Die Rolle des Ethernets in unserem digitalen Leben

40 Jahre Ethernet, und was passiert als Nächstes?

| Autor / Redakteur: Henry Bohannon / Andreas Donner

40 Jahre Ethernet – ein Dauerbrenner feiert Geburtstag!
40 Jahre Ethernet – ein Dauerbrenner feiert Geburtstag! (Bild: Tata Communications)

Heutzutage gibt es nur wenige Technologien, die auf eine 40-jährige Geschichte zurückblicken können und immer noch modern sind. Ethernet ist eine davon. Wie Ethernet zu dem geworden ist, was es heute darstellt, und wie sein Weg in die Zukunft aussieht beleuchtet Henry Bohannon von Tata Communications.

Drehen Sie gedanklich die Zeit einmal zurück und erinnern Sie sich daran, wie Sie früher Ihre Daten gespeichert haben. Möglicherweise sehen Sie sich selbst mit einer Diskette – oder bestenfalls mit einer CD – aus einem Internetcafé kommen.

Vergleichen Sie nun dieses Szenario mit heute, wo Daten jederzeit und überall digital verfügbar sind. All dies wird möglich durch Kabel, Verbindungen und Netzwerkprotokolle, die uns weltweit überall zur Verfügung stehen. Ethernet ist das dominanteste dieser Netzwerkprotokolle und bietet Backboneverbindungen in Hochgeschwindigkeit für das Internet.

Während der letzten vier Jahrzehnte hat sich ein Paradigmenwechsel in der Art und Weise vollzogen, wie wir kommunizieren und die weltweite Wirtschaft profund beeinflusst. Und jüngst sehen wir eine wachsende Nachfrage nach Low Latency Ethernet, das von Finanzunternehmen eingesetzt wird, die von hohen Geschwindigkeiten und permanenter Verfügbarkeit abhängig sind.

Die Rolle des Ethernets in unserem digitalen Leben

Robert Metcalfes Skizze des ursprünglichen Ethernet-Konzepts in einem internen Memo im Jahre 1973 hat womöglich nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommen wie Benjamin Franklins Drache oder Isaac Newtons Apfel; aber man kann nicht leugnen, dass das Ethernet unser Leben komplett verändert hat. Was einst als kleine Lösung begann, die kleine Computernetzwerke miteinander verband, ist nun das präferierte Layer 2 Protocol für Local Area Networks (LANs) und Wide Area Networks (WANs).

Die weltweite Internetgemeinde besteht mittlerweile aus 2,1 Milliarden Menschen. Mit jeder besuchten Webseite, jedem geteilten Status oder jedem hochgeladenen Foto erzeugen wir einen digitalen Datenstrom, dessen Ausmaße kontinuierlich wachsen Und der Zenit ist noch lange nicht erreicht.

Was einst als einfache Kabellösung für die Vernetzung eines Computers mit einem Drucker begann, hat sich langsam weiterentwickelt, um ein Computernetzwerk miteinander zu verbinden und ist nun dynamisch gewachsen, um weltweite Netzwerke zu unterstützen. Heutzutage ist das Netzwerk Layer 2 Protokoll Standard für LANs, WANs und andere Netzwerke. Dabei werden Daten digital in der Cloud gespeichert und Anwender können jederzeit darauf zugreifen. Ethernet ist mittlerweile die gängigste Netzwerktechnologie, vernetzt die hintersten Ecken der Welt miteinander und bringt uns näher zusammen, als dies jemals zuvor möglich war. Man kann sogar sagen, dass Gesellschaften durch Ethernet auf ein neues Level der Vernetzung gebracht werden.

Von Kupfer zu Fiberglas und darüber hinaus

Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob der Einsatz von Kupfer Ethernet so erfolgreich gemacht hat, wie es heute ist. Sogar als das IEEE den 802.3-Standard in den 1980er-Jahren ratifiziert hat, wurden noch koaxiale Kabel genutzt; aber verdrillte Kupferzweidrahtleitungen (ähnlich den Kabeln, die im Telefonsystem eingesetzt werden) waren einfacher in der Anwendung und konnten zu geringeren Kosten implementiert werden.

Heute wird Ethernet nicht nur über Kupferdrähte, sondern auch über optische Glasfaserkabel eingesetzt, wodurch höhere Bandbreite und eine größere Reichweite möglich sind. Für internationale Unternehmen wird Konnektivität immer wichtiger und Ethernet-Services bieten ihnen im Vergleich zu konventinellen Konnektivitätslösungen zahlreiche Kosten- und operative Vorteile über robuste, qualitativ hochwertige Services. Ethernet wurde einst als unzuverlässige Technologie angesehen; über bessere Service Level Agreements (SLAs), Verfügbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Monitoring ist der Reifeprozess zum „Carrier Ethernet“ geglückt.

Wie geht es weiter mit Ethernet?

Die aktuellste Evolution in der 40-jährigen Geschichte des Ethernets ist dessen Einsatz im anspruchsvollen Umfeld des Finanzhandels.

Preise für Aktien, Anleihen, Rohstoffe sowie der Stand bei Fusionen und Übernahmen ändern sich oftmals innerhalb von Minuten. Jede Sekunde kann im wahrsten Sinne des Wortes über unermessliche Profite oder Verluste für Händler und Investoren entscheiden. Bei Handel und Geschäftstransaktionen zählt Geschwindigkeit besonders; dazu schläft der Finanzmarkt nie, denn die weltweiten Handelszentren und -märkte arbeiten rund um die Uhr – von London, Hong Kong, Mumbai bis New York. Unternehmen von langsameren Kommunikationsnetzwerken sind somit im Nachteil gegenüber dem Wettbewerb und können eventuell die eine oder andere Geschäftsmöglichkeit davonschwimmen sehen.

Finanzunternehmen generieren Umsatz über speziell entwickelte Low Latency-Netzwerke, über Arbitrage, die zwischen Märkten mit elektronischem Handel aufgebaut wird. Low Latency-Links wurden entwickelt, um höchstmögliche Geschwindigkeiten zwischen elektronischen Handelsstandorten zu bieten und den Handel zwischen Börsen innerhalb von Sekundenbruchteilen durchzuführen. Unternehmen profitieren von der Kauf- und Verkaufspreisdifferenz der verschiedenen Börsen. Die Differenz ist extrem klein; werden jedoch große Volumen gehandelt, können Unternehmen auf diese Weise täglich Millionen von Dollar verdienen.

Traditionelle Low Latency-Netzwerke können mit diesem sich schnell wandelnden Umfeld nicht mithalten. Denn diese Netze nutzen Punkt-zu-Punkt-Schaltkreise, die dedizierte Verbindungen zwischen Standorten benötigen. Beispielsweise benötigt man dafür eine spezifische Verbindung zwischen London und Hong Kong und eine weitere zwischen London und New York. Dadurch entstehen höhere Kosten und Komplexität sowie weniger Flexibilität. Um diese Hürden zu überwinden, nutzen immer mehr Finanzunternehmen Low Latency Ethernet, um größtmögliche Auswahl bei Bandbreite und Topologien zu haben – Punkt-zu-Punkt, Punkt-zu-Mehrpunkt etc. Dadurch werden sie flexibler und erhalten ein Netzwerk, das optimal in ihr Budget passt.

Fazit

Ethernet war die führende Konnektivitätstechnologie der letzten 40 Jahre und wir erwarten nicht, dass sich das in Zukunft ändern wird. Die Zukunft der Technologie sieht vielversprechend aus – dank des unablässigen Einsatzes des IEEE, um Bandbreiten zu steigern, der schnell wachsenden Adoption von Finanzunternehmen in hochfrequentierten Handelsanwendungen und der Rolle als Backbone, der unser zunehmend digitales Leben unterstützt.

Henry Bohannon
Henry Bohannon (Bild: Tata Communications)

Heutzutage gibt es nur wenige Technologien, die auf eine 40-jährige Geschichte zurückschauen können und immer noch modern sind. Ethernet ist eine davon.

Über den Autor

Von Henry Bohannon, Senior Director, Head of Ethernet Product Management bei Tata Communications

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