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Koexistenz beider Funktechnologien 5G und Wi-Fi 6: Innovation durch Kombination

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

5G oder Wi-Fi 6? So lautet eine gängige Frage, wenn es um den Einsatz von aktuellen Funktechnologien zur Vernetzung geht. Beide Technologien sollten aber nicht alternativ, sondern komplementär genutzt werden, empfiehlt der weltweit tätige IT-Dienstleister NTT.

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Noch in diesem Jahr ist der Durchbruch des industriellen privaten 5G in Form von Campusnetzen für Unternehmen zu erwarten.
Noch in diesem Jahr ist der Durchbruch des industriellen privaten 5G in Form von Campusnetzen für Unternehmen zu erwarten.
(Bild: NTT Ltd.)

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Mobilfunk- und anderen drahtlosen Netzwerktechnologien sind immer mehr mögliche Anwendungsszenarien denkbar. NTT zufolge ist noch in diesem Jahr der Durchbruch des industriellen privaten 5G in Form von Campusnetzen für Unternehmen zu erwarten, die anspruchsvolle Aufgabenstellungen in den Bereichen IoT oder Smart Manufacturing lösen.

Für den Flughafen Köln/Bonn etwa entwickelt der IT-Dienstleister derzeit ein privates 5G-Mobilfunknetz. Mit der flächendeckenden 5G-Versorgung auf einem 1.000 Hektar großen Gelände soll künftig u.a. eine punktgenaue Standortbestimmung von Geräten möglich sein. Aber auch die Wi-Fi-Technologie biete permanente Weiterentwicklungen, gerade hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeiten.

Bei der Frage, ob 5G oder Wi-Fi 6 eingesetzt werden sollte, sei zunächst zu berücksichtigen, dass es sich um zwei unterschiedliche Netzwerktechnologien handelt. Die zentralen Vorteile des für die Abdeckung großer Flächen und ganzer Länder ausgelegten Mobilfunks seien die große Reichweite einzelner Funkzellen und das Handover, also der nahtlose Wechsel von Funkzelle zu Funkzelle. Wi-Fi-Technologien hingegen hätten ihren Ursprung in der Indoor-Kommunikation und böten hier eine einfache Lösung für Konnektivität.

Unterschiede der beiden Netzwerktechnogien gebe es auch bei den Kosten und der Datenhoheit:

  • Kosten: Wi-Fi 6 erfordere zwar aktuelle Access Points und Endgeräte, diese stünden aber in großer Vielfalt und auch relativ kostengünstig zur Verfügung. Privates 5G, auch als lokales oder Campus 5G bekannt, erfordere den Aufbau neuer Infrastrukturen; und außer 5G-fähigen Mobilfunkgeräten seien industriespezifische 5G-Devices noch eher selten.
  • Datenhoheit: Bei der Nutzung von öffentlichem 5G würden das Netzwerk und die Daten vom Netzbetreiber verwaltet. Bei Wi-Fi 6 liege die Datenhoheit beim Anwender selbst. Allerdings könne auch ein privates 5G von einem Unternehmen betrieben und verwaltet werden, etwa um einen großen Campus mit Gebäuden und Freiflächen optimal zu versorgen. Ein privates 5G biete alle Funktionen von 5G plus eine besondere Absicherung und Kontrolle über die Geräte und deren Daten durch die zentrale Verwaltungsstruktur und die Authentifizierung über SIM-Karten.

Bei der Auswahl einer Funktechnologie sei immer eine genaue Betrachtung des Anwendungsfalls, seiner Umgebungsvariablen und der wirtschaftlichen Aspekte nötig. Es gebe Anwendungsfälle, bei denen jeweils eine der beiden Optionen klar die bessere Wahl sei, aber auch Bereiche, in denen beide Funktechnologien zum Einsatz kommen könnten:

  • Typische Use Cases für Wi-Fi 6 seien der Einsatz im Officebereich von Unternehmensnetzwerken, im Retailbereich, an öffentlichen Plätzen und an Hotspots.
  • Neben den flächendeckenden öffentlichen 5G-Netzen würden sich private 5G-Netze auf Werksgeländen und anderen Campussen mit privater Nutzung etablieren, wobei die Mobilfunktechnologie ihre Stärke im Außenbereich durch die höhere Reichweite einzelner Antennen besonders gut ausspielen könne.
  • Fahrerlose Transportfahrzeuge über größere Distanzen zu bewegen, z.B. auf einem Werksgelände, sei ein typischer 5G-Anwendungsfall.
  • 5G unterstützt Time-Sensitive Networking und sei damit bei zeitlich genau abzustimmenden industriellen Anwendungsfällen wie der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation im Vorteil.
  • Niedrige Verzögerungszeiten im Bereich weniger Millisekunden bei gleichzeitiger Hochverfügbarkeit seien ein weiteres Charakteristikum von 5G und machten spezielle geschäftskritische Echtzeitanwendungsfälle möglich – etwa die Erkennung von Sicherheitsrisiken und die Warnung von Mitarbeitern in der Produktion.
  • Überschneidungen beim Einsatz der beiden Funktechnologien gebe es in den Bereichen Augmented Reality und Virtual Reality, bei Videoanwendungen mit hoher Bandbreite und weiteren Anwendungen im industriellen Umfeld.

Prinzipiell ist die Entwicklung vorgezeichnet, sagt NTT: Wi-Fi 6 und 5G werden dank der in der Standardisierung vorgesehenen Interoperabilität koexistieren. Auf mittlere Sicht werde Wi-Fi auch verstärkt als Zugangsnetz zu einem 5G-Netz fungieren, also Teil einer übergreifenden 5G-Infrastruktur werden.

„Mit Sicherheit wird Wi-Fi 6 beim drahtlosen Zugang im Unternehmen als Weiterentwicklung früherer WLAN-Versionen eine wichtige Rolle spielen. Aber auch an 5G wird kein Weg vorbeiführen. Ein Unternehmen sollte sich nicht die Frage stellen, ob es Wi-Fi oder 5G nutzt, sondern wie es Wi-Fi 6 und 5G in Kombination sinnvoll einsetzen kann“, betont Marcus Giehrl, Director Digital Transformation bei NTT. „Beide Technologien ergänzen sich bei optimiertem Einsatz komplementär. Und dafür gibt es viele Beispiele wie das autonome Fahren, für das sich eine dynamische Nutzung des jeweils am besten geeigneten Netzes anbietet – den Mobilfunk beim Fahren mit höheren Geschwindigkeiten und Wi-Fi beim Einparken.“

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