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Studie von Forrester Research zum Thema „Ethernet-WAN vs. MPLS-WAN“

Ethernet oder Multiprotocol Label Switching: Was passt wohin?

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Jetzt kommt es auf die Feinheiten an

Wenn auch vieles für Ethernet im WAN spricht, müssen Anwender auf die Feinheiten achten. Denn es gibt durchaus Unterschiede zwischen den Ethernet-Services. So hängt die technische Leistung von der darunterliegenden Technik ab. Außerdem unterscheiden sich die Angebote im Funktionsumfang. Anwenderunternehmen bleibt nichts anderes übrig, als die Angebote eingehend zu vergleichen.

Dafür sollten sich die Unternehmen im Klaren sein, welche Prioritäten gesetzt werden und welche Investitionen zu verteidigen sind. Das hilft nicht nur bei der Evaluation der diversen Ethernet-Angebote, sondern auch bei der grundsätzlichen Entscheidung für oder gegen Ethernet oder MPLS.

Folgende Gründe sprechen laut Forrester dafür, ohne Umweg direkt zum Ethernet zu wechseln:

  • Es gibt Bedenken hinsichtlich eines MPLS-Netzes, das nicht nur einem, sondern vielen Anwendern zur Verfügung steht
  • Es ist ohnehin geplant, eigene Router einzusetzen, um das Routing kontrollieren zu können
  • Es wird bislang ein geroutetes IP Netz genutzt, das auf Frame Relay oder ATM (Asyncronous Transfer Modus) aufbaut

Das Für und Wider

Darüber hinaus weist Forrester darauf hin, dass sich die meisten Service-Metriken, wie die Zeiträume für Installation und Reparatur, die Verfügbarkeit von Netzen und die Höhe der Paketverluste, sowohl auf Ethernet- als auch auf MPLS-Netze anwenden lassen. Somit lässt sich leicht Vergleichbarkeit herstellen.

Verzögerungen aber zwischen zwei Ortschaften sind nicht nur von der Lichtgeschwindigkeit abhängig, sondern auch von der Anzahl der Switches und Buffer, über die der Verkehr geleitet wird. Somit kann sich eine Ethernet Private Line empfehlen, wenn die Verzögerungen möglichst gering ausfallen sollen. Das muss aber in bestimmten Fällen nicht so sein.

Ausschlaggebend kann zudem sein, dass Ethernet-Services noch nicht flächendeckend angeboten werden. MPLS ist viel weiter verbreitet.

Auch Network-Network-Interconnects (NNIs) auf der Basis von Ethernet sind weit weniger zu finden als MPLS-Übergänge.

Der Mix

Somit es gibt auch gute Gründe für eine Hybrid-Lösung. Forrester geht sogar davon aus, dass eine Kombination aus MPLS- und Ethernet-Services noch für die kommenden fünf Jahre für die meisten Unternehmen die beste Lösung sein wird. Für eine graduelle Migration Richtung Ethernet sprechen steigende Anforderungen auf der einen Seite und Service-Qualität auf der anderen.

In solchen Szenarien, sagt die Studie, machen sich Projekt-Teams beliebt, die beide Dienste von demselben Provider beziehen. Denn das kann die schrittweise Migration deutlich entspannen. Da das Internet zunehmend für den externen und internen Datenverkehr genutzt werde, empfehle es sich darüber hinaus, den Internet-Zugang zu einem Bestandteil eines entsprechenden Vertrags zu machen.

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