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Definition Was ist HiperLAN?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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HiperLAN ist ein Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre entwickelter europäischer WLAN-Standard für den 5-GHz-Frequenzbereich. Er war als Alternative zu den IEEE-802.11-Standards, auch unter der Marketingbezeichnung Wi-Fi bekannt, gedacht und enthielt einige interessante technische Neuerungen. HiperLAN konnte sich aber nie durchsetzen und wurde von den Wi-Fi-Standards vollständig verdrängt.

Der europäische WLAN-Standard HiperLAN besaß zwar einige interessante technische Neuerungen, konnte sich aber nie kommerziell durchsetzen.(Bild:  ChatGPT / KI-generiert)
Der europäische WLAN-Standard HiperLAN besaß zwar einige interessante technische Neuerungen, konnte sich aber nie kommerziell durchsetzen.
(Bild: ChatGPT / KI-generiert)

HiperLAN ist das Akronym für High Performance Radio Local Area Network. Es handelt sich um einen WLAN-Standard, der als europäische Alternative zu den IEEE-802.11-Standards (Wi-Fi) gedacht war. HiperLAN wurde von 1996 bis Anfang der 2000er-Jahre innerhalb des ETSI (European Telecommunications Standards Institute) von der BRAN-Arbeitsgruppe (Broadband Radio Access Networks) spezifiziert.

Die HiperLAN-Standardfamilie sah die vier verschiedenen Versionen HiperLAN/1, HiperLAN/2, HiperLAN/3 und HiperLAN/4 vor. Zur Zeit seiner Entstehung galt HiperLAN als ein fortschrittlicher WLAN-Standard, der einige interessante technische Neuerungen enthielt und IEEE 802.11 in einigen Bereichen voraus war. So nutzte HiperLAN beispielsweise das weniger frequentierte 5-GHz-Band, unterstützte bereits QoS und erlaubte höhere Übertragungsraten.

HiperLAN konnte sich am Markt aber dennoch nicht durchsetzen und erlangte nie nennenswerte kommerzielle Bedeutung. Die IEEE-802.11-Standards verdrängten HiperLAN vollständig, übernahmen jedoch auf MAC- und PHY-Ebene teilweise einige Konzepte. In den frühen 2000er-Jahren stellte das ETSI die Weiterentwicklung von HiperLAN zugunsten von IEEE 802.11 ein.

Die verschiedenen HiperLAN-Versionen und ihre technischen Merkmale

HiperLAN ist der Überbegriff für insgesamt vier verschiedene HiperLAN-Versionen, von denen aber nicht alle vollständig spezifiziert und fertiggestellt wurden. Die vier vorgesehenen HiperLAN-Versionen waren:

  • HiperLAN/1
  • HiperLAN/2
  • HiperLAN/3, auch als HiperACCESS bezeichnet
  • HiperLAN/4, auch als HiperLINK bezeichnet

HiperLAN/1 wurde 1996 veröffentlicht und erreichte im 5-GHz-Band (Frequenzbereich von 5120 bis 5300 MHz) Datenraten bis 23,5 Mbit/s. Der Frequenzbereich war in fünf Kanäle aufgeteilt. Die üblichen Reichweiten in Gebäuden lagen bei circa 30 bis 50 Metern. HiperLAN/1 sah unter anderem Funktionen wie eine Ad-hoc-Kommunikation ohne Access Point, dynamisches Routing zwischen den Endgeräten und eine automatische Weiterleitung von Daten über mehrere Stationen (Multi-Hop) vor. Auch Stromsparmechanismen waren implementiert. Im Gegensatz zu IEEE 802.11 kam nicht CSMA/CA als Zugriffsverfahren, sondern das als intelligenter geltende EY-NPMA (Elimination Yield Non-Preemptive Multiple Access) zum Einsatz.

HiperLAN/2 erschien im Jahr 2000 und bot eine maximale Datenrate von 54 Mbit/s. Neben dem Frequenzbereich zwischen 5120 und 5300 MHz konnte auch der Frequenzbereich zwischen 5470 und 5725 MHz genutzt werden. Zu den weiteren technischen Merkmalen von HiperLAN/2 zählten eine zentrale Steuerung über einen Access Point, eine umfassendere Unterstützung von QoS (Quality of Service) und die Implementierung von Sicherheitsmechanismen. Durch QoS wurden Echtzeitanwendungen möglich. Übliche Reichweiten waren 30 Meter in Gebäuden und bis zu 150 Meter im Freien.

HiperLAN/3 (HiperACCESS) war als Richtfunkalternative zu drahtgebundenen Verbindungen auf der letzten Meile und zur Überbrückung der Verbindung von einem Weitverkehrsnetz zu einem Teilnehmeranschluss vorgesehen. Bei einer Datenrate von bis zu 23 Mbit/s sollten Reichweiten von bis zu 5 Kilometern realisierbar sein.

HiperLAN/4 (HiperLINK) war für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit besonders hohen Datenraten von bis zu 155 Mbit/s gedacht. Die realisierbaren Reichweiten sollten bis zu 150 Meter betragen.

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