Software-as-a-Service gewinnt an Bedeutung

Worauf es bei SaaS-Projekten wirklich ankommt

| Autor / Redakteur: Fritz Meier / Andreas Donner

Software-as-a-Service ist für viele Unternehmen interessant – doch es gibt einiges zu beachten.
Software-as-a-Service ist für viele Unternehmen interessant – doch es gibt einiges zu beachten. (Bild: © Tatyana - stock.adobe.com)

SaaS steht für „Software as a Service“ und bezeichnet einen wichtigen Teilsektor des Cloud-Computings. Während noch vor einigen Jahren Anwendungen in Unternehmen lokal installiert und verwendet wurden, wird beim SaaS eine externe IT-Infrastruktur genutzt. Dabei gibt es aber einige wichtige Faktoren zu berücksichtigen.

Beim SaaS-Modell (Software-as-a-Service) greifen Unternehmen über eine Internetverbindung auf das IT-Netzwerk eines externen Dienstleisters zu, um die dort installierten Anwendungen nutzen zu können. Dieses Konzept bringt für Unternehmen gleich eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich. Vor allem die Reduzierung von Betriebskosten sowie die Verbesserung der Transparenz stehen hierbei im Vordergrund. Denn statt dem Unternehmen selbst, kümmert sich der Dienstleister beim SaaS um zentrale Arbeiten wie beispielsweise die Wartung und Aktualisierung der entsprechenden Software. So können Unternehmen für ein entsprechendes Entgelt einen Großteil ihrer IT-Infrastruktur auslagern.

Auf diese Weise werden neue Kapazitäten im Betrieb freigegeben, was es dem Servicenehmer ermöglicht, den Fokus stärker auf das eigentliche Kerngeschäft zu legen. Das klassische Pendant zu SaaS ist das verbreitete Softwarelizenzmodell, bei dem der Anwender über die Lizenz das Nutzungsrecht für eine spezielle Anwendung erhält. Der große Nachteil dieses Modells ist die Tatsache, dass für die Nutzung der erworbenen Softwarelizenz eine umfangreiche IT-Infrastruktur vorhanden sein muss. Vor allem die hohen Investitionskosten und das damit verbundene Risiko sind hier für viele Unternehmen problematisch.

Die Vorteile von internen und externen Datenzentren?

Da der Servicenehmer beim SaaS lediglich ein Nutzungsentgelt bezahlt und keine komplexen IT-Strukturen aufbauen muss, ist das Investitionsrisiko beim SaaS deutlich geringer als bei klassischen, internen Datenzentren. Ein weiterer Vorteil sind die deutlich transparenteren IT-Kosten des SaaS-Modells.

Aufgrund der Tatsache, dass der Zugriff über das Internet bzw. ein Netzwerk funktioniert, wird in Hinblick auf die Softwarenutzung auch die Mobilität gesteigert. Weiterhin wird durch SaaS die IT-Prozesskomplexität deutlich verringert. Hinzu kommt, dass sich SaaS deutlich schneller in den Betriebsalltag integrieren lässt als klassische Modelle.

Interne Datenzentren haben gegenüber SaaS jedoch den Vorteil, dass sie dem entsprechenden Unternehmen eine deutlich größere Unabhängigkeit und Datensicherheit bescheren können. Auch die Datenübertragungsgeschwindigkeit und der Datenschutz fallen bei internen Lösungen in der Regel deutlich besser und transparenter aus.

Die Rolle der Performance bei SaaS-Projekten

Wie bereits erwähnt, ist die Daten- und Transfergeschwindigkeit bei SaaS niedriger als bei internen Datenzentren. Dies liegt vor allem daran, dass die Kommunikation über das Internet und damit auch über größere Strecken stattfindet. Einschränkungen im Bereich der Performance machen sich bei SaaS schnell in Form von längeren Ladezeiten oder Abfragefehlern bemerkbar, auch wenn diese für viele Nutzer oft kaum wahrnehmbar sind. Das ausschlaggebende Kriterium im Hinblick auf die Performance ist in erster Linie die Qualität der Internetanbindung.

Auch das Code-Design hat Auswirkungen auf die Performance von SaaS-Anwendungen. Eine besondere Herausforderung ist in diesem Zusammenhang die Bewältigung hoher Nachfragen zu Spitzenzeiten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn mehrere Nutzer zur gleichen Zeit gemeinsame IT-Ressourcen nutzen. Von der Anbieterseite aus lässt sich eine hohe sowie zuverlässige Performance langfristig nur durch die Durchführung regelmäßiger Performance-Tests sicherstellen.

Die Performance in der Praxis messen und nachhaltig verbessern

Zur Messung der Performance sind spezifische Tests seitens des Anbieters zwingend notwendig. So muss zum Beispiel getestet werden, wie viele Transaktionen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zuverlässig von der Infrastruktur bearbeitet werden können.

Hierbei wird eine festgelegte Anzahl an Anfragen gleichzeitig an das System gesendet. Dieser Prozess wird dann mit immer mehr Anfragen wiederholt bis das System zusammenbricht bzw. es zu hohen Latenzzeiten kommt. Auf diese Weise lässt sich die Obergrenze der Dienstleistung abschätzen.

Alternativ lässt sich die Performance ebenfalls verbessern, indem ein Teil der Internetverbindung durch eine direkte Netzwerkverbindung zum Provider ausgetauscht wird. Auf der Seite des Kunden ist natürlich die Infrastruktur des internen WAN- bzw. LAN ein entscheidender Faktor im Hinblick auf die Performance. Für die Analyse von Performanceeinbußen gibt es verschiedene Client-basierte Tools wie beispielsweise ThousandEyes. Anwendungen dieser Art können nicht nur zeigen, auf welcher Seite die Ursache für Performance-Probleme liegen, sondern sie bieten zudem ein umfangreiches Monitoring.

Fazit

Summa summarum zeigt sich sehr deutlich, dass SaaS für Unternehmen eine attraktive Alternative zur klassischen IT-Infrastruktur sein kann. Vor allem die finanziellen Vorteile und die gesteigerte Mobilität sind starke Argumente für SaaS. Grundsätzlich steht und fällt der Erfolg von SaaS aber mit der Performance. Aus diesem Grund sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Dienstleisters unbedingt auf diesen Punkt achten.

Über den Autor

Fritz Meier arbeitet im Bereich IT & E-Commerce bei der Trensco GmbH.

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