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22 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Das auf ARM-Prozessoren spezialisierte RISC OS war schon von früh auf eine Alternative zu den überwiegend Linux-basierten Betriebssystemen für das Raspberry Pi.
Das auf ARM-Prozessoren spezialisierte RISC OS war schon von früh auf eine Alternative zu den überwiegend Linux-basierten Betriebssystemen für das Raspberry Pi.
(Bild: Screenshot)

Außerhalb der Linux-Welt: RISC OS, Windows 10 IoT Core und FreeBSD

Eine bereits seit längerer Zeit etabliertere Alternative zu den Linux-Betriebssystemen auf dem Raspberry Pi ist RISC OS. Ursprünglich Ende der 80er Jahre von der britischen Firma Acorn für den ARM-basierten Archimedes-Heimcomputer entwickelt, wird das OS seit 2006 in einer offenen Variante weiter gepflegt. Da es speziell für den Einsatz auf ARM-Architektur ausgelegt ist, eignete sich das schnelle und auf kooperatives Multitasking ausgelegte Betriebssystem gut für den Einsatz auf schlanken, sparsamen Einplatinenrechnern. RISC OS fand schon 2008 seinen Weg auf die BeagleBoards und findet seit 2012 auch auf dem Raspberry Pi eine aktive Fangemeinde. RiscOS zählt auch zu den Betriebssystem, die von der Raspberry Pi Foundation als Alternative zu Raspbian empfohlen werden.

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Versuche, Windows-Betriebssysteme auf dem Raspberry Pi zum Laufen zu bekommen, schlugen in der Vergangenheit meist fehl. Windows-Systeme sind meist sehr Hardwarehungrig, so dass die frühen Raspberry Pi Modelle nicht die nötige Leistung aufbringen konnten. Zudem waren frühere Windows-Versionen meist nicht auf die ARM-Prozessorarchitektur ausgelegt, so dass ein stabiler Betrieb nicht möglich war. Selbst das eigentlich auf ARM-Betrieb ausgelegte Betriebssystem Windows RT benötigte mindestens 1 Gigabyte RAM, ein Anspruch, der selbst für ein RasPi 2 noch zu hoch ist. Einigen Hobbyisten gelang es allerdings, Windows 95 in einer emulierten Umgebung auf dem Raspberry Pi zum Laufen zu bekommen – allerdings mit einer entsprechend schlechten Performance. Drittanbieter wie der in Moskau ansässige Softwareentwickler Eltechs bieten Emulatoren an, die entsprechende x86-Anwendungen auf Einplatinenrechner wie das Raspberry Pi, Odroid und Konsorten bringen soll - mit sehr gemischten PErformance-Resultaten.

Von daher kam Anfang 2015 Microsofts Ankündigung, eine spezielle Windows 10 IoT Version herauszubringen, die auf dem Raspberry Pi 2 sowie speziellen Arduino- und anderen Einplatinensystemen läuft, seinerzeit etwas überraschend. Inzwischen ist Windows 10 IoT Core als kostenloser, vollwertiger Release erhältlich, der sogar das Raspberry Pi 3 voll unterstützt. Microsoft wendet sich mit dem Release damit wieder mehr der Maker-Szene zu – wohl auch, um auf diese Weise engagierte Entwickler für hauseigene Produkte wie die AR-Brille HoloLens zu erreichen. Für einen effizienten Einsatz ist hier allerdings ein Windows-10-PC notwendig.

Auch das Unix-ähnliche Open-Source-OS FreeBSD hat seinen Weg auf das Raspberry Pi gefunden. Die offiziell verfügbare Release-Version FreeBSD 10.2 unterstützt nur das Raspberry Pi Modell B, aktuelle Release-Candidate und Current-Builds von FreeBSD 10.3 und FreeBSD 11 können aber von geübten Nutzern so konfiguriert werden, dass sie auf den Raspberry Pi Modellen A, B und 2 lauffähig sind. Wer sich den Aufwand sparen und dennoch FreeBSD auf seinem Einplatinenrechner einsetzen möchte, für den hält Entwickler Brad Davis mit RaspBSD eine vorgefertigte Distribution bereit, die den Funktionsumfang von FreeBSD 11-Current enthält.

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