Schleichender ISDN-Tod wird zum Faxproblem

Faxversand trotz VoIP

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Wahrscheinlich wird es für den ISDN-Stecker eines Faxgerätes bald keine Buchse mehr geben.
Wahrscheinlich wird es für den ISDN-Stecker eines Faxgerätes bald keine Buchse mehr geben. (Bild: Fax.de)

Die Deutsche Telekom plant, sukzessive auf VoIP umzustellen und ab 2018 keine ISDN-Anschlüsse mehr zu verkaufen. Dies werde den Faxversand extrem be- bzw. verhindern, sagt Telekommunikationsanbieter Fax.de und rät, künftig auf Faxdienstleister im Web umsteigen.

Der Faxversand funktioniert mit einer konstanten Datenübertragungsrate von 64 kBit/s, die ISDN, nicht aber VoIP garantieren könne, da es bei dieser für die Sprachübertragung optimierten Technologie hin und wieder zu Datenpaketverlusten komme. Der Verlust von Datenpaketen führe jedoch bei den auf Modemsignale angewiesenen Faxübertragungen zum Abbruch. Eine Faxübertragung komme nicht zustande.

Das für Fax over IP benötigte Protokoll T.38 werde von vielen VoIP-Anbieter nicht unterstützt. Begründet werde dies damit, dass Modemverbindungen auch über die qualitativ hochwertigen VoIP-Verbindungen klappen würden. Doch trotz großer Bandbreiten seien bei Internetverbindungen jederzeit Paketverluste oder Laufzeitschwankungen möglich, weiß Bernd Zschaler von Fax.de. „Mag bei entsprechender Routereinstellung der Versand eines Einseiters noch klappen, sind mehrseitige Faxe via VoIP unmöglich“.

Sein Unternehmen Fax.de habe sich ISDN-Leitungen im Glasfasernetz gesichert, um die zugrunde liegende verlässliche Übertragung von Modemsignalen zu garantieren. Fax.de-Kunden können den Faxdienst im Internet managen. Von ihnen hochgeladene digitale Dokumente würden im Telefonnetz ausschließlich über analoge und ISDN-Leitungen gesendet, so Fax.de. Ungestörte Abläufe sichere das eigene deutsche Rechenzentrum.

Bei der Wahl des Faxanbieters empfiehlt Zschaler generell einen Blick ins Kleingedruckte: „Manche Dienste versenden nur Text, während wir das gesamte Layout inklusive Logos und Bilder transportieren. Wenn der Anbieter das Fax bei fehlgeschlagenem Zustellversuch ausdruckt und per Post ausliefert, sieht man sich unter Umständen mit Tempo und Preisen der Deutschen Post konfrontiert und die Vorteile des Faxes sind dahin.“

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