Mobile-Menu

Befürchtung: Mobilfunkvorrang gefährdet den Wi-Fi-7-Ausbau Verbände kritisieren RSPG-Empfehlung für das 6-GHz-Frequenzband

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Breko, BDEW und VKU sehen in der RSPG-Empfehlung zur Nutzung des oberen 6-GHz-Bands einen Rückschritt für die Digitalisierung. Eine Bevorzugung des Mobilfunks könne die digitale Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und den Ausbau leistungsfähiger WLAN-Netze bremsen.

Die Nutzung des gesamten 6-GHz-Bands sei Voraussetzung, damit Wi-Fi 7 das volle Potenzial entfalten könne.(Bild:  © chiew – stock.adobe.com)
Die Nutzung des gesamten 6-GHz-Bands sei Voraussetzung, damit Wi-Fi 7 das volle Potenzial entfalten könne.
(Bild: © chiew – stock.adobe.com)

Die Verbände Breko, BDEW und VKU kritisieren und bedauern die Empfehlung der Radio Spectrum Policy Group (RSPG) zur zukünftigen Nutzung des oberen 6-GHz-Frequenzbands (6.425–7.125 MHz). Medienberichten zufolge empfiehlt die RSPG eine vorrangige Nutzung von 540 MHz durch den Mobilfunk und eine vorläufige Reservierung von nur 160 MHz, die möglicherweise ab Ende 2027 für WLAN freigegeben würden. Diese Entscheidung gefährdet nach Einschätzung der Verbände die digitale Leistungsfähigkeit Deutschlands und Europas sowie zentrale Ziele der europäischen Digitalstrategie.

In einem gemeinsamen Statement heißt es, das obere 6-GHz-Band sei von zentraler Bedeutung für die digitale Zukunft. Leistungsfähiges WLAN auf Basis dieses Spektrums sei die logische Ergänzung zum flächendeckenden Glasfaserausbau – und damit Voraussetzung für stabiles, schnelles Internet in Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Rund 90 Prozent des Datenverkehrs in Deutschland würden heute über WLAN abgewickelt. Mit Anwendungen wie Augmented und Virtual Reality oder Smart-Home-Technologien steige der Bandbreitenbedarf weiter. Die Nutzung des gesamten 6-GHz-Bands sei zudem Voraussetzung, damit der neue Wi-Fi-7-Standard, der erstmals 320-MHz-Kanäle ermöglicht, sein volles Potenzial entfalten könne.

Eine vorrangige Zuteilung eines Großteils dieses Spektrums an den Mobilfunk wäre aus Sicht der Verbände ein Rückschritt für die digitale Teilhabe. Während WLAN eine kostengünstige, breit verfügbare und effiziente Technologie darstelle, würde eine Mobilfunknutzung des Bandes nur in Ballungsräumen sinnvoll umgesetzt werden können und damit große Teile der Bevölkerung ausschließen. Eine gemeinsame Nutzung durch beide Technologien sei technisch kaum möglich, da erhebliche gegenseitige Störungen drohen.

Die Verbände fordern die Europäische Kommission auf, die Entscheidung der RSPG kritisch zu prüfen und nicht auf die Weltfunkkonferenz 2027 zu warten, um über die Zukunft dieses wichtigen Frequenzbands zu entscheiden. Stattdessen sollte sie im Interesse von Gesellschaft, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen schon jetzt sicherstellen, dass einer lizenzfreien WLAN-Nutzung im oberen 6-GHz-Band 320 MHz zur Verfügung stehen. Internationale Vorbilder wie die USA, Kanada, Südkorea und mehrere südamerikanische Staaten hätten bereits die vollständige Freigabe des 6-GHz-Bandes für WLAN umgesetzt und damit die Innovationskraft und digitale Wettbewerbsfähigkeit erheblich gestärkt.

(ID:50635360)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung