Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 53

Wireless World – die Welt der drahtlosen Datenübertragung

16.10.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Die Wireless World lässt sich klar in einzelne Bereiche einteilen; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Die Wireless World lässt sich klar in einzelne Bereiche einteilen; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Der Bereich der drahtlosen Datenübertragung ist ein sehr weites Feld mit außerordentlich vielen, unterschiedlichen Systemen. Bevor wir in den nächsten Folgen detailliert in diesen Bereich eintauchen, soll dieser Teil in gewisser Weise eine kompakte Übersicht über das Thema drahtlose Datenübertragung geben.

Zwei Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, wie sehr die Endanwender eine mobile Technologie ohne lästige Kabel zu schätzen wissen: das Handy und die WLANs, wie sie die Leser alle kennen. Beide haben sich schneller als alle anderen bekannten Systemgruppen verbreitet. Bei den Handys ist es seit längerer Zeit sogar schon so, dass es in vielen Ländern mehr mobile Teilnehmer als Festnetzkunden gibt, bei WLAN-Notebooks ist der Weg dorthin auch nicht mehr weit.

Durch die großen Stückzahlen bei den Komponenten konnte eine enorme Verbilligung erzielt werden. Dies geht nicht nur soweit, dass ein drahtloses LAN weniger als die Hälfte seines strukturiert verdrahteten Gegenstücks kostet, sondern die Kosten sind so tief in den Keller gerutscht, dass völlig neue Anwendungen denkbar sind. In der Praxis bekannt sind ja schon die „funkenden“ Etiketten (RFID Radio Frequency Identification). Zur Einleitung will ich aber noch ein weiteres kleines Beispiel für eine nette Anwendung geben.

Die zwei extremen Seiten eines Wireless-Spektrums

Betrachtet man die zwei Systemgruppen „Handy“ und „WLAN“, so fällt auf, dass beide in ihrer heutigen Ausprägung erhebliche Mängel haben. Mit den 2G, 2,5G oder 3G Handys lässt sich überall telefonieren, die Betreiber haben eine fast lückenlose Flächendeckung erzielt. Ein Handy-Netz kann roamen, ohne, dass die Verbindung abbricht, wie man leicht feststellt, wenn man seine Freisprechanlage im Auto bei 200 km/h oder mehr benutzt.

Die erzielbare Geschwindigkeit bei der Datenübertragung ist hingegen mäßig. Dies alles ändert sich auch durch UMTS nicht wirklich. Ein WLAN hingegen hat je nach Auslegung eine recht hohe Datenrate, aber nur eine sehr bescheidene Fläche, auf der es wirken kann. Das Roaming ist ggf. so schlecht, dass Verbindungen abreißen können. Außerdem gibt es noch viele weitere Probleme, wie z.B. Datenschutz, die aber mit den neuen Systemgenerationen hinreichend gelöst werden.

Handys und WLANs stellen sozusagen zwei extreme Seiten eines Wireless-Spektrums dar und können nur dann befriedigen, wenn sie gemäß ihrem ursprünglichen Bestimmungszweck eingesetzt werden. Möchte man etwas anderes, versagen sie kläglich.

Die Wireless World besteht mindestens aus folgenden Komponenten:

  • Mobilfunk 2G, 3G, UMTS, LTE nach ITU-Standards
  • Wireless LANs (WLANs) nach IEEE 802.11 a, b, g, h, und n
  • Wireless Broadband Access (WBA) nach IEEE 802.16
  • Wireless Mesh Networks nach IEEE 802.11s und IEEE 802.16a

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Technologien für drahtlose Direktverbindungen und Erweiterungen bestehender Systeme für mobile Nutzer. Wir werden uns in dieser Reihe zwar auf das Wesentliche konzentrieren, dennoch wird die Darstellung viele Folgen einnehmen, weil es eben sehr viele unterschiedliche Systeme gibt.

Aber zunächst müssen wir in das Ganze etwas Ordnung bringen!

weiter mit: The Wireless World – eine Übersicht

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