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Netzstabilität und drahtlose Zuverlässigkeit ohne Abstriche Ein robustes WLAN-Netz muss auch viele Clients aushalten können

| Autor / Redakteur: Roland Messmer / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mobile Systeme und Echtzeitapplikationen stellen immense Herausforderungen für IT-Abteilungen dar und die Integration mobiler Endgeräte ist zur essentiellen Aufgabe geworden. Denn auch bei einer hohen Dichte drahtloser WLAN-Devices muss die Konnektivität aller mobilen Systeme mit dem Netzwerk zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.

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Ein robustes WLAN muss auch mit vielen drahtlosen Clients gleichzeitig klarkommen.
Ein robustes WLAN muss auch mit vielen drahtlosen Clients gleichzeitig klarkommen.
(Bild: Aruba Networks )

Besonderes Augenmerk beim Mobile Device Management bzw. beim Thema Enterprise Mobility gilt Anwendungen im Zusammenhang mit Sprache und/oder Bild. Sie müssen ohne Ausfallzeiten funktionieren. Die kontinuierlich leistungsstarke Funktion dieser und sämtlicher weiterer, insbesondere aber unternehmenskritischer Applikationen ist ein kritischer Test der WLAN-Robustheit. Ist diese sichergestellt, sinken die IT-Kosten und die Produktivität steigt nachweislich.

Schnelle Wiederherstellung ist das A und O

Das Fundament zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Netzwerken ist ein hochverfügbares Netzwerkdesign. Aber Hochverfügbarkeit reicht nicht immer aus, wenn auch geschäftskritische Anwendungen über WLANs laufen sollen.

In verkabelten Zugangsnetzen verliert kaum ein Endgerät den Kontakt zum Netz, wenn ein Fehler auftritt. Denn das Kabel bleibt auch während des Umschaltvorgangs des Netzes auf redundante Verbindungen angeschlossen. Bei WLANs sieht der Fall jedoch anders aus: Die Verbindung aufrecht zu erhalten, ist schwierig, da alle mobilen Endgeräte einen neuen AP (Access Point) suchen, wenn vom aktiven WLAN-Controller auf den Standby-Controller umgeschaltet wird. Denn Wireless-APs schalten traditionell während einer Controller-Umschaltung ihre WLAN-Funkmodule ab.

Kabelähnliche Robustheit

Am einfachsten lässt sich kabelähnliche Robustheit in drahtlosen Infrastrukturen realisieren, indem das Roaming mobiler Endgeräte zwischen den APs bei Fehlern untersagt wird – und diese damit nicht aus dem WLAN geworfen werden, bevor das drahtlose Netzwerk wieder einwandfrei läuft. Um das zu erreichen, sollten drahtlose APs weiterhin ihre Wireless-SSID (Secure Socket Identifier) senden, so dass mobile Endgeräte gar nicht erst anfangen, den Funkraum nach anderen APs oder SSIDs zu durchsuchen, um sich mit ihnen zu verbinden. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mobilgerät die Verbindung zum Netz verliert.

Feldtests haben gezeigt, dass Endanwender ohne diese Vorgehensweise gezwungen sind, ihre mobilen Endgeräte manuell neu anzupassen (also die WLAN-Funktion physisch ab- und wieder anzuschalten), um erneut eine Verbindung aufzubauen. Das kann die Supportkosten für die IT-Organisation erhöhen und führt zu unzufriedenen WLAN-Anwendern. Ob die drahtlose Infrastruktur mobile Endgeräte nach einer fehlerbedingten Umschaltung auf die Redundanzsysteme aus dem Netz wirft oder nicht, lässt sich leicht testen. Netzwerkingenieure sollten auf diese Eigenschaft achten, wenn sie WLAN-Systeme evaluieren.

Ein entsprechender Hochverfügbarkeitsansatz garantiert zudem die nötige kontinuierliche Verbindung für mobile Echtzeitanwendungen. Video Streaming, Unified Communications und Sprach- oder Videoanrufe sind Beispiele für Anwendungen, von denen Nutzer konstante und verlässliche Verfügbarkeit erwarten. Sie wollen nicht dazu aufgefordert werden, einen Sprach- oder Videoanruf erneut aufzubauen. Je kürzer die Reaktivierungszeiten für WLANs werden, desto größer ist die Chance für mobile Echtzeitapplikationen, bei Netzwerkfehlern in Betrieb bleiben zu können, ohne dass dafür manuelle Eingriffe der Anwender nötig sind.

Ein wichtiger Test sollte deshalb darin bestehen, die Zeit und den Aufwand zu messen, die nötig sind, um eine Echtzeitanwendung nach einem simulierten Fehler in der redundanten WLAN-Infrastruktur wieder hochzufahren.

Diese Art von Netzwerkrobustheit sollte keine Zusatzkosten verursachen: Die meisten WLANs unterstützen die traditionelle N+1-Redundanz, bei der ein Controller viele andere schützt. Diese Art des Hochverfügbarkeitsdesigns verringert die Wartungsausgaben und senkt bei großen Installationen die Kosten erheblich.

Kontinuierliche Leistung in hochdichten Umgebungen

Wenn bisher die Zahl mobiler Systeme in einem drahtlosen Netzwerk anstieg, tendierte die insgesamt verfügbare Bandbreite pro Access Point dazu, sich zu verringern. In verkabelten Netzen stellt dies wiederum kein Problem dar. Niemand macht sich Gedanken um die möglicherweise sinkende Gesamtleistung eines Zugangsswitches, wenn mehr PCs an ihn angeschlossen werden. Da WLANs zunehmend zur bevorzugten Netzwerkszugangsmethode werden, ist es sinnvoll, von ihnen eine ähnlich konsistente Leistung zu erwarten.

Wenn ein WLAN nicht für hochdichte Umgebungen entwickelt wurde, erlebt der Anwender etwas, das gewöhnlich als „WLAN-Kernschmelze” bezeichnet wird: Die Netzwerkverbindung bricht aus unerklärlichen Gründen plötzlich ab. Die Wahl der richtigen Antennen- und AP-Typen sowie eine sorgfältige Planung der Funkkanäle für hohe Kapazitäten sind zwar wichtige Entwurfskriterien. Doch reicht ein gutes Funkdesign nicht immer aus, um ein vorhersehbares und akzeptables Leistungsniveau der Infrastruktur für mobile Endgeräte zu garantieren.

weiter mit: Funk-Management – der Schlüssel zu individueller Performance

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