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FRITZ! Failsafe für unterbrechungsfreies Arbeiten Hochverfügbares Internet mit der Fritzbox

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Mit FRITZ!OS 8.20 erweitert AVM das Einsatzspektrum der Fritzbox um eine Funktion, die für kleine und mittlere Unternehmen, Filialbetriebe und professionelle Home-Office-Arbeitsplätze gleichermaßen entscheidend ist. FRITZ! Failsafe stellt sicher, dass der Internetzugang auch bei einem Ausfall der Hauptverbindung ohne Unterbrechung bestehen bleibt.

Mit FRITZ!OS 8.20 bringt AVM neue Funktionen, u.a. Fritz! Failsafe als Ausfallschutz für die Internetverbindung.(Bild:  AVM GmbH)
Mit FRITZ!OS 8.20 bringt AVM neue Funktionen, u.a. Fritz! Failsafe als Ausfallschutz für die Internetverbindung.
(Bild: AVM GmbH)

Die Umsetzung für die Hochverfügbarkeit ist in FRITZ!OS 8.20 ist flexibel angelegt, als Ersatzverbindung kann ein per USB angebundener Mobilfunkstick, ein Smartphone im USB-Tethering-Modus oder eine zweite Fritzbox mit LTE- oder 5G-Anbindung dienen. Besonders geeignet sind Modelle wie die FRITZ!Box 6860 5G oder 6850 LTE, die im Dauerbetrieb eine stabile Mobilfunkverbindung bereitstellen und per LAN oder WAN an die Hauptbox angebunden werden.

Voraussetzungen für den Einsatz

Die Basis für FRITZ! Failsafe bildet das Update auf FRITZ!OS 8.20. Dieses wird über „System – Update – Neues FRITZ!OS suchen“ oder die automatische Update-Funktion installiert. Nach Abschluss der Aktualisierung erscheint im Menü „Internet – Zugangsdaten“ die zusätzliche Registerkarte „Ausfallschutz“.

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Für die Nutzung mit einer zweiten Fritzbox oder einem anderen Router muss eine direkte LAN-Verbindung hergestellt werden. Die Verbindung darf nicht über einen Switch oder ein anderes Zwischengerät geführt werden. Wichtig ist zudem die Netzwerkkonfiguration. Die zweite Fritzbox darf nicht im gleichen Subnetz wie die Hauptbox arbeiten. Standardmäßig nutzt jede Fritzbox das Netz 192.168.178.x, weshalb für die Ausfallschutzbox eine alternative IP-Struktur eingerichtet werden muss, etwa 192.168.160.1 im Netz 192.168.160.x.

Im Fall eines Mobilfunksticks ist sicherzustellen, dass dieser eigenständig eine Verbindung ins Mobilfunknetz herstellen kann und die notwendigen Zugangsdaten wie PIN und APN korrekt konfiguriert sind. Bei Verwendung eines Smartphones im Tethering-Modus muss die Funktion aktiv sein, bevor es per USB mit der Fritzbox verbunden wird.

Aktivierung von FRITZ! Failsafe

Die Einrichtung erfolgt in der Registerkarte „Ausfallschutz“. Dort wird die Funktion über die Option „Ausfallschutz aktivieren“ eingeschaltet. Im Feld „Ausfallschutzgerät angeschlossen“ lässt sich die Anschlussart auswählen:

  • „USB“ für einen Mobilfunkstick oder ein Smartphone im USB-Tethering-Modus
  • „LAN1“, „LAN2“ oder „LAN3“ für eine Verbindung zu einer zweiten Fritzbox oder einem anderen Router

Der Port „LAN4“ ist nicht wählbar, da er für den kabelgebundenen Gastzugang reserviert bleibt. Anschließend folgt die Festlegung der Umschaltzeiten.

Konfiguration der Zeitlimits

Mit „Aktivieren der Ausfallschutzverbindung“ wird bestimmt, nach welcher Unterbrechungsdauer der Hauptverbindung auf die Ersatzverbindung gewechselt wird. Werkseitig beträgt dieser Wert drei Minuten, was in den meisten Umgebungen ein guter Kompromiss zwischen Reaktionsgeschwindigkeit und Vermeidung unnötiger Umschaltungen ist. In Szenarien mit geschäftskritischen Anwendungen wie Live-Streaming, Callcenter-Telefonie oder Produktionssteuerung ist „sofort“ sinnvoll, um Ausfallzeiten zu vermeiden.

Die Option „Zurück zur regulären Internetverbindung“ regelt den Wechsel zurück auf den Hauptanschluss. Hier empfiehlt sich ein längerer Zeitraum, häufig 15 oder 30 Minuten, um zu verhindern, dass bei einer instabilen Hauptverbindung wiederholt zwischen beiden Leitungen gewechselt wird. FritzOS bietet für beide Richtungen mehrere Zeitabstufungen, die sich an individuelle Anforderungen anpassen lassen.

Nutzung für Telefonie und Erreichbarkeit

FRITZ! Failsafe hält nicht nur den Internetzugang stabil, sondern kann auch die Telefonie sichern. Voraussetzung ist, dass der Anbieter die Rufnummernregistrierung über verschiedene Verbindungen unterstützt. Falls dies nicht möglich ist, können separate Rufnummern für Haupt- und Ersatzverbindung konfiguriert werden.

Für den Zugriff von außen, etwa bei VPN-Verbindungen, Portfreigaben oder MyFRITZ!, muss auf der Ausfallschutzbox unter „Internet – Freigaben – Gerät für Freigaben hinzufügen“ die Hauptbox als Ziel ausgewählt und „Selbstständige Portfreigaben für dieses Gerät erlauben“ aktiviert werden. Dadurch können Portfreigaben der Hauptbox an die Ausfallschutzbox delegiert werden.

Anforderungen an öffentliche IP-Adressen

Für den Fernzugriff über MyFRITZ! oder VPN ist eine öffentliche IP-Adresse auf der Ersatzverbindung notwendig. Viele Mobilfunktarife nutzen private IP-Bereiche, die keinen direkten Zugriff von außen erlauben. Einige Anbieter bieten gegen Aufpreis Tarife mit öffentlicher IPv4-Adresse an. IPv6 wird für die Ausfallschutzverbindung derzeit nicht vollständig unterstützt, ist aber laut AVM für kommende Versionen vorgesehen.

Vorteile im professionellen Einsatz

In kleinen Büros und Filialen gewährleistet FRITZ! Failsafe den unterbrechungsfreien Betrieb von Kassensystemen, Zahlungsterminals und Cloud-Diensten. Home-Office-Arbeitsplätze profitieren von stabilen Videokonferenzen und Remote-Desktop-Verbindungen. In der Industrieumgebung können Produktionsanlagen, die auf Echtzeitdaten angewiesen sind, auch bei einem Ausfall der Hauptleitung weiterarbeiten.

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Zusammenspiel mit anderen FRITZ!OS-8.20-Funktionen

Der optimierte Online-Monitor erfasst und zeigt auch während einer Ersatzverbindung die Netzwerkauslastung an, inklusive der Geräte mit dem höchsten Datenverbrauch in den vergangenen 14 Tagen. Das Mesh-WLAN arbeitet ohne Unterbrechung weiter, sodass Repeater und Powerline-Adapter nahtlos angebunden bleiben. MyFRITZ!-Dienste, FRITZ!NAS und Smart-Home-Funktionen wie Schaltpläne oder Energieverbrauchsmessungen setzen den Betrieb ohne manuelles Eingreifen fort.

FRITZ!OS 8.20 bietet damit nicht nur den direkten Schutz vor Internetausfällen, sondern stabilisiert indirekt auch alle anderen Netzwerk- und Smart-Home-Funktionen. Für Geschäftsumgebungen und professionelle Anwender entsteht so eine durchgängige Infrastruktur, die flexibel auf Netzstörungen reagieren kann und gleichzeitig alle Komfort- und Analysefunktionen der Fritzbox beibehält.

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