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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 51

Carrier Ethernet – vom Wide Area Network (WAN) zum Metro-Netz (MAN)

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Architektonische Ansätze der Verkehrsregelung

Betreiber können prinzipiell unterschiedliche architektonische Ansätze und Optionen wählen, um in Metro- und Access-Netzen IP-basierten Ethernet-Verkehr zu realisieren.

Eine Option besteht darin, standalone Ethernet-Switches mit DWDM-Equipment zu verbinden. Die aber meist für den unteren Preisbereich gebauten Ethernet-Switches haben oft Mängel in der Ausstattung für QoS und ganz besonders hinsichtlich der Mechanismen für Ausfallsicherheit. Man hat in der Vergangenheit daher versucht, MPLS diesbezüglich in gewisser Weise als Allheilmittel einzusetzen. MPLS ist aber ein Layer-3-Mechanismus und verletzt die möglichen ökonomischen Vorteile eines reinen Layer-2-Netzes. Neuere Ethernet Switches verlassen sich manchmal auf unausgereifte Ethernet Tunnel-Techniken und ebenso unausgereifte Ethernet-OAM-Module.

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Eine weitere Möglichkeit ist es, alle Switches an einen 10 GbE-Ring anzuschließen, der dann von allen benutzt wird und durch Sharing die Bandbreiteverschwendung verringert. Dann braucht man aber überall 10 GbE-Karten – auch an Stellen, an denen diese Leistung niemals aufläuft. Außerdem bekommt man zusätzliche Probleme wie:

  • Erhöhte Latenz und Jitter
  • Kompliziertes Traffic Engineering
  • Langsames Wiederaufsetzen nach Fehlern
  • Die Gefahr des nicht-deterministischen Wiederaufsetzens nach Fehlern, wenn die verwendeten Methoden keine designierten Primary/Backup-Wege benutzen

Alternative SONET/SDH

Eine zweite Möglichkeit, IP/Ethernet-Verkehr zu ermöglichen, ist die Ausrüstung bestehender oder neuer SONET/SDH MSPPs mit Layer-2 Ethernet Karten, die Ethernet mit einem SONET/SDH OAM für zuverlässigen, stabilen und ausfallsicheren Transport unterlegen. Sieht man sich SONET genau an, stellt man jedoch fest, dass das vorne und hinten knirscht.

Für die Übertragung von 1GbE würde man nur eine geringe Basisrate benutzen können, um die Bandbreiteverschwendung in Grenzen zu halten. In der Praxis ist es aber leider so, dass SONET-Equipment (insbesondere die Crossconnects) umso teurer wird, je feiner die Granularität sein muss. Ein SONET Crossconnect, der X Mal 1 GbE-Schnittstellen unterstützen muss, ist viel aufwendiger und teurer als einer, der nur X/40 40 GbE Schnittstellen bedienen muss. Das liegt an der notwendigen Synchronisation und auch an der Switching-Technik als solche. Außerdem gibt es eine Reihe weiterer Probleme:

  • Mangel einer individuellen MSPP-Skalierbarkeit
  • Mangel einer ausgeprägten QoS Architektur
  • Probleme bei der herstellerübergreifenden Interoperabilität
  • Es ist nicht möglich, in einer solchen Umgebung SONET/SDH transparent zu übertragen
  • Es könnte Probleme mit der Übertragung von 10, 40 und 100 GbE geben.

weiter mit: Möglichkeit 3: Die direkte Ankopplung von IP-Router an DWDM

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