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Funk-Management
In sehr dichten Umgebungen spielen auch Funkmanagementtechniken eine große Rolle, die im WLAN implementiert sind. Dabei müssen erstens APs die verfügbare Zeit für die Nutzung der Bandbreite gerecht verteilen, sodass alle auf Bandbreite zugreifen können. Beispielsweise sollte ein Apple MacBook Pro mit 3*3:3 MIMO (multiple in- multiple out) WLAN-Chipset (maximal 450 MBit/s WLAN-Verbindungsgeschwindigkeit) verglichen mit einem Apple iPad 3 mit einem 1*1:1-MIMO WLAN-Chipset (maximal 65 MBit/s WLAN-Verbindungsgeschwindigkeit) einen höheren Durchsatz erreichen, wenn beide über denselben AP funken. Mit anderen Worten: Schnellere Clients sollten ihre Aufgaben schneller abwickeln können, sodass das Netz wieder für andere Anwender frei ist. Einzelne Gruppen von Mobilsystemen sollten Netzressourcen nicht monopolisieren können.
Wireless-Ingenieure können durch einfache Durchsatzmessungen viel über das Verhalten und die zu erwartende Leistung von mobilen Systemen in ihrer Infrastruktur lernen. Up- und Downloadtests sind gleichermaßen empfehlenswert, da die meisten mobilen Endgeräte heute mit Anwendungen aus der Cloud arbeiten, die ebenso viele Daten hoch- wie herunterladen.
Zweitens sollten APs das Verhalten mobiler Systeme in dichten Umgebungen berücksichtigen: Endanwender und demnach auch mobile Systeme verändern in Auditorien und Klassenräumen, bei Unternehmens-Events oder in Meetings kaum ihre geographische Position. Daher sollte die Geschwindigkeit ihrer WLAN-Verbindungen idealerweise bei der Kommunikation mit den APs gleich bleiben.
Quantität vs. Qualität
Üblicherweise verwenden APs bei Störungen Algorithmen, welche die WLAN-Übertragungsrate verringern. Sie senden bei Paketverlusten beispielsweise mit 243 MBit/s statt mit 300 MBit/s an das betroffene mobile System. Das soll die Zuverlässigkeit des WLAN-Links erhöhen – unter der Annahme, dass sich das mobile Gerät vom AP weg bewegt. In einer hochdichten Umgebung jedoch wird der Paketverlust wahrscheinlich auf Überlastung und nicht auf wachsende Distanz zwischen AP und Endgerät zurückzuführen sein, weil zu viele Mobilsysteme auf den gleichen Funkkanal zugreifen.
Daraus folgt, dass Algorithmen, die nach dem Motto „Übertragungsrate versus Reichweite“ arbeiten, um übergangsloses Roaming zwischen APs zu ermöglichen, nicht unbedingt passend für drahtlose Netzwerkumgebungen mit vielen Endgeräten auf engem Raum sind. Tatsächlich können sie die Situation sogar verschlimmern, wenn andere Umstände nicht mitbedacht werden: Je mehr APs die Verbindungsgeschwindigkeit senken, während sie mit einem Mobilsystem kommunizieren, desto länger belegen sie die Kanäle. Das bedeutet, dass für alle weniger Zeit zur Nutzung der Kanäle verfügbar ist – ein Paradebeispiel für den Auslöser einer „WLAN-Kernschmelze“!
Ein WLAN, das einfach läuft
Im Grunde wollen Endanwender einfach ein WLAN-Netz, das funktioniert. Im Gesundheitswesen ist eine gesicherte Übertragungsqualität bei kritischen Anwendungen unverzichtbar – ohne Ausnahme. Im Einzelhandel und bei der Lagerhaltung können unterbrochene WLAN-Verbindungen zu erheblichen Umsatzverlusten führen.
Hinzu kommt dass sich in vielen Unternehmen Mitarbeiter überhaupt nicht mehr an ein verkabeltes Netzwerk anschließen können, weil der gesamte Zugangsbereich bereits auf Drahtlostechnik umgestellt ist. Wenn es zu einem Ausfall kommt, bleibt ohne ein leistungsfähiges WLAN die Arbeit einfach liegen.

Damit Anwender mit mobilen Endgeräten das Netz reibungslos nutzen können, sollten WLAN-Ingenieure mehr von ihrer WLAN-Infrastruktur verlangen. Ein konsistentes, vorhersagbares Nutzungserlebnis im WLAN-Betrieb sollten deshalb eine unverzichtbare Anforderung sein.
Über den Autor
Roland Messmer ist Regional Director CEUR bei Aruba Networks
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