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22 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Das Raspberry Pi 2 ist stark genug, auch die aktuelle Distribution von Ubuntu als Betriebssystem zu verwenden. Eine Anwendung wie LibreOffice läuft unter Ubuntu Mate 15.10 auf dem Raspberry Pi 2 relativ flüssig.
Das Raspberry Pi 2 ist stark genug, auch die aktuelle Distribution von Ubuntu als Betriebssystem zu verwenden. Eine Anwendung wie LibreOffice läuft unter Ubuntu Mate 15.10 auf dem Raspberry Pi 2 relativ flüssig.
(Bild: Robert di Marcoberardino/Screenshot)

Ubuntu-Variationen: Ubuntu Mate, PiNet und Snappy Ubuntu Core

Im Laufe der Zeit haben sich einige Entwickler daran gemacht, auch andere Debian-basierte Linux-OS-Varianten auf das Raspberry Pi zu portieren. Eine der jüngsten, aber vielversprechendsten Distributionen ist hier Ubuntu Mate, eine Umsetzung des wohl am weitesten verbreiteten Linux-Betriebssystems. Seit dem leistungsstärkeren Raspberry Pi 2 ist es relativ einfach möglich, die neueren Builds von Ubuntu auf den Einplatinenrechner zu übertragen.

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Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist Ubuntu Mate 15.10 (Wily Werewolf) die aktuellste Variante des OS. Nutzer, die ein einheitliches OS für alle ihre Computeranwendungen bevorzugen, dürfte diese Debian-Variante auf Ihrem Raspberry Pi sehr zusagen. Die Linux-Distribution konnte im Praxistest auf einem Raspberry Pi 2B überzeugen. Am 29. Februar 2016 erschien von dieser Distribution auch eine an das Raspberry Pi 3B angepasste Version, um die gesteigerte Leistung des Einplatinenrechners voll ausschöpfen zu können, ohne dass Anwender Treiberanpassungen von Hand vornehmen müssen. Die aktuellere Version Ubuntu Mate 16.04 befindet sich derzeit in der Beta-Phase, ein stabiles Release wird Ende April 2016 erwartet.

Als eine „Klassenzimmerlösung“ versteht sich PiNet, das ebenfalls auf Ubuntu aufsetzt. PiNet ist ein Raspberry-Pi-OS, das als Client-System über ein lokales Netzwerk gebootet werden kann, während ein Ubuntu-PC als Host dient. Anwender können somit ein günstiges, Raspberry-Pi-basiertes Netzwerksystem anlegen: Useraccounts werden zentral auf einem Server gespeichert, Anwender melden sich an einem beliebigen PiNet-Rechner innerhalb des LAN-Netzes an und erhalten umgehend Zugriff auf Ihre individuellen Daten und die am Account installierte Software. Aus Gründen von Bandbreite und Geschwindigkeit unterstützt PiNet ausschließlich Ethernet-Verbindungen, ein Support für WiFi-Dongles existiert offiziell nicht. Auch PiNet unterstützt bereits das Raspberry Pi 3 Model B.

Ein weiterer, speziell auf Cloud-Computing und das Internet der Dinge (IoT; Internet of Things) ausgelegter Ubuntu-Ableger ist derzeit offiziell nur für das Raspberry Pi 2 verfügbar. Das minimalistische Snappy Ubuntu Core für Raspberry Pi wird über ein Terminal mit einer Handvoll einfacher Befehle gesteuert. Im Unterschied zu Debian oder sonstigen Ubuntu-Varianten wird Snappy nicht über den Paketmanager Apt gesteuert. Vielmehr besitzt Snappy ein eigenes Paketformat mit abweichender Befehlsstruktur, das das Paketieren von Web-Apps vereinfachen soll. Einsteiger in das Internet der Dinge finden hier eine gute, leicht aufzusetzende Plattform, die Dank einer aktiven Community bereits einen ordentlichen Schatz an direkt verwendbaren IoT-Anwendungen besitzt.

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