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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 51

Carrier Ethernet – vom Wide Area Network (WAN) zum Metro-Netz (MAN)

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Packet Optical Networking Platforms

Packet Optical Networking Platforms hatten wir ja schon für die Realisierung des Übergangs von SONET/SDH-WANs auf paketbasierte WANs angesprochen und einige Geräte und deren Hersteller genannt. PONPs integrieren Ethernet Aggregation mit allen Features, Switching, Transport und OTN/DWDM in einer einzigen Plattform. Sie unterstützen transparent Ethernet, SONET/SDH, FICON, ESCON und Fiber Channel.

Sie benutzen dabei eine Reihe von Standards, die wir demnächst noch genauer besprechen werden.

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Ein entsprechendes Produkt ist von vorneherein für Paket-Transport optimiert und gleichzeitig ein optischer Transportknoten. Normalerweise gibt es für den Optical Add/Drop Multiplexer die Alternativen, dass er auf einer festen Basis arbeitet (was billiger ist) oder aufgrund einer wellenlängenselektiven Switch-Funktionalität rekonfigurierbar ist. Das ist heute natürlich noch etwas teurer, aber die Fortschritte in der Integration optischer Komponenten werden dazu führen, dass wir in absehbarer Zeit über diese Differenz kaum mehr sprechen müssen.

Die Produkte sind verfügbar und alleine z.B. der DWDM-Spezialist Ciena hat Hunderte Kunden unter Service-Providern, Unternehmen und Regierungseinrichtungen weltweit, die die Flexibilität eines solchen Produktes für „Triple Play“, Business Services und die Unterstützung von Backhauls für Mobilfunknetze einschließlich WLANs und WiMAX schätzen. Und wie Sie der Liste entnehmen konnten gibt es ja noch viele andere Hersteller und Systeme.

Der Schlüssel zum Erfolg eines integrierten Ethernet/OAM/DWDM-Systems ist die Verwendung verbindungsorientierter Ethernet-Transport-Tunnel. Diese Funktion erlaubt Ethernet, so deterministisch, zuverlässig und leicht betreibbar wie SONET/SDH Schaltkreise zu arbeiten, aber zu den deutlich geringeren Ethernet-Kosten. Diese Effizienz wird dadurch erreicht, dass die unvorhersehbaren, nichtdeterministischen und potentiell instabilen Mechanismen von traditionellen IEEE 802.1 D/Q Connectionless-Verbindungen, wie Spanning Tree, MAC-Learning und Broadcast unbekannter Pakete durch explizite Bereitstellung einer Datenbasis für Forwarding-Informationen und vorbestimmte Primary/Backup Paths ersetzt werden. So kann Ethernet als konvergierte Transport-Lösung für alle Business- und Consumer-Dienste, die variierende Ebenen von garantierter Dienstqualität erfordern, benutzt werden.

Verbindungsorientiertes, mit OTN und DWDM integriertes Ethernet spart Geld und macht die Netze stabiler und einfacher zu verwalten. Eine im Oktober 2004 veröffentlichte Studie von Sprint und der Universität von Michigan zeigte, dass 59 Prozent (!!!) der Downtime in IP-Netzen aus Routing-Fragen resultieren. Ersetzt man eine Schicht des Routings mit verbindungsorientierter Ethernet-Aggregation und -Transport steigt die Service-Verfügbarkeit signifikant. Die Integration dieser Ethernet-Funktionen in das Transport-System macht standalone Ethernet-Switches überflüssig und minimiert somit Ausgaben, Komplexität, notwendige Raumkapazität, Stromverbrauch und Kosten.

weiter mit: Ethernet Aggregation und Switching

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