Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 51

Carrier Ethernet – vom Wide Area Network (WAN) zum Metro-Netz (MAN)

14.10.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Mit Carrier Ethernet wachsen WAN, MAN und LAN immer mehr zusammen; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Mit Carrier Ethernet wachsen WAN, MAN und LAN immer mehr zusammen; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Carrier Ethernet ist eine Revolution: zum ersten Mal kann man damit in LANs, MANs und WANs grundsätzlich die gleiche Übertragungstechnik zum Einsatz bringen. Zwar gibt es immer noch Unterschiede im Bereich der physikalischen Übertragungstechnik dieser Netztypen, Carrier Ethernet harmoniert jedoch mit allen Varianten wunderbar.

Der Unterschied zwischen WAN (Wide Area Networking) und MAN (Metropolitan Area Networking) ist prinzipiell schnell zu charakterisieren. Ein MAN kann wegen der geringeren benötigten Leistung und den kürzeren Strecken zwischen den einzelnen Knoten mit vereinfachter optischer Technologie arbeiten.

Denn DWDM-Komponenten wie Transceiver sind wegen der benötigten enormen Präzision auch heute noch recht teuer. Sie erzeugen ja auch hunderte Signalströme aus Lichtwellen unterschiedlicher, eng benachbarter Frequenzen, die dann jeweils einzeln moduliert werden. Da benötigt man natürlich auch eine entsprechend trennscharfe Empfängertechnik.

MANs kommen in der Regel mit weniger Lichtwellen aus, so dass man diese spektral weiter auseinanderlegen kann. Dies stellt wesentlich geringere Anforderungen an die Sende- und Empfängerkomponenten. Man nennt solche Systeme auch CWDM oder WWDM.

Mittlerweile ist die Technologie so weit gediehen, dass die notwendigen Transceiverkomponenten für 10-12 Kanäle vollständig integriert werden können. Außerdem werden bei geringeren Entfernungen auch geringere Anforderungen an die Lichtwellenleiter gestellt. So lassen sich zudem auch die Kosten dramatisch senken – etwa auf 10 bis 15 Prozent eines DWDM-Systems.

Die für COE und ITU G.709 notwendige Logik ist aber nicht so komplex, dass man sie nicht auch auf noch preiswerteren Geräten implementieren könnte. Und so kommen wir langsam aber sicher in den Bereich der Corporate Networks. Hier sind die Anforderungen zunächst noch geringer als in einem MAN, besonders, was die zu überbrückenden Entfernungen angeht.

weiter mit: Architektonische Ansätze der Verkehrsregelung

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