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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 48

Grundüberlegungen zu Metro- und Regionalnetzen (MAN)

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Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Konzepte

Diese beiden Konzepte liegen, wie man leicht sieht, weit auseinander. Die Verwendung optischer Übertragungstechnik schafft jedoch in Übereinklang mit der internationalen Standardisierung und den Bemühungen verschiedener Hersteller auch große Gemeinsamkeiten.

Die Ausdehnung des ursprünglichen LAN-Standards Ethernet auf eine erheblich höhere Datenrate und eine wesentlich größere Reichweite zusammen mit einer möglichen Differenzierung der Bandbreite durch die IEEE 802 und IETF-Standards sowie die Anwendung von Ethernet auf der First Mile schlagen vor allem dann Brücken zwischen den Konzepten, wenn man sich ohnehin auf die Verwendung des Standardprotokolls IP einigt.

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Dadurch entsteht auch die Möglichkeit des Aufbaus einer neuen, faszinierenden Struktur: des Metropolitan Area Netzes MAN, manchmal auch als Regionlanetz bezeichnet. Die Idee ist schon älter, bislang mangelte es aber an Möglichkeiten für eine wirklich wirtschaftliche Nutzung.

Ein MAN ist technisch schlicht und ergreifend ein großes LAN, welches sich über einen überschaubaren Bereich erstreckt, z.B. eine Fläche mit dem Radius 100 km. Die Vorgabe des Standards für 10 Gigabit Ethernet erlaubt eine Distanz von 40 km auf Singlemodefasern ohne Zwischenverstärker. Das ist auch für MAN-Aspekte völlig ausreichend. Wie man die LAN-Transportkapazität anreichert und was man damit macht, hängt von dem Geschäftsmodell ab, welches man sich vorstellt.

Im einfachsten Fall gehört auch das MAN seinem Benutzer. Das wären z.B. die Stadtwerke, die bereits so viele Glasfaserleitungen besitzen, dass sie eine vollständige Netzstruktur aufbauen können und die dann das MAN einfach zur Kopplung ihrer bestehenden LANs benutzen. Das MAN ist dann nichts weiter als ein Backbone und kann mit den LANs mitbetrieben werden. Diese Form des MANs ist die sicherlich einfachste und führt auch zu den preiswertesten Komponenten, man benötigt nämlich nur reine LAN-Switches, die man mit entsprechenden Schnittstellenkarten für die Fernübertragung ausstattet.

Ähnlich einfach liegt die Sache, wenn der Benutzer zwar eine Reihe von Glasfasern hat, andere aber anmieten muss. Wobei sich grundsätzlich die Alternativen Mieten einer Faser, Mieten eines virtuellen Kanals oder Mieten einer Wellenlänge anbieten. Um es einfach zu sagen: welche Möglichkeit verwendet wird, hängt von der Dummheit des Vermieters ab: in einer Zeit des Wellenlängenmultiplexes vermietet man besser keine Fasern exklusiv. Auch hier ist der Betrieb des Netzes vergleichbar einem einfachen LAN-Backbone, wobei lediglich einige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen außerhalb des Handlungsbereiches des Besitzers liegen.

Viele Unternehmen bauen z.Zt. Regionalnetze oder MANs nach diesen Gesichtspunkten auf. Die Leistung von 10 Gigabit/s. ist normalerweise in diesen Fällen hinreichend.

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