Definition

Was ist ein SIP Trunk?

| Autor / Redakteur: tutanch / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Ein SIP Trunk verbindet eine VoIP-fähige Telefonanlage mit einem Telefonie-Provider. Er ermöglicht es, mehrere parallele Telefonverbindungen verschiedener Nebenstellen gleichzeitig aufzubauen. Das Session Initiation Protocol (SIP) übernimmt die Aufgabe der Steuerung der IP-basierten Sprachverbindungen. SIP Trunking löst ISDN-basierte Telefonanlagenanschlüsse ab.

Bei Standard-SIP-Accounts sind die Endgeräte jeweils einzeln mit ihrer Durchwahlrufnummer beim VoIP-Anbieter registriert. Ein SIP Trunk ermöglicht es, eine komplette VoIP-fähige Telefonanlage mit mehreren Nebenstellen über eine einzelne Verbindung mit dem Provider zu koppeln. Über den Trunk lassen sich abhängig von der vorhandenen Bandbreite und den beim Anbieter gebuchten Leistungen eine Vielzahl verschiedener Sprachverbindungen aufbauen.

Der Provider weist der Telefonanlage komplette Rufnummernblöcke zur Adressierung der verschiedenen Nebenstellen zu. Dadurch werden die IP-Telefonanlagen durchwahlfähig. Während bei ISDN-Telefonanlagenanschlüssen entweder zwei oder 30 Kanäle für Sprachverbindungen zur Verfügung stehen, sind SIP Trunks flexibel an die benötigte Anzahl an Kanälen anpassbar.

Signalisierung und Sprachdaten werden über das Internetprotokoll (IP) übertragen. Das Session Initiation Protocol (SIP) übernimmt die Aufgabe des Aufbaus, der Steuerung und des Abbaus der Kommunikationssitzungen.

Da Telefonanbieter weltweit ihre Netze von herkömmlicher analoger und digitaler Technik auf Voice over IP umstellen und klassische Telefonnetze abschalten, gewinnt der SIP-Trunk zunehmend an Bedeutung. In modernen Netzwerken stellt er die Standardmöglichkeit dar, Telefonanlagen mit dem Telefonprovider zu koppeln.

Die Funktionsweise des SIP Trunkings

Ein SIP Trunk ist ein digitaler, IP-basierter Telefonanschluss, der über eine Datenleitung aufgebaut wird. Auf der Datenleitung können neben den Daten für das SIP Trunking und die Telefonie noch weitere Daten übertragen werden. Oft ist der SIP Trunk über den Internetanschluss eines Unternehmens realisiert.

Trunks können aber auch als dedizierte Leitungen zu einem Telefonprovider direkt an einer Telefonanlage angeschlossen sein. Vergleichbar ist der SIP Trunk mit einem Anlagenanschluss einer klassischen ISDN-Telefonanlage. SIP Trunking ist speziell für IP-fähige Telefonanlagen konzipiert und verwendet das Session Initiation Protocol für die Steuerung der Sitzungen. Die mögliche Anzahl paralleler Sprachkanäle ist von folgenden drei Faktoren abhängig:

  • der Bandbreite der IP-Verbindung
  • der Kapazität der IP-Telefonanlage
  • den bereitgestellten Kanälen des Telefonieanbieters

Über den Trunk ist die Telefonanlage mit einem kompletten Rufnummernblock beim Anbieter registriert. Sämtliche Rufnummern des Blocks routet der Anbieter über den Trunk zur Telefonanlage. Die lokale Zuordnung zu den verschiedenen Nebenstellen ist auf der Telefonanlage selbst konfiguriert und variabel veränderbar. Pro Sprachkanal benötigt die IP-Verbindung eine Bandbreite von etwa 100 Kilobit pro Sekunde. Werden über die gemeinsame Datenleitung noch andere Daten übertragen, lässt sich mithilfe der Priorisierung von Sprachdaten der Störeinfluss reduzieren.

Vorteile des SIP Trunkings

Im Vergleich zu herkömmlichen ISDN-Telefonanlagenanschlüssen bietet SIP Trunking eine Vielzahl an Vorteilen. So ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Sprachkanäle nicht mehr fest vorgegeben, sondern flexibel buchbar. Prinzipiell ist eine beliebige Anzahl an Sprachkanälen über einen einzelnen Trunk realisierbar.

Soll die Anzahl erhöht werden, ist das bei entsprechend vorhandener Bandbreite durch einfaches Zubuchen von Kanälen beim Anbieter möglich. Ein Beantragen und Anschließen neuer Leitungen ist in der Regel nicht notwendig. Die Kosten für den Betrieb der Telefonanlage am Netz lassen sich im Vergleich zur klassischen Telefonie reduzieren und der Aufwand für die Installation von Hardware beim Upgrade von Leitungen entfällt. Da der SIP Trunk ortsungebunden ist, bleiben vorhandene Rufnummern bei Standortwechseln weiterhin nutzbar. Die Verwaltung der Telefonanlage vereinfacht sich, da nur noch ein einziger Account für alle Endgeräte verwendet werden muss.

Weitere Vorteile des Trunkings ergeben sich durch die Möglichkeit der Bereitstellung zusätzlicher Services wie:

  • die Verschlüsselung von Sprachdaten
  • die Bereitstellung und das automatische Umschalten auf redundante Backup-Trunks
  • die Konfiguration der Trunks mithilfe webbasierter Oberflächen
  • integrierter Schutz vor Denial-of-Service-Attacken
  • umfangreiches Perfomance- und Usage-Reporting
  • flexibles Routing von Anrufen abhängig vom Telefonaufkommen und individuellen Policies

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