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22 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Inzwischen auch mit Hardwarebeschleunigung: Die Samsung Open Source Group arbeitet mit Nachdruck an einer vollständigen Portierung von Tizen 3.0 auf das Raspberry Pi.
Inzwischen auch mit Hardwarebeschleunigung: Die Samsung Open Source Group arbeitet mit Nachdruck an einer vollständigen Portierung von Tizen 3.0 auf das Raspberry Pi.
(Bild: Daniel Kozák / Twitter)

Open-Source-Mobil-Umsetzungen: Tizen 3, FirefoxOS und Android

Für den Smartphone- und Tabletmarkt existieren diverse quelloffene Betriebssysteme, die es engagierten Entwicklern auch privat ermöglichen sollen, Anpassungen und Portierungen auf andere Plattformen vorzunehmen. Da diese Geräte überwiegend auf ARM-Prozessorarchitekturen aufbauen, erscheint es naheliegend, diese Open-Source-OS auch auf Einplatinenrechner wie dem Raspberry Pi zu übertragen.

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Mitte Februar 2016 hat die Samsung Open Source Group angekündigt, das linuxbasierte Tizen 3.0 erfolgreich auf das Raspberry Pi 2 umgesetzt zu haben (https://blogs.s-osg.org/tizen-rpi2-now-supporting-3d-acceleration ). Samsung hatte in der Vergangenheit bereits Smartwatches und in einigen Märkten sogar Smartphone-Modelle mit dem OS veröffentlicht. Auf dem Raspberry Pi 2 bootet das System zuverlässig, allerdings fehlen noch einige Funktionalitäten. Zudem existiert unter Tizen noch keine standardisierte Methode, um auch Apps auf dem Einplatinenrechner zu installieren. Wer dennoch mit dem OS auf seinem Raspi experimentieren möchte, für den hält die Samsung Open Source Group auf ihrem Blog eine ausführliche Anleitung bereit.

Ähnlich engagiert waren auch Mozillas Pläne, FirefoxOS auf das Raspberry Pi zu bringen. Mozilla veröffentlichte hierzu Ende 2014 eine Art offizielle Roadmap für die Entwicklung im weiteren Verlauf des aktuellen Jahres. Bei Firefox OS handelt es sich um ein quelloffenes, linuxbasiertes Betriebssystem, dessen gesamte Benutzeroberfläche einschließlich Apps komplett aus dem gleichnamigen Webbrowser realisiert wird. Das Betriebssystem fand bis Ende 2015 auf einigen Smartphones Anwendung, inzwischen hat Mozilla allerdings die Smartphone-Entwicklung eingestellt. Das quelloffene Betriebssystem selbst soll zwar in der einen oder anderen Form bestehen bleiben. Eine Weiterentwicklung der Raspberry-Pi-Projektes mag von der Community noch weiterverfolgt werden, doch wie die Zukunft aussieht ist derzeit unklar.

Ebenso gibt es verschiedene Bemühungen, das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android auf das Raspberry Pi zu portieren. Das Community-Projekt „Razdroid“ hatte verschiedene Versuche mit diversen Android-Versionen gestartet, die wegen mangelnder Hardwarebeschleunigung aber nicht flüssig und fehlerfrei auf dem Minicomputer laufen. So existieren schon seit längerem beispielsweise langsame und instabile Portierungen von Android 2.3 („Gingerbread“), Android 4.0 („Ice Cream Sandwich“) und Android 4.4.2 („KitKat“).

Deutlich besser läuft dagegen das „RaspAnd“-Projekt von Linux-Entwickler Arne Exton. Von ihm stammt ein stabiler Android 5.1 („Lollipop“) Build, der sowohl auf Raspberry-Pi-2- als auch Raspberry-Pi-3-Modellen stabil läuft. Bei letzterer Plattform ist allerdings noch mit einigen Einschränkungen zu rechnen. Über den Aptoide App Manager können einige Android-Anwendungen auf dem Rasperry-Pi-System installiert werden.

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