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Definition Was ist Remote Desktop?

Aktualisiert am 08.04.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

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Der Begriff Remote Desktop beschreibt eine spezielle Art des Fernzugriffs. Der Anwender verbindet sich per Netzwerk mit einem entfernten Rechner und interagiert über die grafische Benutzerschnittstelle und die an den Remote-Rechner übertragenen Maus- und Tastatureingaben. Typische Anwendungen sind mobiles Arbeiten, administrative Aufgaben und technischer Support.

Ein Remote Desktop ermöglicht es dem Anwender, per grafischer Benutzerschnittstelle auf einem entfernten Rechner zu arbeiten.(Bild:  Dall-E / ChatGPT / KI-generiert)
Ein Remote Desktop ermöglicht es dem Anwender, per grafischer Benutzerschnittstelle auf einem entfernten Rechner zu arbeiten.
(Bild: Dall-E / ChatGPT / KI-generiert)

Ins Deutsche übersetzt bedeutet Remote Desktop "entfernter Schreibtisch". Bei Remote Desktop handelt es sich um eine Technologie, Anwendung oder eine Betriebssystemfunktion, die es einem Anwender ermöglicht, mit seinem lokalen Rechner einen entfernten Rechner über eine Netzwerkverbindung und die grafische Benutzeroberfläche zu steuern und mit diesem zu arbeiten. Der Anwender nutzt den entfernten Rechner wie einen lokalen Rechner und arbeitet mit den Remote vorhandenen Anwendungen und Daten. Die Bedienung des auf dem lokalen Bildschirm dargestellten grafischen Desktops erfolgt über die lokale Maus und Tastatur, deren Steuerbefehle an den Remote-Rechner übertragen werden. Grundsätzlich kann Remote Desktop als eine Unterkategorie des Remote Access eingeordnet werden.

Typische Anwendungen für Remote Desktop sind das Arbeiten von zu Hause aus und mobiles Arbeiten, Administrationstätigkeiten an entfernten Rechnern und Servern, technischer Support oder die Bedienung und Nutzung entfernter Anwendungen und Daten.

Wie unterscheidet sich Remote Desktop vom Screen Sharing?

Die Begriffe Remote Desktop und Screen Sharing werden manchmal synonym oder in ähnlichem Zusammenhang verwendet. Sie lassen sich aber voneinander abgrenzen:

Voraussetzung für das Screen Sharing ist, dass sich ein Anwender am entfernten Rechner vor Ort anmeldet und dort einen lokalen Desktop ausführt. Dieser Desktop wird mit einem Anwender an einem Rechner an einem anderen Ort geteilt und ist gemeinsam nutzbar. Beide Anwender sehen die gleiche Bildschirmdarstellung. Beim Remote Desktop muss auf dem entfernten Rechner kein lokaler Desktop ausgeführt werden. Die Remote-Desktop-Sitzung funktioniert unabhängig von einer lokal laufenden Sitzung.

So funktioniert Remote Desktop

Für die Ausführung einer Remote-Desktop-Sitzung sind diese grundlegenden Funktionskomponenten notwendig:

  • Unterstützung der Remote-Desktop-Funktionen am Remote-Rechner (eine Art Remote-Desktop-Serverfunktion)
  • eine Netzwerkverbindung zwischen lokalem Rechner und Remote-Rechner
  • ein Netzwerkprotokoll für die Übertragung der Steuerbefehle und des grafischen Desktops
  • eine lokale Anwendung oder Software für die Remote-Desktop-Darstellung und -Steuerung

Eine Remote-Desktop-Sitzung funktioniert nach dem Client-Server-Prinzip. Der zu steuernde Remote-Rechner agiert als Server und der lokale Rechner als Client. Zwischen Server und Client ist eine private oder öffentliche Netzwerkverbindung, zum Beispiel eine Internetverbindung, notwendig. Sie muss für ein flüssiges Arbeiten hinsichtlich der Bandbreite und der Latenzzeiten geeignet sein, um die grafische Darstellung und die Maus- und Tastaturbefehle in nahezu Echtzeit zu übertragen.

Für die Übertragung der Steuerbefehle und des grafischen Desktops kommen spezielle Remote-Desktop-Protokolle zum Einsatz. Eines der bekanntesten und am häufigsten genutzten Protokolle ist das von Microsoft entwickelte RDP (Remote Desktop Protocol). Es ist Bestandteil des Windows-Betriebssystems, lässt sich aber auch auf Rechnern mit anderen Betriebssystemen nutzen. Weitere beliebte Remote-Desktop-Protokolle sind ICA (Independent Computing Architecture), VNC (Virtual Network Computing) oder PCoIP (PC over IP).

Die Unterstützung der Remote-Desktop-Funktionen auf dem lokalen und dem entfernten Rechner kann wie bei Windows über betriebssysteminterne Funktionen und Tools realisiert sein, lässt sich aber auch über spezielle Remote-Desktop-Software und -Anwendungen herstellen. Häufig bieten die Tools neben der Übertragung der Bildschirmdarstellung und der Maus- und Tastatureingaben zusätzliche Funktionen wie die gemeinsame Nutzung von Zwischenablageinhalten, die Übertragung von Audio-In- und -Output oder das Remote-Drucken.

Es existieren zahlreiche Remote-Desktop-Implementierungen und -Anwendungen verschiedener Hersteller wie Microsoft, VMware oder Citrix, mit denen sich neben dem klassischen Remote Desktop auch Remote-Desktop-Dienste aus der Cloud oder auf virtuellen Plattformen nutzen lassen.

Für die Nutzung von Windows-Rechnern von anderen Geräten aus per Remote Desktop stellt Microsoft eine spezielle Remote-Desktop-Anwendung beziehungsweise -App als Remote-Desktop-Client zur Verfügung. Sie ist unter dem Namen Windows App für die Plattformen Windows, macOS, iOS/iPadOS, Android und für den Webbrowser verfügbar und agiert als Gateway zu Remote-Desktop-Diensten und Remote-PCs, Azure Virtual Desktop, Windows 365 oder Microsoft Dev Box.

Welche Vorteile bietet Remote Desktop?

Als typische Vorteile der Arbeit mit einem Remote Desktop lässt sich aufzählen: Ein Remote Desktop...

  • ...ermöglicht den ortsunabhängigen, flexiblen Zugriff auf Anwendungen, Daten und andere Ressourcen
  • ...erleichtert mobiles Arbeiten von jedem Ort aus
  • ...vereinfacht die Ausführung von administrativen Tätigkeiten auf entfernten Rechnern
  • ...verbessert die Effizienz des Remote-Supports und steigert die Produktivität der Support-Mitarbeiter
  • ...funktioniert plattformübergreifend und bietet Zugriff von unterschiedlichen Geräten mit beliebigen Betriebssystemen
  • ...ermöglicht den Einsatz kostengünstiger lokaler Geräte wie Thin Clients
  • ...ermöglicht die Optimierung von Lizenzkosten
  • ...minimiert das Risiko von Datenlecks, da Daten nicht auf externen Geräten bearbeitet und abgelegt werden müssen
  • ...ermöglicht eine zentralisierte Verwaltung und Bereitstellung von Anwendungen, Daten und Rechnerressourcen

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