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OneDrive, AzureAD und Teams effektiv nutzen Windows 11 und die Cloud

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Wer auf Windows 11 setzt, kann zum einen auf Cloud-Dienste zurückgreifen, die Microsoft eng mit dem Betriebssystem integriert hat. Zum anderen lassen sich natürlich auch Cloud-Angebote von Drittherstellern nutzen. Wir geben einen Überblick und zeigen die Praxis.

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Mit dem Betriebssystem-Update auf Windows 11 knüpft Microsoft die Verbindungen zu Cloud-Services enger.
Mit dem Betriebssystem-Update auf Windows 11 knüpft Microsoft die Verbindungen zu Cloud-Services enger.
(Bild: Microsoft)

Die Anmeldung an Windows 11 kann direkt mit einem Konto aus Azure AD erfolgen. Hier unterstützt das neue Betriebssystem auch Konten aus Microsoft 365. Der Vorteil für Anwender besteht darin, dass sich diese für die einzelnen Cloud-Dienste nicht erneut anmelden können, sondern auf Single-Sign-On (SSO) setzen. Die Anbindung an Azure AD ist dadurch wesentlich einfacher geworden.

Azure AD und Microsoft 365 mit Windows 11 nutzen

Die Anbindung an Azure AD ist in den Einstellungen bei „Konten\Auf Arbeits- oder Schulkonto zugreifen“ zu sehen. An dieser Stelle lassen sich auch in Windows 10 Verknüpfungen mit Azure AD herstellen. Diese Anbindung an die Cloud ist daher nicht neu Windows 11, sie wurde nur bequemer. Nach der Anmeldung an ein Konto aus Azure AD und Microsoft 365 zeigt Windows 11 die zuletzt verwendeten Dokumente im Startmenü. Hier sind auch Dokumente aus SharePoint Online und OneDrive for Business zu sehen. Dabei nutzt Windows 11 auch Informationen des OneDrive-Clients auf Android- und iOS-Geräten.

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Windows 11 Home will Microsoft-Konto und Internetanbindung

Windows 11 Pro und Enterprise ermöglichen weiterhin den Betrieb mit einem lokalen Konto, ohne Anbindung an das Internet. Das ist mit Windows 11 Home anders. Hier will Microsoft durchsetzen, dass sich Anwender mit einem Microsoft-Konto anmelden und den Rechner auch an das Internet anbinden. Ob sich das anpassen lässt, ist aktuell noch nicht ganz sicher.

Es gibt aber Tricks, wie sich diese Zwangsanmeldung bei Microsoft umgehen lässt. Dazu geben Anwender einfach mehrfach falsche Anmeldedaten an und deaktivieren die Internetverbindung. Dann geht Windows 11 Home davon aus, dass keine Verbindung aufgebaut werden kann und ermöglicht auch die Anmeldung mit einem lokalen Benutzerkonto.

Windows 11 und Microsoft Teams

Ebenfalls neu ist die enge Teams-Integration von Windows 11. Microsoft hat einen eigenen Teams-Client direkt in Windows 11 eingebunden, der allerdings nur die Anmeldung an Microsoft-Konten ermöglicht, keine Anmeldung an Microsoft 365 oder andere Schul- oder Arbeitskonten. Der Client ist als violettes Icon mit weißer Kamera in Windows 11 zu sehen. Über den Client lässt sich auch die Oberfläche des kompletten Teams-Clients öffnen. Diese entspricht im Grunde genommen der Oberfläche des Desktop-Clients von Microsoft Teams, nur eben ohne die Anmeldemöglichkeit an Microsoft 365. Im Fokus des Chat-Clients in Windows 11 steht die Verbreitung von Microsoft Teams für Privathaushalte und die Möglichkeit auch hier Besprechungen planen zu können.

Windows 11 und OneDrive

Generell entspricht OneDrive in Windows 11 den Möglichkeiten, die auch andere Cloud-Anbieter in Windows 10/11 ermöglichen. In Windows 11 lassen sich die gängigen Clients von allen bekannten Cloud-Speicher-Anbietern installieren. Der Vorteil bei der Verwendung von OneDrive besteht darin, dass der Cloudspeicher enger in das Betriebssystem integriert ist. Neben verschiedenen Synchronisierungsfunktionen, die auch andere Cloudspeicher bieten, ist OneDrive auch in den Einstellungen von Windows 11 eng eingebunden, zum Beispiel zur Datensicherung oder zum Schutz gegen Ransomware.

OneDrive ist für Windows 11 der zentrale Speicherort für die Datensicherung. Grundsätzlich entspricht auch in Windows 11 der Funktionsumfang von OneDrive dem von Windows 10. Nur hat Microsoft den Cloud-Speicher noch enger an das Betriebssystem angebunden. In den Einstellungen lassen sich über „System\Speicher“ in Windows 11 umfassende Anpassungen und Analysen zur Nutzung des lokalen Speichers abrufen. Bei „Erweiterte Speichereinstellungen“ hat Microsoft auch OneDrive eingebunden. So kann zum Beispiel über „Sicherungsoptionen“ auch die Datensicherung zu OneDrive konfiguriert und aktiviert werden.

Die Verwendung von OneDrive muss in Windows 11 wie bereits in Windows 10 noch genauso konfiguriert werden. Über das Kontextmenü des OneDrive-Clients lassen sich die Einstellungen aufrufen. Hierüber erfolgt die Anmeldung an OneDrive- oder OneDrive for Business-Konten.

Windows 11 als Cloud-PC buchen

Mit der Veröffentlichung von Windows 11 ermöglicht Microsoft auch das Buchen von Windows 11 über seinen Cloud-PC mit der Bezeichnung Windows 365. Dabei gelten die gleichen Preise und Lizenzen, wie beim Buchen von Windows 10 in Windows 365. Es ist allerdings nicht ratsam, bereits vorhandene Rechner in Windows 365 von Windows 10 zu Windows 11 zu aktualisieren. Denn im Rahmen der Aktualisierung ist der Cloud-PC nicht mehr verfügbar und muss zurückgesetzt werden. Das sollte erst dann durchgeführt werden, wenn Microsoft die Aktualisierung über Windows-Update oder die Weboberfläche von Windows 365 anbietet.

Neuer Microsoft Store und weitere Edition in Aussicht

Mit Windows 11 will Microsoft auch den Store modernisieren und die Oberfläche anpassen. Gerüchteweise plant Microsoft dafür eine neue Edition von Windows 11 mit der Bezeichnung „Windows 11 SE“, die sich vor allem auf Apps aus dem neuen Store fokussiert. Ob diese Version erscheint, und welchen Funktionsumfang sie bietet, ist aktuell noch nicht umfassend klar. Es könnte sich um den Nachfolger von Windows 10 S handeln.

Fazit des Autors

Windows 11 bindet sich etwas enger an die verschiedenen Cloud-Lösungen an, wie Windows 10. Die Möglichkeit zur Anzeige der häufig verwendeten Dokumente im Startmenü und die direkte Anmeldung mit einem Microsoft-365- bzw. AzureAD-Konto sind die bequemste Variante, um Windows 10 an Microsoft-365-Dienste anzubinden.

Die Teams-Integration ist nicht gerade spektakulär, da keine Anmeldung an Azure AD und Microsoft 365 möglich ist. OneDrive verhält sich in Windows 11 generell genauso wie in Windows 10. Hier darf aber auch nicht vergessen werden, dass Windows 11 im Grunde genommen nur ein kostenloses Feature-Update von Windows 10 ist, kein komplett neu entwickeltes Betriebssystem.

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