Alcatel-Lucent ist wieder da und will die Breitband-Zukunft prägen

5G, Picozellen, Internet im Flugzeug, Blue Cubes und Smart Cells

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Andreas Donner

Blue Cubes sollen schon bald Gegenden ohne Netz- und Stromanschluss mit drahtloser Konnektivität versorgen.
Blue Cubes sollen schon bald Gegenden ohne Netz- und Stromanschluss mit drahtloser Konnektivität versorgen. (Bild: Rüdiger)

Auf seiner jährlichen Forschungsschau Future X Days in Stuttgart zeigte Alcatel-Lucent, wie sich das Unternehmen in Zeiten der Datenexplosion die Netzinfrastruktur der Zukunft vorstellt. Außerdem verkündete der Hersteller ein Kooperationsprojekt mit Inmarsat.

Nach einer längeren Krise sieht sich Alcatel-Lucent (ALU) für die der Daten- und Nutzerexplosion geschuldete Netz-Aufrüstung gut aufgestellt. „Wir sind wirtschaftlich aus dem Schlimmsten heraus und wollen nun wieder expandieren“, erklärte der deutsche Geschäftsführer Wilhelm Dresselhaus vor Kunden und der Presse in Stuttgart. Wie als Beweis verkündeten dann auch ALU-CEO Michael Combes und Inmarsat-Präsident Dr. Leo Mondale, gemeinsam werde man bis 2016 über den 28 Ländern der europäischen Union ein S-Band-Netz aus geostationären Satelliten und Bodenstationen aufspannen. Es soll Flugpassagiere mit höherer Qualität als bisher ins Internet einbinden. Alcatel-Lucent ist dabei für die Kommunikation zwischen Bodenstationen und Satelliten zuständig.

Mindestens um den Faktor zehn pro Vorhaben will Alcatel-Lucent die Leistung von Netzen durch schon bald praxisreife technische Lösungen verbessern, sodass sich bei der Umsetzung mehrerer dieser Vorhaben erheblich größere Effizienzgewinne ergeben würden. Zu diesen Neuerungen gehört mit dem Blue Cube ein System, das netz- und energiekabelferne Regionen mit drahtloser Kommunikation versorgen soll. Der Cube (siehe Foto) hat eine Batterie, die mindestens eine Nacht überbrückt. Blue Cubes kommunizieren mit Endanwendern über die integrierten Wireless-Standards und mit ihresgleichen über eine Sichtverbindung. Versorgt werden sie von beliebigen Lieferanten erneuerbare Energien, etwa einer Solarzelle, die direkt auf die Oberfläche montierbar ist. Mehrere Cubes lassen sich vermaschen, sodass sie sich zum Aufbau einer flexiblen und belastbaren Infrastruktur eignen.

LTE-Infrastrukturen und Picozellen

Innovative Algorithmen sollen in heterogenen LTE-Infrastrukturen mit öffentlichen und Picozellen, wie sie etwa Flughäfen betreiben, durch individuelle Optimierung der Sendeleistung Interferenzen minimieren. Für Minizellen in Gebäuden entwickelt das Unternehmen mehrbandige, selbstjustierende Mobilfunksender und -empfänger. So stellt etwa ein innovativer Sender in Harp- Design (Harfen-Design) die gewünschte Signalfrequenz durch Verschaltung extrem genauer nanomechanische Oszillatoren her.

Die Unterscheidung von Mobil- und Festnetz werde mit 5G wohl obsolet, meint Alcatel-Lucent, anders sei der Bandbreitebedarf nicht zu befriedigen. Im Netz der Zukunft würden Endanwender in Innenräumen konsequent Small Cells mit Funkfrequenzen im 60-GHz Band oder Wi-Fi nutzen, die per Funk oder Glasfaser an lokale Cloud-Center angebunden sind. Diese muss man sich als eine Art Zwischenspeicher für die vor Ort am häufigsten abgefragten Daten und Applikationen, ähnlich heutiger Content-Distributionsknoten, vorstellen. Sie stehen mit einem konsequent auf Glasfaser basierenden, vermaschten IP-Backbone in Verbindung.

Für solche Netze arbeitet ALU an einer neuen Übertragungsform, UF-OFDM (Universal-Filtered Orthogonal Frequency Division Multiplexing), auch Universal-Filtered Multicarrier genannt, die sich für Maschinenvernetzung genauso gut eignet wie für IP-Datenströme. Sie unterstützt laut ALU bis zu 100-mal mehr Geräte als bisherige Technologien. Allerdings befinden sich die meisten 5G-Entwicklungen derzeit noch im Laborstadium.

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