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Studie von Forrester Research zum Thema „Ethernet-WAN vs. MPLS-WAN“

Ethernet oder Multiprotocol Label Switching: Was passt wohin?

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Der Preis

Doch die jetzige Verbreitung in der Gesamtheit, spiegelt nur einen Teil der Diskussion wieder, die um das Pro und Contra von MPLS und Ethernet im WAN geführt wird. Denn welche Technik gewählt wird, hängt vom Einsatzgebiet ab.

Wie sich abzeichnet, entscheiden sich die Anwenderunternehmen für das Ethernet, wenn es um Verbindungen zwischen Datenzentren beziehungsweise um den Kern eines Datennetzes geht. Dagegen stehen MPLS und Ethernet in Konkurrenz, wenn es um die Verbindungen zu und zwischen Unternehmensdependancen geht.

In der Regel sind hier Leistungen von 1 bis 2 Gigabit pro Sekunde gefragt. Da könnte es auf den Preis ankommen. Im Allgemeinen werden in Europa Ethernet-Services günstiger angeboten als MPLS-Dienste. Das hat vornehmlich Marketing-Gründe, sagen die Autoren der Forrester-Studie.

MPLS im TCP/IP-Protokollstapel: Bild aus Wikipedia (Archiv: Vogel Business Media)

Viele Anbieter liefern national und international Ethernet-Dienste wie einen Private LAN Service über ihr MPLS-Core Network – mit anderen Worten: sie nutzen einen Layer-3-Service, um einen Layer-2-Dienst anzubieten. „Deshalb sind die Transportkosten pro Megabit gleich, egal ob ein solcher Service beim Kunden als Layer-2- oder Layer-3-Dienst ankommt.“ Zudem haben laut Forrester die Netzwerk-Operatoren zumeist jede Menge freier Kapazitäten auf ihren Glasfasern.

Trotzdem lautet eine typische Empfehlung der Provider für ihre Kunden: MPLS, wenn der Bedarf unter 10 Megabit pro Sekunde liegt und Ethernet, wenn der Bedarf höher ist.

Die Zeit arbeitet für das Ethernet

Das aber spricht dafür, dass MPLS sich zu einem Auslaufmodell entwickelt. „Bei einem wachsenden Bedarf an Leistung von 20 bis 30 Prozent pro Jahr, lässt sich deshalb von einer stetigen Migration auf Ethernet-Netze ausgehen“, resümiert Forrester.

Auch die Zugangstechnik spricht dafür, dass sich mittel- bis langfristig Ethernet durchsetzt. Sobald die Netz-Interfaces (Access Circuits) einmal mehr als 2 Megabit pro Sekunde benötigen, sorgen der im Vergleich zu 34, 45 und 155 Megabit-Verbindungen günstige Preis und die Flexibilität für schnelle Akzeptanz des Ethernet. Oberhalb der 100-Megabit-Schwelle gelten Ethernet-Access-Circuits ohnehin als universell.

Hinzu kommt, dass die Carrier ebenfalls planen, ihre Verbindungen mit wenig Durchsatz durch so genannte Ethernet Private Lines (EPLs) zu ersetzen, eine Komponente für das Next Generation Network (NGN). Dieses werden die meisten westeuropäischen Telekommunikationsanbieter 2012 ausgebaut haben.

weiter mit: Jetzt kommt es auf die Feinheiten an

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