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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 36 Frame Relay und Cell Relay – Konzepte für das Fast Packet Switching im WAN

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die CCITT-Empfehlung X.25 hat die Basis für die universelle Nutzung von WANs geschaffen. Allerdings waren die mit ihr verbundenen Datenraten wie z.B. 64 kBit/s. schnell zu langsam. Also hat man die Sache weiterentwickelt und kam so zu den Konzepten für das sog. Fast Packet Switching: Frame Relay und Cell Relay.

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Mit Fast Packet Switching werden WAN-Verbindungen erstmals performant.
Mit Fast Packet Switching werden WAN-Verbindungen erstmals performant.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die schnelle Paketvermittlung Fast Packet Switching (FPS) ist ein grundlegendes Verfahrensprinzip für die Hochgeschwindigkeits- und Hochleistungskommunikation. Der hauptsächliche architektonische Unterschied zwischen traditionellen paketvermittelnden Datennetzen und FPS-Netzen liegt in der Tiefe der Implementierung einer virtuellen Verbindung im Hinblick auf das OSI-Modell.

Im traditionellen Netz muss eine virtuelle Verbindung nicht nur in den Endsystemen, sondern auch in allen dazwischen liegenden Systemen bis zur Schicht 3 (Network Layer) hochgezogen werden, die jedes Mal ein neues Teilstück des zwischen Quelle und Ziel zurückzulegenden Weges berechnet. Dies ist umständlich und entspricht dem Entwicklungsstand der frühen sechziger Jahre.

Die mit klassischen Paketvermittlungsnetzen erzielbaren insgesamt geringen Datenraten hängen jedoch weniger mit den verwendeten technischen Übertragungsmedien und -systemen zusammen, als vielmehr mit dieser umständlichen Rechnerei in den Zwischenknoten.

Die Aufteilung das Data Link Layer bei FPS

Bei FPS-Netzen ist der Data Link Layer (wie auch bei LANs) unterteilt – und zwar in den Fast Packet Relay FPR Sublayer, den Fast Packet Adaption FPA Sublayer und den Data Link Control Sublayer. FPR ist in der Lage, eine Ende-zu-Ende Verbindung in den Zwischensystemen ohne großartige Routing-Berechnung in der Vermittlungsschicht zu unterstützen.

In einem klassischen Paketvermittlungsnetz wird darüber hinaus auch in jedem Zwischenknoten eine Fehler- und Flusskontrolle durchgeführt. Angesichts der immer besser werdenden Übertragungssysteme ist dies jedoch in zunehmendem Maße überflüssig. FPS-Netze führen daher üblicherweise in den Zwischenknoten keinerlei Fehler- und Flusskontrolle im Sinne alter Netze durch.

Das Grundprinzip der schnellen Paketvermittlung ist grundsätzlich nicht nur in öffentlichen Fernnetzen, sondern auch in privaten Fern- und Backbone-Netzen sowie in MANs einzusetzen.

Fast Packet Switching kann in Abhängigkeit seiner Betriebsverfahren unterteilt werden. Die Betriebsverfahren heißen Frame Relay und Cell Relay. Cell Relay ist das Betriebsverfahren für ATM im Rahmen des B-ISDN. Wir besprechen dies später.

weiter mit: FPS-Betriebsverfahren Frame Relay

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