Mit Netstress & Co. Geschwindigkeit, Abdeckung und Leistung ermitteln

WLANs mit Freeware testen und analysieren

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Bei Leistungsproblemen im Netzwerk helfen kostenlose Tools.
Bei Leistungsproblemen im Netzwerk helfen kostenlose Tools. (Bild: Joos)

Vor allem in größeren Gebäuden ist die Abdeckung mit WLAN oft nicht optimal flächendeckend. Wenn angebundene Geräte auf einmal Leistung verlieren, oder keine Verbindung mehr aufbauen können, liegt es häufig an mangelnder Funkqualität des WLAN-Routers- oder -Repaters. Das Freewaretool Netstress kann bei solchen Problemen helfen.

Die Hauptaufgabe von Netstress ist das Messen der WLAN-Geschwindigkeit an verschiedenen Endpunkten. Auf diese Weise entdeckt man recht schnell einzelne Bereiche, die nicht vom WLAN abgedeckt sind oder an denen das WLAN keine ausreichende Geschwindigkeit mehr bietet. Die Messung ist vor allem dann sinnvoll, wenn an bestimmten Standorten im Gebäude eine sehr langsame Verbindung zum Internet oder dem internen Netzwerk bemerkt wird.

Netstress und der Datendurchsatz

Die Hauptaufgabe von Netstress ist das Messen des Datendurchsatzes zwischen einem bestimmten Client und einem anderen Rechner im Netzwerk. Der Datenverkehr wird über das WLAN abgewickelt, das gemessen werden soll. Dazu verbinden Sie einen Rechner im Netzwerk am besten über ein normales LAN-Kabel mit dem Internet. Dieser Rechner dient in der Messung als Server. Die eigentliche Messung der WLAN-Leistung nehmen Sie dann mit einem Notebook vor, welches wiederum per WLAN verbunden ist.

WLANs messen

Um ein WLAN zu messen, installieren Sie Netstress zunächst auf dem Rechner, der mit dem Netzwerk über Kabel verbunden ist und daher über eine schnelle Netzwerkleitung verfügt. Wählen Sie die LAN-Schnittstelle aus und beginnen Sie mit dem Messvorgang (siehe Abbildung 1).

Wir haben in unseren Tests bereits mit Windows 8.1 gearbeitet, das heißt Sie können auch mit dem aktuellen Betriebssystem von Microsoft Tests durchführen.

Bei diesem Rechner handelt es sich um den Receiver. Sie sehen das an dem grünen Balken, der unten in der Software durchläuft (siehe Abbildung 2). Wenn Sie Netstress installieren, starten und Messungen durchführen, erhalten Sie auf beiden Rechnern häufig Fenster der Windows-Firewall oder anderer Firewall-Lösungen, die Sie unter Umständen installiert haben. Bestätigen Sie einfach alle Fenster, sodass Netstress zwischen Client und Server, also Transmitter und Receiver kommunizieren kann.

Im nächsten Schritt installieren Sie Netstress auf dem Notebook, welches über die WLAN-Anbindung, die Sie messen wollen, mit dem Netzwerk verbunden ist. Die beiden Geräte sollen sich auf jeden Fall in einem gemeinsamen Netzwerk befinden und sich gegenseitig erreichen können. Je kürzer die Route, umso zuverlässiger ist die Messung. Starten Sie auch auf dem Notebook die Anwendung und wählen Sie hier die WLAN-Schnittstelle aus (siehe Abbildung 3).

Auch hier erscheinen wieder zahlreiche Fenster der installierten Firewall, oder von der Windows-Firewall. Bestätigen Sie auch hier alle Meldungen. Danach klicken Sie im Fenster im oberen Bereich auf Remote Receiver IP (siehe Abbildung 4). Hier sollte jetzt bereits der andere Client automatisch erscheinen, den Sie mit einem Kabel am Netzwerk angeschlossen haben. Findet die Software den Receiver nicht, geben Sie die IP-Adresse des Receivers manuell ein. Danach klicken Sie auf Start, um die Messung zu beginnen.

Im oberen Bereich sehen Sie die Datenrate des Senders oder auch des Clients (Transmitter), im unteren Bereich sehen Sie die Leistung des Empfängers oder Server (Receiver).Entfernen Sie sich vom Gerät, welches mit dem WLAN-Router direkt verbunden ist, geht die Datenrate nach unten. Sie sehen das im Diagramm, aber auch auf der rechten Seite in totalen Werten. Bewegen Sie sich jetzt durch das Gebäude, finden Sie recht schnell die Stellen, die nicht gut an das WLAN angebunden sind (siehe Abbildung 5).

Erweiterte Fehlersuche im WLAN – InSSIDer 3 & Co.

Neben dieser Standardvorgehensweise, können Sie im Bereich Settings die Messvorgänge von Netstress auch anpassen (siehe Abbildung 6). Sie können hier zum Beispiel die Paketgröße angeben und auf diesem Weg aussagekräftigere Ergebnisse erzielen. Beim Durchführen von Netzwerkanalysen helfen häufig Kombinationen verschiedener Tools. Neben Netstress sollte immer auch das Tool InSSIDer 3 zum Einsatz kommen. Für den Privatgebrauch ist das Tool kostenlos, für Unternehmen ist eine Testversion verfügbar.

Mit dem Tool lassen sich sehr informationsreiche Analysen von WLANs erstellen. In vielen Fällen liegen Leistungsprobleme an überschneidenden Kanälen, sowie zu vielen WLANs in einem Gebäude InSSIDer zeigt alle lokalen WLANs an, sowie deren Kanal und die Datenübertragung. Bei Analysen von Netzwerken ist InSSIDer eines der wichtigsten Tools (siehe Abbildung 7). InSSIDer arbeitet ebenfalls mit Windows 8.1 zusammen und kann auf dem gleichen Rechner installiert sein, wie Netstress.

Zusammen können Sie mit den Tools eine umfassende Analyse von WLANs durchführen und verschiedene Probleme schnell entdecken. Das kann mangelnde Abdeckung sein, aber auch überlappende WLANs und Kanäle.

Mit dem kostenlosen Tool WiFi Guard scannen Administratoren WLANs nach verbundenen Geräten. Auch das ist ein wichtiger Bestandteil bei der Leistungsmessung (siehe Abbildung 8). Außerdem lassen sich auf diesem Weg unter Umständen Fremdnutzer des WLANs entdecken. Von WiFi Guard gibt es auch eine portable Version, die nicht installiert werden muss. Auch dieses Tool arbeitet mit Windows 8.1, Netstress und InSSID zusammen.

Ebenfalls interessant in diesem Bereich ist Wireless Network Watcher. Das Tool hat eine ähnliche Funktion wie WiFi Guard (siehe Abbildung 9).

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