Buglas-Infothek zum Thema IPTV

IPTV – zentrales Thema für Glasfaser-Carrier

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Bei der „Infothek“ handelt es sich um eine Reihe von Informationsveranstaltungen für Mitgliedsunternehmen des Buglas.
Bei der „Infothek“ handelt es sich um eine Reihe von Informationsveranstaltungen für Mitgliedsunternehmen des Buglas. (Bild: Buglas)

Die Buglas-Infothek am 4. Dezember 2014 in Niederkassel-Uckendorf widmete sich rechtlichen und technischen Fragestellungen rund um IPTV sowie möglichen Geschäftsmodellen und Marktpotenzialen. Die Unternehmen M7 und Zattoo stellten marktreife White-Label-Lösungen für Stadtwerke und City-Carrier vor.

Im großen Vortragssaal im Hotel Clostermans Hof informierten sich rund 150 Teilnehmer darüber, welche Relevanz das Thema IPTV derzeit für Stadtwerke und City-Carrier hat. Gernot Jaeger, Head of Business Development/B2B TV Solutions bei der Zattoo AG, wies darauf hin, dass heute jeder Carrier neben breitbandigem Internet und Telefonie auch ein hochwertiges TV-Produkt anbieten müsse. Zukunftsfähige Fernsehprodukte müssten in der Lage sein, „any content anytime and anywhere“ bereitzustellen. Hierzu brächten insbesondere Stadtwerke und City-Carrier mit ihren hochleistungsfähigen Glasfasernetzen und ihren guten Kundenbeziehungen vor Ort beste Voraussetzungen mit. Die Produkte der OTT-TV/IPTV-Plattform von Zattoo könnten dabei als komplette IPTV/Multiscreen-IPTV-Lösung oder ergänzend als Second-Screen-TV eingesetzt werden. Beim Einstieg in das Thema IPTV seien die aktuellen Trends „TV goes Multiscreen“, „TV goes mobile“ und „TV goes non-live“ zu beachten. Dann könnten, so Jaeger abschließend, IPTV-Angebote den Average Revenue per User (ARPU) treiben, die Kundenbindung erhöhen, Upselling ermöglichen und das Neukundengeschäft stärken.

Die Basis für die Wiedergabe linearer und zeitversetzter Inhalte sei mit dem Verkauf von fast 50 Mio. internetfähigen mobilen und fixen Endgeräten allein in diesem Jahr längst gelegt, erläuterte Jürgen Magull, Director Sales & Distribution bei M7 Deutschland. Als passende Antwort stellte er die schlüsselfertige TV- und Multiscreen-Plattform meinFernsehen vor. Diese gebe mit linearem HDTV, zeitversetztem Fernsehen bis hin zu Video-on-Demand und Multiscreen in einer einzigen Anwendung, die Antwort auf alle wichtigen Nutzungstrends. Das White-Label-Produkt biete bis zu 150 TV-Programme – davon ein Drittel in HD-Qualität auf beliebigen Endgeräten vom TV bis zum Smartphone. Magull vertrat die Ansicht, dass gerade Stadtwerke und City-Carrier mit ihren hochleistungsfähigen Netzen nicht nur die Umsätze mit IPTV und Multiscreen-Diensten steigern könnten, sondern mit dieser Plattform zugleich auch eine Möglichkeit erhalten, rechtzeitig auf die Herausforderungen der potenziellen „virtuellen“ Überbauung ihrer Netze durch Unternehmen wie Apple, Google, Amazon und Co. ideal vorbereitet zu sein.

Im Anschluss gab Dr. Jens Schulze zur Wiesche von Juconomy Rechtsanwälte eine urheberrechtliche Einschätzung hinsichtlich IPTV-Angeboten ab. Die Verbreitung von Sendungen mittels IPTV sei ein urheberrechtlich relevanter Vorgang im Sinne der Kabelweitersendung. Damit sei eine privilegierte Rechtebeschaffung über die Verwertungsgesellschaften möglich. Schulze zur Wiesche regte an, über Einspeiseentgelte gegenüber den Sendern nachzudenken, schließlich handele es sich beim Transport von Funksendungen nicht nur um eine Kabelweitersendung, sondern auch um eine Telekommunikationsdienstleistung, die gegenüber den Sendern erbracht werde.

Matthias Hahn, Director Commercial Distribution bei Sky Deutschland, stellte die Over-the-top-Angebote des Unternehmens für Premium TV vor. Dazu zählen neben den exklusiven Übertragungsrechten für Live-Fußball und andere Sportarten auch Hollywood-Blockbuster und Serien. Sky sei über Satellit, Kabel, mobile Geräte und IPTV in fast allen Haushalten in Deutschland und Österreich empfangbar und bediene mittlerweile fast vier Mio. Kunden.

Zum Abschluss der Buglas-Infothek beleuchteten Thomas Aichberger und Dr. Claus Gruber von PwC Strategy& die strategischen Herausforderungen von Next Generation IPTV für Glasfaser-Carrier. Hierzu zählen nach ihren Worten die Differenzierung zwischen HD- und UHD-Angeboten ebenso wie die hohen Bitratenanforderungen, das Erfordernis spezieller Endgeräte und innovativer Bedienkonzepte sowie die Integration von IPTV in intelligente Home-Lösungen. Hinzu kämen personalisierte Empfehlungen via Social Media und eine verstärkte Interaktivität. Dabei sehen sie Glasfasernetzbetreiber angesichts der Leistungsfähigkeit ihrer Netze gut aufgestellt, zur Umsetzung von IPTV sollten aber aufgrund der Skalen Kooperationen eingegangen werden.

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