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Definition Was ist RDP (Remote Desktop Protocol)?

Aktualisiert am 05.11.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber tutanch 3 min Lesedauer

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Das Remote Desktop Protocol ist ein von Microsoft entwickeltes Netzwerkprotokoll für den Zugriff auf einen entfernten Rechner. Mithilfe von RDP lassen sich Bildschirmdarstellungen und Steuerbefehle sicher über IP-Netze wie das Internet übertragen. RDP-Implementierungen gibt es auch für andere Betriebssysteme als Windows.

Mit dem von Microsoft entwickelten Protokoll RDP kann aus der Ferne auf Computer zugegriffen werden, um beispielsweise Bildschirm- oder Steuerdaten zu übertragen.(Bild:  Copilot / KI-generiert)
Mit dem von Microsoft entwickelten Protokoll RDP kann aus der Ferne auf Computer zugegriffen werden, um beispielsweise Bildschirm- oder Steuerdaten zu übertragen.
(Bild: Copilot / KI-generiert)

RDP ist das Akronym für Remote Desktop Protokoll. Es handelt sich um ein von Microsoft entwickeltes, ursprünglich herstellerspezifisches Protokoll, mit dem sich über ein Netzwerk aus der Ferne auf einen Rechner mit Windows-Betriebssystem zugreifen lässt.

Grundsätzlich ist RDP unabhängig vom zugrundeliegenden Netzwerk und der verwendeten Übertragungstechnik einsetzbar. Üblicherweise wird es jedoch in IP-Netzen (IPv4 und IPv6) wie dem Internet verwendet. Die per RDP ausgetauschten Daten sind verschlüsselt und während der Übertragung über potenziell unsichere Netzwerke wie das Internet geschützt. Im TCP/IP-Referenzmodell arbeitet RDP auf der Anwendungsebene. Im OSI-Referenzmodell ist es auf den Ebenen vier bis sieben angesiedelt.

Mithilfe des Protokolls lassen sich Bildschirmdarstellungen, Steuerungsbefehle und Peripheriefunktionen wie Drucker- und Audiodaten oder Daten des USB-Ports zwischen dem fernzusteuernden Rechner und einem lokalen Rechner in nahezu Echtzeit übertragen. Auch Multipoint-Verbindungen und Anwendungen wie virtuelle Whiteboards mit mehreren gleichzeitigen Usern sind prinzipiell möglich.

Entstanden ist das Remote Desktop Protocol als eine Erweiterung der T.120-Protokollfamilie der internationalen Fernmeldeunion (ITU). RDP wird von den Windows-Versionen seit Windows NT 4.0 und Windows XP unterstützt. Alle aktuellen Windows-Versionen bieten standardmäßig RDP-Client- und RDP-Server-Funktionen. In Windows-Umgebungen ist RDP die Standardlösung zur Fernadministration und Fernsteuerung von Rechnern.

Das Protokoll wurde inzwischen von Microsoft offengelegt, weshalb auch für andere Betriebssysteme wie macOS, Linux, Android, iOS oder FreeBSD und für Java kommerzielle oder Open-Source-basierte Client- und/oder Server-Implementierungen existieren.

Für bestimmte Anwendungsfälle steht das Remote Desktop Protocol mit anderen Lösungen und Protokollen für den Fernzugriff und die Übertragung von Bildschirminhalten wie VNC (Virtual Network Computing), X.11, Wayland oder Teamviewer in Konkurrenz.

Wie funktioniert RDP?

Das Remote Desktop Protocol arbeitet nach dem Client-Server-Prinzip. Ein System fungiert als RDP-Server, das andere als RDP-Client. Der Informationsaustausch zwischen Server und Client ist über das Remote Desktop Protocol genau geregelt. Können sich mehrere RDP-Clients gleichzeitig mit einem Server verbinden, wird dieser auch als Terminalserver bezeichnet.

Der Server erzeugt die Bildschirmdarstellung für den Client und überträgt die Daten verschlüsselt über das Netzwerk an den Remote-Rechner. Die Steuerbefehle wie Tastatureingaben oder Mausklicks werden in umgekehrter Richtung vom Client an den Server übertragen. Als Transportprotokoll kommt üblicherweise TCP (Transmission Control Protocol) über den TCP-Port 3389 zum Einsatz. Das verbindungslos arbeitende UDP (User Datagram Protocol) mit dem UDP-Port 3389 ist ebenfalls nutzbar.

Grundsätzlich sind verschiedene Modi möglich. Auf dem Remote-Rechner lässt sich eine bereits auf dem Server geöffnete Session oder eine komplett neue Session darstellen. Im ersten Fall sehen der lokale User auf der Server-Seite und der entfernte User auf der Remote-Seite die identischen Bildschirmdarstellungen und beide können den Rechner parallel bedienen. Im zweiten Fall startet der Remote-User eine eigene exklusive Sitzung auf dem Server-Rechner. Neben Bildschirmausgaben und Steuerbefehlen können auch Audioinformationen, Druckerdaten und Daten von USB-Ports über das Remote Desktop Protocol zwischen Client und Server übertragen werden.

Damit eine RDP-Sitzung aufgebaut werden kann, müssen sowohl die Netzwerk-Firewall als auch die Firewall des Servers Verbindungen von außen zulassen. Kommt Network Address Translation (NAT) auf der Strecke zwischen Client und Server zum Einsatz, wie das bei Internetverbindungen häufig der Fall ist, benötigt der Remote-Rechner die öffentliche IP-Adresse, unter der der Server erreichbar ist. Zudem muss eine Portweiterleitung auf dem NAT-Router in Richtung des Servers eingerichtet sein.

Zum Schutz der Client-Server-Sitzungen sind die übertragenen Daten verschlüsselt. Darüber hinaus benötigt eine Verbindung zwischen Client und Server eine gültige Authentifizierung. Dank dieser Maßnahmen ist RDP auch in öffentlichen IP-Netzen wie dem Internet einsetzbar.

Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen zielen dennoch viele Cyberattacken auf die RDP-Kommunikation ab. Es werden beispielsweise nicht gepatchte Schwachstellen oder Sicherheitslücken in bestimmten RDP-Client- oder RDP-Server-Implementierungen genutzt, um sich unbefugt Zugang zu fremden Rechnern zu verschaffen oder die RDP-Kommunikation zu manipulieren. Auch schwache Passwörter oder Brute-Force- und Man-in-the-Middle-Angriffe können zu unbefugten RDP-Sitzungen führen. Aufgrund der nicht zu vernachlässigenden Sicherheitsrisiken sind zusätzliche Maßnahmen wie die Multifaktorauthentifizierung, die zusätzliche Absicherung öffentlicher RDP-Zugänge oder die Implementierung weiterer Sicherheitsebenen zu empfehlen.

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Für welche Zwecke wird RDP eingesetzt?

Das Remote Desktop Protocol kommt für zahlreiche Anwendungsfälle zum Einsatz. Typische Anwendungen sind:

  • Remote-Support für Endanwender
  • Fernverwaltung von Servern
  • Zugriff mobiler Mitarbeiter auf ihren Arbeitsplatzrechner
  • Homeoffice-Zugriff auf Arbeits-Desktops
  • Remote-Installation von Software
  • Remote-Drucken
  • Bereitstellung von virtuellen Arbeitsplatzrechnern über die Cloud
  • Desktop-Freigaben für die gemeinsame Arbeit an Dokumenten oder Projekten
  • Desktop-Freigaben bei Telefon- und Videokonferenzen
  • Durchführung von Schulungen oder Demonstrationen
  • interaktive, virtuelle Whiteboard-Anwendungen für mehrere Teilnehmer

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