Das Remote Desktop Protocol ist ein von Microsoft entwickeltes Netzwerkprotokoll für den Zugriff auf einen entfernten Rechner. Mithilfe von RDP lassen sich Bildschirmdarstellungen und Steuerbefehle sicher über IP-Netze wie das Internet übertragen. RDP-Implementierungen gibt es auch für andere Betriebssysteme als Windows.
Mit dem von Microsoft entwickelten Protokoll RDP kann aus der Ferne auf Computer zugegriffen werden, um beispielsweise Bildschirm- oder Steuerdaten zu übertragen.
(Bild: Copilot / KI-generiert)
RDP ist das Akronym für Remote Desktop Protokoll. Es handelt sich um ein von Microsoft entwickeltes, ursprünglich herstellerspezifisches Protokoll, mit dem sich über ein Netzwerk aus der Ferne auf einen Rechner mit Windows-Betriebssystem zugreifen lässt.
Grundsätzlich ist RDP unabhängig vom zugrundeliegenden Netzwerk und der verwendeten Übertragungstechnik einsetzbar. Üblicherweise wird es jedoch in IP-Netzen (IPv4 und IPv6) wie dem Internet verwendet. Die per RDP ausgetauschten Daten sind verschlüsselt und während der Übertragung über potenziell unsichere Netzwerke wie das Internet geschützt. Im TCP/IP-Referenzmodell arbeitet RDP auf der Anwendungsebene. Im OSI-Referenzmodell ist es auf den Ebenen vier bis sieben angesiedelt.
Mithilfe des Protokolls lassen sich Bildschirmdarstellungen, Steuerungsbefehle und Peripheriefunktionen wie Drucker- und Audiodaten oder Daten des USB-Ports zwischen dem fernzusteuernden Rechner und einem lokalen Rechner in nahezu Echtzeit übertragen. Auch Multipoint-Verbindungen und Anwendungen wie virtuelle Whiteboards mit mehreren gleichzeitigen Usern sind prinzipiell möglich.
Entstanden ist das Remote Desktop Protocol als eine Erweiterung der T.120-Protokollfamilie der internationalen Fernmeldeunion (ITU). RDP wird von den Windows-Versionen seit Windows NT 4.0 und Windows XP unterstützt. Alle aktuellen Windows-Versionen bieten standardmäßig RDP-Client- und RDP-Server-Funktionen. In Windows-Umgebungen ist RDP die Standardlösung zur Fernadministration und Fernsteuerung von Rechnern.
Das Protokoll wurde inzwischen von Microsoft offengelegt, weshalb auch für andere Betriebssysteme wie macOS, Linux, Android, iOS oder FreeBSD und für Java kommerzielle oder Open-Source-basierte Client- und/oder Server-Implementierungen existieren.
Für bestimmte Anwendungsfälle steht das Remote Desktop Protocol mit anderen Lösungen und Protokollen für den Fernzugriff und die Übertragung von Bildschirminhalten wie VNC (Virtual Network Computing), X.11, Wayland oder Teamviewer in Konkurrenz.
Wie funktioniert RDP?
Das Remote Desktop Protocol arbeitet nach dem Client-Server-Prinzip. Ein System fungiert als RDP-Server, das andere als RDP-Client. Der Informationsaustausch zwischen Server und Client ist über das Remote Desktop Protocol genau geregelt. Können sich mehrere RDP-Clients gleichzeitig mit einem Server verbinden, wird dieser auch als Terminalserver bezeichnet.
Der Server erzeugt die Bildschirmdarstellung für den Client und überträgt die Daten verschlüsselt über das Netzwerk an den Remote-Rechner. Die Steuerbefehle wie Tastatureingaben oder Mausklicks werden in umgekehrter Richtung vom Client an den Server übertragen. Als Transportprotokoll kommt üblicherweise TCP (Transmission Control Protocol) über den TCP-Port 3389 zum Einsatz. Das verbindungslos arbeitende UDP (User Datagram Protocol) mit dem UDP-Port 3389 ist ebenfalls nutzbar.
Grundsätzlich sind verschiedene Modi möglich. Auf dem Remote-Rechner lässt sich eine bereits auf dem Server geöffnete Session oder eine komplett neue Session darstellen. Im ersten Fall sehen der lokale User auf der Server-Seite und der entfernte User auf der Remote-Seite die identischen Bildschirmdarstellungen und beide können den Rechner parallel bedienen. Im zweiten Fall startet der Remote-User eine eigene exklusive Sitzung auf dem Server-Rechner. Neben Bildschirmausgaben und Steuerbefehlen können auch Audioinformationen, Druckerdaten und Daten von USB-Ports über das Remote Desktop Protocol zwischen Client und Server übertragen werden.
Damit eine RDP-Sitzung aufgebaut werden kann, müssen sowohl die Netzwerk-Firewall als auch die Firewall des Servers Verbindungen von außen zulassen. Kommt Network Address Translation (NAT) auf der Strecke zwischen Client und Server zum Einsatz, wie das bei Internetverbindungen häufig der Fall ist, benötigt der Remote-Rechner die öffentliche IP-Adresse, unter der der Server erreichbar ist. Zudem muss eine Portweiterleitung auf dem NAT-Router in Richtung des Servers eingerichtet sein.
Zum Schutz der Client-Server-Sitzungen sind die übertragenen Daten verschlüsselt. Darüber hinaus benötigt eine Verbindung zwischen Client und Server eine gültige Authentifizierung. Dank dieser Maßnahmen ist RDP auch in öffentlichen IP-Netzen wie dem Internet einsetzbar.
Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen zielen dennoch viele Cyberattacken auf die RDP-Kommunikation ab. Es werden beispielsweise nicht gepatchte Schwachstellen oder Sicherheitslücken in bestimmten RDP-Client- oder RDP-Server-Implementierungen genutzt, um sich unbefugt Zugang zu fremden Rechnern zu verschaffen oder die RDP-Kommunikation zu manipulieren. Auch schwache Passwörter oder Brute-Force- und Man-in-the-Middle-Angriffe können zu unbefugten RDP-Sitzungen führen. Aufgrund der nicht zu vernachlässigenden Sicherheitsrisiken sind zusätzliche Maßnahmen wie die Multifaktorauthentifizierung, die zusätzliche Absicherung öffentlicher RDP-Zugänge oder die Implementierung weiterer Sicherheitsebenen zu empfehlen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Für welche Zwecke wird RDP eingesetzt?
Das Remote Desktop Protocol kommt für zahlreiche Anwendungsfälle zum Einsatz. Typische Anwendungen sind:
Remote-Support für Endanwender
Fernverwaltung von Servern
Zugriff mobiler Mitarbeiter auf ihren Arbeitsplatzrechner
Homeoffice-Zugriff auf Arbeits-Desktops
Remote-Installation von Software
Remote-Drucken
Bereitstellung von virtuellen Arbeitsplatzrechnern über die Cloud
Desktop-Freigaben für die gemeinsame Arbeit an Dokumenten oder Projekten
Desktop-Freigaben bei Telefon- und Videokonferenzen
Durchführung von Schulungen oder Demonstrationen
interaktive, virtuelle Whiteboard-Anwendungen für mehrere Teilnehmer