Suchen

Dortmund hostet Schullösung für drei Berufskollegs Eine Stadt als Provider für Schulen

| Autor / Redakteur: Alexander Vierschrodt / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Obwohl in vielen deutschen Schulen nach wie vor veraltete IT-Technik zum Einsatz kommt, hat sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Was jedoch in Dortmund auf die Beine gestellt wurde, sucht seinesgleichen. Hier stellt der IT-Dienstleister der Stadtverwaltung eine umfassende einheitliche Schullösung für drei kaufmännische Berufskollegs bereit.

Firmen zum Thema

Das Dortmunder Projekt zur IT-Ausstattung von Schulen ist bundesweit einzigartig
Das Dortmunder Projekt zur IT-Ausstattung von Schulen ist bundesweit einzigartig
(Bild: H+H Software)

An das zentrale Rechenzentrum im Herzen Dortmunds ist der gesamte nördliche Innenstadtbereich mit den Berufskollegs Karl-Schiller, Konrad-Klepping und Robert-Schumann über eine hochmoderne Glasfaserverkabelung angeschlossen. „Das Rechenzentrum war schon vor dem Schulprojekt sehr gut ausgestattet“, berichtet Frank Kuhlmann vom städtischen Dortmunder Systemhaus. „Dennoch mussten nennenswerte Erweiterungen vorgenommen werden“, fügt Kuhlmann hinzu.

Dabei handelte es sich in erster Linie um zusätzliche Verteilerschränke, rund vier Kilometer Kupferkabel und mehrere Hundert Telefonie- und Datenports. Zusammen mit einer hochwertigen Einhausung und der erforderlichen Server-Hardware für den Betrieb der Schullösung beliefen sich die Kosten auf etwa 200.000 Euro. Zentraler Bestandteil der gehosteten Schullösung ist die pädagogische Oberfläche NetMan for Schools der H+H Software GmbH.

Die Anwendung wird den Schulen von zentraler Stelle aus bereitgestellt. Hierfür stehen allein 61 physikalische Server zur Verfügung. „Dass wir dieses Projekt trotz der schwierigen Rahmenbedingungen stemmen konnten, ist ein voller Erfolg. Da haben alle Beteiligten von H+H, Schulverwaltung, Berufkollegs und dosys. super zusammengearbeitet.“, freut sich Michael Bereckis, verantwortlicher Projektleiter bei der Stadt Dortmund.

Terminalserver: Perfekte Basis für Schullösung

Als eines von drei kaufmännischen Berufskollegs in Dortmund ergriff vor allem das Robert-Schumann-Berufskolleg mit rund 3.000 Schülern die Initiative zur Einführung einer modernen und einheitlichen EDV-Lösung. Bereits im Jahr 2005 ging an der Schule die Terminalserver-basierte pädagogische Oberfläche NetMan for Schools (NMfS) von H+H in Betrieb.

„Damals liefen hier allerdings noch zwei Systeme parallel“, erinnert sich StD Karl-Heinz Schimpf, Lehrer für Logistikberufe und einer von drei Kollegen, die administrative Aufgaben übernehmen. Neben NetMan for Schools kam auch noch eine EDV-Lösung mit einer klassischen LAN-Infrastruktur zum Einsatz. „Ich war jedoch stets davon überzeugt, dass Terminalserver die optimale Technik für Schulen darstellt, allein schon wegen des deutlich geringeren Administrationsaufwands.“ Aus diesem Grund wurde die veraltete LAN-Lösung nach Einführung von NetMan for Schools relativ bald komplett abgeschaltet.

Um seine Erfahrungen mit NetMan for Schools deutlich zu machen und um eine gemeinsame Schullösung anzustreben, präsentierte Karl-Heinz Schimpf NetMan for Schools auch immer wieder an anderen Schulen. Im Fokus stand dabei die Terminalserver-Technik. Hierbei werden die gesamte Rechenleistung und alle Anwendungen von zentraler Stelle aus zur Verfügung gestellt. Auch die Administration erfolgt zentral und mit drastisch reduziertem Aufwand gegenüber der Administration an den einzelnen Rechnern in den Schulen vor Ort.

Michael Bereckis, verantwortlicher Projektleiter bei der Stadt Dortmund
Michael Bereckis, verantwortlicher Projektleiter bei der Stadt Dortmund
(Bild: H+H Software)

Hinzu kommt, dass die Anforderungen an die Endgeräte deutlich sinken, sodass keine teuren und fehleranfälligen PCs mehr genutzt werden müssen. Vielmehr kann man auf Thin Clients ausweichen, Endgeräte mit rudimentärem Betriebssystem, die gänzlich ohne bewegliche Teile wie Festplatte oder Lüfter auskommen, da sie nur als Anzeigeterminal dienen. Anwendungen und Daten erhalten diese von zentralen Servern, die in diesem Fall im Rechenzentrum der Stadt Dortmund stehen.

StD Friedhelm Hasse, stellvertretender Schulleiter
StD Friedhelm Hasse, stellvertretender Schulleiter
(Bild: H+H Software)

„Für uns bedeutet das, dass wir einen Großteil der Administration nun in die Hände des Dortmunder Systemhauses geben können“, erklärt Karl-Heinz Schimpf. StD Friedhelm Hasse, stellvertretender Schulleiter fügt hinzu: „Das entlastet die Kollegen, die sich hier in der Schule um die Technik kümmern sehr.“ Denn den drei Lehrern stehen für die Betreuung der rund 550 Computerarbeitsplätze insgesamt nur acht Wochenstunden zur Verfügung.

NetMan for Schools als Gesamtlösung

Die Aussicht auf umfangreiche Fördermittel fachte die Diskussion um eine einheitliche EDV-Lösung für die drei kaufmännischen Berufskollegs weiter an. Aufgrund der guten Erfahrungen des bereits bestehenden NetMan for Schools am Robert-Schumann-Berufskolleg sollte diese Lösung ausgebaut und die zwei übrigen kaufmännischen Berufkollegs einbezogen werden. Dies entspricht auch dem zukünftigen Medienentwicklungsplan der Stadt Dortmund, die für die kaufmännischen Berufkollegs aufgrund der homogenen Anforderungen eine einheitliche Lösung vorsieht.

Frank Kuhlmann vom städtischen Dortmunder Systemhaus dosys
Frank Kuhlmann vom städtischen Dortmunder Systemhaus dosys
(Bild: H+H Software)

Im Zuge der Implementierung von NetMan for Schools durch H+H und das Dortmunder Systemhaus wurden an den Schulen nahezu sämtliche PCs durch Thin Clients ersetzt. Allein am Robert-Schumann-Berufskolleg wurden rund 500 der schlanken Rechner angeschafft. „Nur im Selbstlernzentrum und den Sprachräumen haben wir noch klassische PCs im Einsatz, da manche der Multimedia-Anwendungen nicht auf Terminalservern laufen“, weiß Karl-Heinz Schimpf. „Natürlich müssen wir diese Rechner auch weiterhin selbst administrieren.“ Für die Thin Clients hingegen beschränkt sich der Administrationsaufwand nur noch auf den First-Level-Support. Dazu zählen unter anderem die Unterstützung bei Bedienschwierigkeiten, das Anlegen von User-Accounts und der Austausch defekter Geräte.

StD Karl-Heinz Schimpf
StD Karl-Heinz Schimpf
(Bild: H+H Software)

„Leider waren die ersten Thin Clients, die wir in Eigenregie beschafft hatten, recht defektanfällig“, berichtet Schimpf. Auf Empfehlung von H+H schwenkte die Schule auf Thin Clients aus dem Hause EPATec um. Seitdem hat sich die Situation entschieden verbessert, zumal EPATec eine komfortable Pickup&Return-Garantie anbietet. Durch den Einsatz von NetMan for Schools und Thin Clients hat sich der Administrationsaufwand erheblich reduziert.

Schöner Nebeneffekt durch die zentralisierte Infrastruktur: „Endlich können wir einen breitbandigen Internetanschluss nutzen“, freut sich Schimpf. „Hier agiert die Stadt Dortmund sozusagen als Provider für uns.“ Um die Wartung und den Support von NetMan for Schools kümmert sich der Hersteller selbst. „Dank eines Wartungsvertrages mit fünf Jahren Laufzeit sind wir auch hier auf der sicheren Seite“, so Schimpf.

Das Ziel heißt DV-gestützter Fachunterricht

Mit der Einführung einer einheitlichen und modernen Schullösung wird die Nutzung des Computers als wesentlicher Bestandteil des Unterrichts deutlich vereinfacht. „Natürlich mussten wir im Kollegium Schulungen für NetMan for Schools durchführen“, sagt Karl-Heinz Schimpf. „Doch bereits nach kurzer Zeit haben die Kollegen die erste Scheu vor dem neuen System abgelegt und begonnen, es intensiv zu nutzen.“

Mit NMfS haben die Lehrer die Möglichkeit, exakt zu steuern, welche Anwendungen die Schüler nutzen dürfen. Sie können die Bildschirme deaktivieren oder spiegeln. Der Zugriff auf das Internet wird mit Hilfe flexibler Filter reglementiert. Aus Sicht des Lehrerkollegiums sind solche Restriktionen für einen reibungslosen Unterricht unerlässlich. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, dass die Lehrer eigene Schablonen für ihren Unterricht erstellen und so auf Knopfdruck erforderliche Anwendungen und Webseiten freigeben können.

Auch die Schüler akzeptieren die neue Lösung. „Natürlich wünschen sich die Schüler einen jederzeit freien Internetzugang“, so Schimpf. „Aber wichtiger ist ihnen, dass die Computer funktionieren und sie den gewünschten Lernerfolg erzielen.“

Zu den im Unterricht genutzten Anwendungen zählen neben den bekannten Office-Programmen vor allem branchenspezifische Applikationen wie Datenbanken, Tourenplaner, Angebots- und Abrechnungssoftware. „Mit NetMan for Schools laufen die Programme einfach zuverlässig“, lautet Karl-Heinz Schimpfs Fazit.

Das Ziel am Robert-Schumann-Berufskolleg heißt DV-gestützter Fachunterricht. Der Computer soll also zusätzlich zu den informatiklastigen Fächern zum Bestandteil des Unterrichts in allen Fächern werden. Daher wurden neben klassischen Computerräumen mit je 32 Rechnern auch so genannte Multifunktionsräume mit nur 12 bis 14 EDV-Arbeitsplätzen eingerichtet. Hier werden unter anderem Gruppenarbeiten für den Fachunterricht durchgeführt. „Ohne die neue Infrastruktur und NetMan hätten wir dieses Ziel sicher nicht erreicht“, sagt Schimpf abschließend.

Über den Autor

Alexander Vierschrodt ist Marketingleiter der H+H Software GmbH.

(ID:42232508)