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Definition Was ist Cellular-V2X (C-V2X)?

Cellular-V2X ist ein 3GPP-Standard zur Verkehrsvernetzung. Er nutzt Mobilfunkstandards der vierten und fünften Generation (4G und 5G) und ermöglicht sowohl die direkte Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmern und Infrastrukturkomponenten als auch die Kommunikation über Mobilfunknetze. Ein alternativer Standard zu C-V2X ist 802.11p (pWLAN) vom IEEE.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die Abkürzung C-V2X steht für Cellular-Vehicle-to-Everything-Communication. Es handelt sich um einen Standard des 3rd Generation Partnership Projects (3GPP) zur Verkehrsvernetzung. Ziel ist es, einen weltweiten Standard zu schaffen, der mit Hilfe einer Kommunikation zwischen den Fahrzeugen untereinander und mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Verkehrsinfrastrukturkomponenten die Fahrzeug- und Verkehrssicherheit sowie die Verkehrseffizienz verbessert. Zudem stellt die Technik die Basis für das autonome Fahren bereit.

Cellular-V2X erlaubt sowohl die direkte Kommunikation ohne zugrundeliegendem Mobilfunknetz als auch die netzbasierte Kommunikation. Für die direkte Kommunikation kommt ein Frequenzspektrum im 5,9-GHz-Bereich zum Einsatz. Der Datenaustausch erfolgt mit niedrigen Latenzzeiten und nutzt die Mobilfunktechnik der vierten (4G; LTE) und fünften Generation (5G).

Eine Alternative zu C-V2X stellt das vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) 2010 veröffentlichte 802.11p dar. Es baut auf dem WLAN-Standard 802.11a auf und wird auch pWLAN genannt. 802.11p nutzt die WLAN-Technik zur Kommunikation und ist für die echtzeitfähige Kommunikation über Entfernungen von wenigen hundert Metern konzipiert. Welcher Standard sich durchsetzen wird, ist aktuell noch nicht absehbar.

Grundsätzliches zur Verkehrsvernetzung

Die Verkehrsvernetzung soll den Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen, Verkehrsteilnehmern und Verkehrsinfrastruktur ermöglichen. Zusammengefasst sind die Vernetzungsmöglichkeiten unter der Abkürzung V2X (Vehicle-to-Everything). V2X beinhaltet folgende Kommunikationsmöglichkeiten:

  • V2V (Fahrzeug-zu-Fahrzeug – Vehicle-to-Vehicle)
  • V2R (Fahrzeug-zu-Straße – Vehicle-to-Road)
  • V2I (Fahrzeug-zu-Infrastruktur – Vehicle-to-Infrastructure)
  • V2N (Fahrzeug-zu-Netzwerk – Vehicle-to-Network)
  • V2P (Fahrzeug-zu-Person – Vehicle-to-Person)

Durch die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer und Verkehrsinfrastruktur sollen die Verkehrssicherheit erhöht und die Verkehrseffizienz optimiert werden. Ein weiteres Ziel ist die Einsparung von Energie. Die Verkehrsvernetzung schafft darüber hinaus die Basis für das autonome Fahren. Technisch kann die drahtlose Vernetzung mithilfe von speziell angepasster WLAN- oder Mobilfunktechnik erfolgen.

Abgrenzung zwischen 802.11p (pWLAN) und Cellular-V2X

Im Gegensatz zu Cellular-V2X nutzt pWLAN keine 4G- oder 5G-Mobilfunktechnik, sondern basiert auf dem WLAN-Standard 802.11a. 802.11p wurde 2010 vom IEEE veröffentlicht und steht in Konkurrenz zu Cellular-V2X. Der Standard gestattet die Dedicated Short Range Communication (DSRC). Das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) nutzt die Bezeichnung ITS-G5. ITS-G5 basiert auf pWLAN. Die Übertragungsmöglichkeit zu zentralen Datenverarbeitungsstellen über eine großflächige Netzwerkinfrastruktur, wie es C-V2X mit der Nutzung von Mobilfunknetzen bietet, fehlt bei 802.11p. Welcher Standard sich letztendlich durchsetzen und von der Mehrzahl der Fahrzeughersteller in den Fahrzeugen implementiert werden wird, ist aktuell noch nicht absehbar. Tendenzen zeigen aber in Richtung der Mobilfunkvariante Cellular-V2X.

Einsatzmöglichkeiten von C-V2X

Die Verkehrsvernetzung und der Einsatz von C-V2X bieten zahlreiche Möglichkeiten wie:

  • Realisierung neuer Verkehrsanwendungen und Sicherheitssysteme
  • Warnung vor Gefahrenstellen, Einsatzfahrzeugen, Fußgängern oder Baustellen
  • Kolonnenbildung mit optimierten Abständen und Geschwindigkeiten
  • Verkehrslenkung für eine optimierte Auslastung
  • Vorfahrts- und Ampelassistenten
  • Schutz vor Auffahrunfällen
  • Überwachung der toten Winkel

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