ADVA FSP 3000 TeraFlex bricht Rekorde

Höchste Wellenlängeneffizienz im terrestrischen WAN

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Mit dem FSP-3000-TeraFlex-Terminal von ADVA sei es gelungen, Daten in einem terrestrischen WAN mit bisher unerreichter Wellenlängeneffizienz zu übertragen.
Mit dem FSP-3000-TeraFlex-Terminal von ADVA sei es gelungen, Daten in einem terrestrischen WAN mit bisher unerreichter Wellenlängeneffizienz zu übertragen. (Bild: ADVA)

ADVA zufolge hat das FSP-3000-TeraFlex-Terminal des Unternehmens in einem kommerziellen, für den Betrieb mit 100 GBit/s ausgelegten terrestrischen WAN, 200 GBit/s pro Wellenlänge über 5.738 Kilometer mit 2,5 Bit/Symbol und 500 GBit/s über 1.016 Kilometer mit 5 Bit/Symbol erreicht.

Das FSP-3000-TeraFlex-Terminal von ADVA sei die erste kommerziell verfügbare Lösung, die derartige Ergebnisse erzielt habe. Ausschlaggebend sei die über Netzwerktelemetrie gesteuerte „Fractional-QAM“-Funktionalität des Terminals gewesen, mithilfe derer die Reichweite und Kapazität der Datenübertragung durch eine automatisierte Konfiguration von Modulationsformat und Baudrate maximiert werden konnten. Der im Verbund mit den ADVA-Partnern Poznan Supercomputing and Networking Center (PSNC), EENet von HITSA und Tele2 Estonia realisierte Pilotversuch habe auch gezeigt, wie ein disaggregierter Open-Line-System-Ansatz (OLS) die Flexibilität der Übertragungstechnik verbessern und das Potenzial der vorhandenen optischen Infrastruktur voll ausschöpfen könne.

„Unsere Terminal-Technologie setzt neue Maßstäbe bei der Datenübertragung in terrestrischen Weitverkehrsnetzen. Wie wir bereits in Feldversuchen in Metronetzen und bei der Rechenzentrumskopplung gezeigt haben, ist software-definierte Übertragung mit dem FSP-3000-TeraFlex-Terminal die ultimative Antwort auf explodierende Bandbreitenanforderungen“, so Jörg-Peter Elbers, SVP Advanced Technology bei ADVA. „Mit seiner programmierbaren Signalformung und den ultraflexiblen Modulationsmöglichkeiten balanciert unser einzigartiges Terminal die Parameter Distanz und Übertragungsrate so, dass das verfügbare Spektrum maximal genutzt und optimale Leistung bei jeder Reichweite erzielt wird. Das versetzt Telekommunikationsdienstleister in die Lage, die Bandbreite in ihren Netzen ohne kostspielige Upgrades massiv zu erhöhen. Die Vorführung zeigt auch, wie ein offener und kohärenter optischer Layer selbst bei Übertragungsstrecken, die sich über mehrere Länder erstrecken, mit schwierigsten Bedingungen zurechtkommt. Das FSP-3000-TeraFlex-Terminal vereint als Teil einer disaggregierten OLS-Lösung Agilität mit unerreichter Kosteneffizienz.“

Der Pilotversuch über den von Tele2 Estonia zwischen dem estnischen Tallinn und Frankfurt am Main betriebenen „Baltic Highway“ habe im Hinblick auf Bandbreite und Reichweite neue Maßstäbe in terrestrischen Weitverkehrsnetzen gesetzt. Rekordverdächtig seien auch die Übertragung von 300 GBit/s pro Wellenlänge über 3.751 Kilometer mit 3 Bit/Symbol und 400 GBit/s pro Wellenlänge über 1.792 Kilometer mit 4,5 Bit/Symbolmodulation gewesen. Die Machbarkeit von Datenübertragungen mit 800 GBit/s über 1.016 Kilometer in einem einzigen 125-GHz-Spektralabschnitt habe man ebenfalls demonstriert. Über die intelligente Netzwerktelemetrie könne das FSP-3000-TeraFlex-Terminal die Übertragungscharakteristik der optischen Kanäle abrufen und anschließend die bestmögliche Kapazität und spektrale Effizienz für jeden Lichtpfad ermitteln. Das sei besonders für Netzbetreiber von Vorteil, die ungenutztes Potenzial in ihrer bestehenden Infrastruktur ausschöpfen möchten, anstatt ihre gesamte Übertragungstechnik kostspielig nach- oder aufzurüsten.

„Zusätzliche Kapazität wird gerade in großen Weitverkehrsnetzen wie dem Baltic Highway besonders stark nachgefragt. Die gezeigte Lösung bietet neue Möglichkeiten, dieser enormen Nachfrage standzuhalten, indem sie deutlich höhere Übertragungsraten bei gleichzeitig bester spektraler Effizienz ermöglicht. Sie ebnet den Weg zur Bewältigung des gestiegenen Datenaufkommens sowie zu enormen Kosteneinsparungen und einem vereinfachten Betrieb“, so Ove Ant, Director of Carrier and Enterprise Sales, Tele2 Estonia. „Unter Verwendung unseres kohärenten offenen optischen Layers mit Flexgrid-ROADMs, der auch in die ADVA-FSP-3000-Technologie integriert ist, illustriert die Vorführung, wie man noch mehr Kapazität aus bestehenden Weitverkehrsnetzen herausholen und damit eine weitaus bessere Wertschöpfung erzielen kann. Mit dem ADVA-FSP-3000-TeraFlex-Terminal kann man die Rekonfiguration von Modulation und Baudrate für unterschiedliche Reichweiten und Spektraldienstparameter automatisieren. Diese Funktion ist für die Branche richtungsweisend.“

„Diese Vorführung ist von großer Bedeutung für das nationale Forschungsnetz (NREN). Sie demonstriert, wie der enorme Datenbedarf rechenintensiver Anwendungen und internationaler Site-to-Site-Konnektivität mit hochflexiblen Spektrumdiensten bewältigt werden kann“, erläutert Artur Binczewski, Director of Network Technology Division, PSNC. „Offenheit und automatische Modulationsanpassung spielen für die Zukunft von NRENs eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit ADVA, EEnet von HITSA und Tele2 zeigen wir, wie die Kapazität der bereitgestellten Infrastruktur massiv erhöht werden kann, damit Hochleistungsnetze wie unseres die Arbeit von Wissenschaftlern und Forschern mit immer noch bandbreitenintensiveren Anwendungen unterstützen können. Auf diese Weise werden wir auch in Zukunft den akademischen Diskurs vorantreiben, die Wirtschaft fördern und die Rolle Europas als weltweites Vorbild für Lehre und Forschung stärken.“

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