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Definition Was ist ein Client?

Aktualisiert am 18.09.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

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Ein Client ist ein Endgerät oder ein Programm, das die Dienste eines Servers oder einer Server-Applikation in Anspruch nimmt. Dadurch werden die Dienste für den Nutzer lokal verfügbar. Viele Anwendungen und Services im Netzwerkbereich basieren auf diesem Client-Server-Modell. Eine bekannte Client-Anwendung ist der Webbrowser.

Clients nehmen die Dienste eines Servers oder einer Server-Anwendung in Anspruch und machen sie lokal für den Anwender verfügbar.(Bild:  ChatGPT / KI-generiert)
Clients nehmen die Dienste eines Servers oder einer Server-Anwendung in Anspruch und machen sie lokal für den Anwender verfügbar.
(Bild: ChatGPT / KI-generiert)

Der Begriff Client stammt aus dem Englischen und bedeutet im Deutschen "Kunde" oder "Klient". Im IT-Bereich versteht man unter einem Client ein Endgerät oder ein Programm, das Dienste eines Servers oder einer Server-Anwendung, auch als Host oder Host-Anwendung bezeichnet, anfordert und für die lokale Nutzung bereitstellt.

Mit dem Begriff Client kann sowohl die Software, die mit dem Server interagiert, als auch die Hardware, die die Verbindung zum Server aufbaut, gemeint sein. Bezeichnet der Begriff Client ein Endgerät oder eine Hardware, ist manchmal auch vom Client-System die Rede.

Der Client sendet seine Anfragen über eine Netzwerk- oder Schnittstellenverbindung an den Server oder an das Server-Programm, empfängt die Antworten und sorgt für deren lokale Darstellung und/oder Verarbeitung. Während der Host also den eigentlichen Service bereitstellt, haben Clients die Aufgabe, Informationen anzufordern und entgegenzunehmen, sie grafisch oder textbasiert darzustellen und die Eingaben der Anwender an den Host zu übermitteln.

Das Client-Server-Modell - Standardkonzept im Netzwerkumfeld

Im Netzwerkumfeld ist das so genannte Client-Server-Modell eines der Standardkonzepte. Clients und Server übernehmen jeweils verschiedene Aufgaben.

Ein Server oder Host ist eine Hard- oder Software, die die Services bereitstellt. Clients können diese Services über eine Netzwerkverbindung in Anspruch nehmen. Während Server auf die Kontaktaufnahmen der Clients passiv warten, bauen Clients ihre Verbindungen aktiv auf. Die Regeln für den Verbindungsaufbau und das Format für den Austausch der Daten sind in servicespezifischen Protokollen, die in der Regel nach dem Request/Response-Schema arbeiten, definiert. Für eine an sich zustandslose Client-/Server-Kommunikation können client- oder serverseitige Verfahren zur Kontextspeicherung der einzelnen Sitzungen zum Einsatz kommen. Softwarebasierte Clients und Server können unter Umständen auf gleicher Hardware parallel laufen und kommunizieren dann intern über definierte Schnittstellen. Services lassen sich bei Bedarf auch auf Gruppen bestehend aus mehreren Servern verteilen.

Das Gegenstück zum Client-Server-Modell ist das Peer-to-Peer-Modell. Bei diesem Modell sind die Netzwerkteilnehmer gleichgestellt und erfüllen gleichwertige Aufgaben.

Die verschiedenen Hardware-Konzepte für Netzwerk-Clients

Hardware-Clients in einem Netzwerk unterscheiden sich abhängig von ihrer Ausstattung und ihren Funktionen. Es existieren unterschiedliche Hardware-Konzepte für die Realisierung von Clients. Typische Arten von Hardware-Clients sind:

  • Thin-Clients
  • Fat-Clients
  • Smart-Clients

Grundsätzlich lassen sich diese drei Typen von Hardware-Clients unterscheiden.(Bild:  Copilot / KI-generiert)
Grundsätzlich lassen sich diese drei Typen von Hardware-Clients unterscheiden.
(Bild: Copilot / KI-generiert)

Ein Thin-Client besitzt nur eine Minimalausstattung an Hardware und Rechenkapazität, die für die Kontaktaufnahme mit dem Server, die Darstellung von Informationen und die Eingabe von Nutzerinteraktionen benötigt wird. Er ist auf die Erreichbarkeit und die Dienste von Servern angewiesen, da sämtliche Applikationen auf dem Server ausgeführt werden. Lokale Funktionen unterstützt er aufgrund der eingeschränkten Hardwareressourcen nicht oder nur in einem sehr begrenzten Umfang. Typischer Einsatzbereich eines Thin-Clients ist der Zugriff auf virtuelle Desktops, die auf Servern laufen.

Das Gegenteil des Thin-Clients ist der Fat-Client. Er besitzt eigene Rechenleistung, lokalen Speicherplatz und ein eigenes, vollwertiges Betriebssystem. Fat-Clients sind beispielsweise PCs oder Laptops, die neben der Interaktion mit einem Server auch lokale Anwendungen ausführen oder offline arbeiten können.

So genannte Smart-Clients vereinen die Vorteile von Fat- und Thin-Cients. Sie bedienen wichtige Basisfunktionen selbst und beziehen komplexe Anwendungen oder bestimmte Dienste von einem Server. Für die Ausführung der lokalen Aufgaben verfügen sie über ausreichende Hard- und Softwareressourcen.

Typische Client-Anwendungen

Typische Client-Anwendungen im Netzwerk- und Internetumfeld sind zum Beispiel:

  • Webbrowser
  • E-Mail-Programme
  • FTP-Clients
  • SSH-Clients
  • VPN-Clients
  • DNS-Clients

Die clientseitige Anwendung eines Webbrowsers wie Chrome, Edge oder Firefox arbeitet mit dem HTTP/HTTPS-Protokoll, mit dem sie Anfragen an einen Webserver stellt. Die angefragten Informationen werden vom Server über das HTTP/HTTPS-Protokoll ausgeliefert und auf dem Client-Rechner im Webbrowser dargestellt.

E-Mail-Programme verwenden Protokolle wie SMTP (Simple Mail Transfer Protocol), POP3 (Post Office Protocol) oder IMAP (Internet Message Access Protocol), um Nachrichten von einem E-Mail-Server zu empfangen oder über den Server zu versenden.

Eine weitere clientseitige Anwendung ist der FTP-Client (File Transfer Protocol), mit dem sich Dateien von einem FTP-Server abrufen oder zu einem FTP-Server übertragen lassen.

Mit einem SSH-Client lassen sich sichere, authentifizierte Verbindungen zu einem Server herstellen, die zum Beispiel zur Verwaltung oder Fernwartung der Systeme genutzt werden können.

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VPN-Clients bauen über das Internet eine Verbindung zu einem VPN-Server auf. Über eine verschlüsselte "Tunnelverbindung" können Daten geschützt vor unbefugtem Zugriff sicher über öffentliche Netze wie das Internet übertragen werden.

DNS-Clients arbeiten als Systemdienst für den Anwender unbemerkt im Hintergrund und kontaktieren DNS-Server, die die für die Kommunikation benötigten IP-Adressen zu den angefragten Domainnamen auflösen.

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