Huddle Rooms, Flexibles Arbeiten & Generation Z

Das sind die Trends in der Videokommunikation

| Autor / Redakteur: Quentin Gallivan / Andreas Donner

Quentin Gallivan, CEO von BlueJeans Network, skizziert die wichtigsten Video-Trends für Unternehmen.
Quentin Gallivan, CEO von BlueJeans Network, skizziert die wichtigsten Video-Trends für Unternehmen. (Bild: vm / BlueJeans Network)

Vorhersagen zu machen ist zunehmend ein Sport, der nichts für schwache Nerven ist. Nur wenige hätten die politischen, wirtschaftlichen und wetterbedingten Ereignisse vorhersehen können, die 2018 die Unternehmen auf der ganzen Welt getroffen haben. Mehr denn je gilt daher: Unternehmen müssen lernen, die immer häufiger auftretenden Wogen der Unsicherheit zu bewältigen, wenn sie nicht untergehen wollen.

Mit der sich weiter verändernden politischen Landschaft wird das Geschäft auch künftig stark von den Änderungen in der Politik, den Handelsabkommen und den Regulierungen beeinflusst werden. Glücklicherweise bieten Videokommunikations- und Kollaborationstechnologien Unternehmen zusätzliche Widerstandsfähigkeit, Agilität und Flexibilität, um dieser schnelllebigen und sich kontinuierlich verändernden Welt gerecht zu werden.

Beispielsweise sind Videokonferenzen ein pragmatischer Weg, um die Flexibilität der Personalausstattung zu gewährleisten, sodass globale, virtuelle Teams sich produktiv treffen können, egal wo sich die Mitglieder gerade befinden.

Trends in der Videokommunikation

Die Pop-up-Kultur erstreckt sich auch auf Meetings – In den Großstädten weltweit schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Pop-up-Restaurants, -Galerien oder -Läden. Der Pop-up-Einzelhandel explodierte ab 2009 als innovative Marktreaktion auf Filialschließungen nach der globalen Rezession. Mit Großraumbüros und kurzfristig betreuten Büros, die heute zur Geschäftsnorm gehören, werden kleine „Huddle Rooms“ für konzentrierte Pop-up-Meeting-Sprints gegenüber formalen Meetings im Sitzungssaal-Stil zunehmend bevorzugt. Die Videokonferenztechnologie passt sich diesem Trend an und macht es jedem leicht, eine sichere, spontane Sitzung mit externen Mitarbeitern und Geschäftspartnern abzuhalten. Mehr und mehr Huddle Rooms werden daher Videotechnologien integrieren.

Flexibles Arbeiten erhöht die Nachfrage nach Videokonferenzen – Laut dem Branchenverband Bitkom lassen bereits vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) ihre Mitarbeiter ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Hinzu kommt, dass laut der IT-Freiberuflerstudie 2018 der Anteil der Unternehmen, die ihre Freiberuflerquote erhöhen, von 45 auf 62,5 Prozent gestiegen ist. Diese kombinierten Faktoren werden dazu führen, dass Videokonferenzen 2019 einen Höhepunkt erreichen werden.

Video verschafft Arbeitgebern einen entscheidenden Vorteil – Da führende Volkswirtschaften wie die USA, China und Großbritannien im letzten Jahr ihre Vollbeschäftigungs- und Einwanderungspolitik verschärft haben, war der globale Wettbewerb um Top-Talente so groß wie nie zuvor. Arbeitgeber, die schnell und entschlossen rekrutieren können, werden natürlich die besten Kandidaten überzeugen und gewinnen. Erfahrene HR-Teams haben daher bereits Best Practices für die Video-Rekrutierung etabliert. Weitere Personalabteilungen werden ab 2019 von ihrer IT-Abteilung eine qualitativ hochwertige Audio-/Videokommunikation für Rekrutierungsgespräche verlangen, die ein nahtloses Erlebnis und einen guten ersten Eindruck garantiert.

Millennials und Generation Z machen Video zur Norm – Eltern, die gesehen haben, wie ihre Kinder choreographiert und ein SnapChat- oder Music.ly-Video erstellt haben, werden wissen, wovon hier die Rede ist: Jede neue Generation ist videokundiger als die letzte und bevorzugt das Medium immer mehr für die tägliche Kommunikation. Als Reaktion darauf legen Unternehmen IT-Strategien fest, die Video in die Unternehmenskommunikation und -zusammenarbeit integrieren.

Laut Statista waren im Jahr 2017 rund 27,8 Prozent der jüngeren Millennials im Alter von 18 bis 25 Jahren in einem fremden Betrieb voll berufstätig. Insgesamt liegt der Anteil der Millennials nach Aussage verschiedener Statistiken bei rund 50 Prozent. Und auch die nächste Generation, die Generation Z, also die nach 1995 geborenen, machen sich nun vermehrt auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Daher wird künftig bei immer mehr Unternehmen Videokommunikation zur Norm.

Quentin Gallivan.
Quentin Gallivan. (Bild: Felicity Murphy 2018 / BlueJeans Network)

Künstliche Intelligenz (KI) steigert die Produktivität von Smart Meetings – Immer mehr Menschen nutzen KI am Arbeitsplatz, zum Beispiel, um mit einem digitalen Assistenten Notizen zu machen, Aktionselemente zu erstellen oder sofortige Transkriptionen und Highlights von Meetings bereitzustellen. Dahinter verbirgt sich die Idee, die administrativen Abläufe rund ums Meeting zu automatisieren, damit sich die Mitarbeiter ganz auf die Problemlösung und das Brainstorming konzentrieren können. Da sich der Wettbewerb im Videobereich verschärfen wird, sind auch hier mehr KI-fähige assistierende Technologien einschließlich Untertitelung sowie Augmented und Virtual Reality zu erwarten.

Über den Autor

Quentin Gallivan ist CEO von BlueJeans Network.

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