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E-Sports-Athleten toben mit Höchstgeschwindigkeit durch virtuelle Unendlichkeit

Gigabits schießen durch das ProCurve-Netz der World Cyber Games

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Virtuelle Welten, echter Kampfgeist

Im Publikum der WCG-Eröffnungsfeier: Christopher Ruybal, Americas Solution Architekt von HP ProCurve. „Gute Show soweit“, sagt er. (Archiv: Vogel Business Media)

Das Publikum, das hauptsächlich aus E-Sports-Athleten besteht, ist überwiegend männlich, asiatischer Abstammung und scheint gerade der Pubertät entwachsen. Zudem sehen viele weder besonders sportlich aus, noch interessiert drein. Daran ändern auch die Worte von Geesung Choi, Chef des Hauptsponsors Samsung nichts, zumal das einzig Interessante die weltweiten Umsatzzahlen für den Video- beziehungsweise Computerspiele-Markt ist: Alleine mit Konsolenspielen wurde in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein weltweiter Umsatz von 35 Milliarden Dollar eingespielt.

Die WCG versteht sich als die E-Sports-Olympiade. Die Disziplinen sind durchweg Videospiele: virtuelle Autorennen, virtuelle Auftritte als Rockstar, Stragegiespiele wie Warcraft und Nahkampf in virtuellen Räumen wie bei Counterstrike. „Die Wettkämpfe spielen zwar in virtuellen Welten“, sagt HP ProCurve-Netzwerkaktivist Ruybal in einem ruhigeren Moment, „doch der Siegeswillen ist ganz real. Ich habe gelernt, diesen Ehrgeiz zu respektieren.

Christopher Ruybal, Americas Solution Architect bei HP ProCurve erläutert die netzwerk-Schemata für die World Cyber Games 2008 in Köln. (Archiv: Vogel Business Media)

Dann erzählt Ruybal jedoch mit einem zwinkernden Auge, wie während einem der vergangen Ausscheidungswettkämpfen der Strom bei den Counterstrikern ausfiel und jeder behauptete, im Cyberspace vorne gelegen zu haben und nun benachteilgt zu sein, um schließlich mit realen Fäusten aufeinander einzuschlagen.

Big Business

Blick in die Starcraft-Areana. Die Switches stehen direkt neben den Rechnern (Archiv: Vogel Business Media)

Die Ausscheidungen werden von den Piloten virtueller Rennboliden und aufgemotzer Straßenkreuzer sowie den Kämpfern in virtuellen Welten demnach als echte Konkurrenzkämpfe ausgetragen. Die in Köln angetretenen 800 E-Sportler, stechen bereits aus einer Masse von 1,5 Millionen Internet-Spielern heraus, die alle ursprünglich gegeneinander angetreten waren.

Zudem sind viele der Anwesenden von der Multimilliarden-Spiele-Industrie als Profi-E-Sportler verpflichtet, haben einen eigenen Coach, eigene Medienberater und Fan-Clubs, gehen wie das deutsche Team heuer erstmalig, in Trainingslager. Die Kombination aus persönlichem Ehrgeiz und Big Business erklärt wohl auch die Angleichung der WCG an die Olympischen Spiele. Die Gamer dürfen stolz sein, auch wenn sie massenhaft Tote hinterlassen und Autos schrotten.

Da wird zur Neunten von Beethoven die Europäische Flagge gehisst und zur deutschen Nationalhymne die Schwarz-Rot-Goldene. Das Pathos kommt gut an, auch wenn die E-Sportler auf ihren Stühlen hocken bleiben.

Als dann auf der Riesenleinwand eine für dieses Jahr kreierte pixelige WCG-Flamme um einen virtuellen Globus kreist, lassen sich die Jugendlichen tatsächlich zu ein paar Klatchern hinreißen. Opernsänger Konstantin Rippel-Kodyliansky schmetterte „Beyond the Game“, den WCG-Song. Der Fairness-Eid auf die WCG-Fahne, der ebenfalls einen Olympischen Geist heraufbeschwören soll, hinterlässt eher Rätselraten auf den Gesichtern.

So setzt auch, mit den historischen Worten, „Ich erkläre die Spiele hiermit für eröffnet“ die ebenfalls der olympischen Zeremonie entlehnt sind, kein Jubel ein. Sprechen darf sie der Oberbürgermeisters der Stadt Köln, Fritz Schramma, den hier kaum jemand kennt und dessen einziges Interesse an den Spielen zu sein scheint, die WCG-Sponsoren zu überreden, die „Games Convention“ von Leipzig nach Köln zu verlegen.

weiter mit: Die Anforderungen an das WCG-LAN

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