsatz kommen, empfiehlt VMware die folgende Reihenfolge zur Aktualisierung:

1. vRealize Automation (vRA)
2. vRealize Orchestrator (vRB)
3. vRealize Business for Cloud (vRBC)
4. vRealize Operations (vROps)
5. vRealize Operations Manager End-Point Operations Agent
6. vRealize Log Insight (vRLI)
7. vRealize Log Insight Agent
8. VMware vSphere Storage APIs – Data Protection (vADP)-based Backup Solution
9. NSX for vSphere (NSX-v)
10. Platform Services Controller External (PSC)
11. vCenter Server
12. vSphere Update Manager (VUM)
13. vSphere Replication (VR)
14. Site Recovery Manager (SRM)
15. ESXi
16. vSAN
17. Virtual Hardware
18. VMware Tools

Ausführliche Informationen dazu zeigt VMware im Artikel „Update sequence for vSphere 6.7 and its compatible VMware products (53710)“

Kompatible Einstellungen beachten – TLS und VMFS6

Bei der Installation oder Aktualisierung zu vSphere 6.7 wird TLS 1.2 automatisch aktiviert. Die älteren TLS-Versionen 1.0 und 1.1 sind nicht aktiv. Werden diese im Unternehmen benötigt, müssen diese erst manuell aktiviert werden. In vSphere 6.5 und 6.7 lassen sich Datenträger, die VMFS5 nutzen nicht direkt zu VMFS6 aktualisieren.

Auch bei der Hardware gilt es einiges zu beachten. vSphere 6.7 ist die letzte Version, die Server mit „Intel Xeon E3-1200“ (SNB-DT)- und „Intel Xeon E7“-Prozessoren in den Ausführungen 2800/4800/8800 (WSM-EX) unterstützt. Werden Server mit diesen CPUs eingesetzt und die Server zu vSphere 6.7 aktualisiert, können diese Server nicht mehr zur Nachfolgeversion von vSphere 6.7 aktualisieren.

ESXi 6.7 aus vSphere 6.7 unterstützt die Hardwareversionen ab Version 4, die auf Basis von mindestens ESXi 3.x erstellt wurden. Ältere Versionen wie Hardwareversion 3 können nicht mit vSphere 6.7 genutzt werden. Es ist daher sinnvoll vor der Aktualisierung zu vSphere 6.7 die Hardwareversionen der VMs möglichst auf den aktuellen Stand zu bringen.

vCenter in vSphere 6.7-Umgebungen

Spätestens seit vSphere 6.7 ist die „vCenter Server Appliance“ (VCSA) die standardmäßige Verwaltungslösung. vCenter Server für Windows wird als Standard-Verwaltungslösung abgelöst und steht mit vSphere 6.7 als letzte neue Version zur Verfügung. Der Nachfolger von vSphere 6.7 wird keine neue Version von vCenter Server für Windows mehr erhalten. Es lohnt sich also für Unternehmen zur VCSA zu wechseln.

Bei der Aktualisierung zu vSphere 6.7 muss auch darauf geachtet werden, dass die Host-Profile aktuell gehalten werden. Die neue Version vSphere 6.7 unterstützt nur Host-Profile ab Version 6.0. Wird „vCenter High Availability“ im Netzwerk eingesetzt, müssen Admins die Hochverfügbarkeits-Konfiguration in vSphere 6.5 auflösen, zu vSphere 6.7 aktualisieren und danach die Hochverfügbarkeit wieder einrichten.

Um die vCenter Server Appliance zur neuen Version zu aktualisieren, wird die ISO-Datei der vCenter Server Appliance 6.7 benötigt. In der Verwaltungsoberfläche der Appliance, die über „https://<Name der Appliance>:5480“ erreicht wird, kann über den Menüpunkt „Update“ und der Auswahl von „Nach Updates suchen“ die vorhandene Version aktualisiert werden – aber nicht zur Version vSphere 6.7. Um die Appliance zu aktualisieren, wird am besten der Installations-Assistent der Appliance auf Rechnern mit Windows, MacOS X und Linux gestartet.

Aktualisierung zu vSphere 6.7 mit dem Update Manager

Der einfachste Weg zur Aktualisierung auf vSphere 6.7 führt über den Update Manager. Der Update Manager kann seit der vCenter Server Appliance 6.5 auch mit dem HTML5-Client verwaltet werden. Das heißt: Wenn Unternehmen auf vSphere 6.5 setzen, kann die Aktualisierung zu vSphere 6.7 über den Update-Manager mit dem HTML5-Client durchgeführt werden. Im ersten Schritt bei der Aktualisierung zu vSphere 6.7 sollte also die vCenter Server Appliance zur Version 6.7 aktualisiert werden.

Einstieg in die Aktualisierung der "vCenter Server Appliance" zur Version 6.7.
Einstieg in die Aktualisierung der "vCenter Server Appliance" zur Version 6.7.
(Bild: Thomas Joos/VMware )

Sobald die vCenter Server Appliance auf Version 6.7 aktualisiert ist, besteht der nächste Schritt darin, in den neuen Update-Manager das ESXi-Image der Version 6.7 zu importieren. Der Vorgang dazu entspricht dem Import von anderen Versionen. Danach wird eine neue Upgrade-Baseline erstellt. In dieser Baseline wird das importierte ESXi-Image genutzt.

Sobald die Baseline erstellt ist, kann diese an die ESXi-Hosts angehängt werden, die zu vSphere 6.7 aktualisiert werden sollen. Wird die Aktualisierung gestartet, kann sich die vSphere-Umgebung selbst zur neuen Version aktualisieren.

Die Aktualisierung zur Version 6.7 kann auch mit der ESXICLI über Putty erfolgen.
Die Aktualisierung zur Version 6.7 kann auch mit der ESXICLI über Putty erfolgen.
(Bild: Thomas Joos/ VMware )

Aktualisierung zu ESXi 6.7 mit ESXCLI

Neben dem Update-Manager kann die Aktualisierung zur Version 6.7 auch über die ESXCLI erfolgen. Dazu muss eine Verbindung zum Hypervisor mit SSH durchgeführt werden, zum Beispiel mit dem SSH-Client Putty.

Um einen Testlauf zu starten, kann sich der Client direkt mit dem Internet verbinden und die Aktualisierung testen. Ein passender Befehl dazu ist zum Beispiel:

esxcli software profile update -d https://hostupdate.vmware.com/software/VUM/PRODUCTION/main/vmw-depot-index.xml -p ESXi-6.7.0-8169922-standard --dry-run

Die eigentliche Aktualisierung wird anschließend mit dem folgenden Befehl gestartet:

esxcli software profile update -d https://hostupdate.vmware.com/software/VUM/PRODUCTION/main/vmw-depot-index.xml -p ESXi-6.7.0-8169922-standard

Danach kann der Host in der ESXCLI mit „reboot“ neu gestartet werden. Danach ist die Version 6.7 aktualisiert.

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 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist