Azure ExpressRoute ist ein Service, mit dem sich eine private Verbindung zu der Infrastruktur von Microsoft und den Microsoft-Datacentern herstellen lässt. Die Azure-ExpressRoute-Verbindungen werden nicht über das Internet geführt. Sie bieten hohe Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistung und sind mit verschiedenen Geschwindigkeiten bis 100 Gigabit pro Sekunde verfügbar. Über die ExpressRoute-Verbindungen ist der Zugriff auf Azure- und Microsoft-365-Dienste möglich.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Azure ExpressRoute ist der Name eines Azure-Service von Microsoft. Mit ihm lassen sich schnelle und zuverlässige private Verbindungen zwischen der Microsoft-Infrastruktur mit seinen Datacentern und der eigenen Infrastruktur im On-Premises-Rechenzentrum oder in Kollokationsumgebungen herstellen.
Die Azure-ExpressRoute-Verbindungen werden nicht über das öffentliche Internet geführt. Sie bieten daher eine hohe Sicherheit und haben eine niedrige, deterministische Latenz. Azure ExpressRoute ist in verschiedenen Konnektivitätsmodellen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bis 100 Gigabit pro Sekunde verfügbar.
Es sind Verbindungen über ein Any-to-Any-Netzwerk, Point-to-Point-Ethernet-Netzwerk oder über virtuelle Querverbindungen möglich. Die privaten Verbindungen werden von einem Konnektivitätsanbieter bereitgestellt und ermöglichen Zugriff auf die Microsoft-Cloud mit ihren Azure- und Microsoft-365-Diensten.
Einsetzbar ist Azure ExpressRoute für verschiedene Szenarien wie die regelmäßige Übertragung großer Datenmengen zu oder von der Microsoft-Cloud, Datenmigrationen, Datenreplikationen, Notfallwiederherstellung, Hochverfügbarkeitsinstallationen, hybride Cloud-Konzepte und vieles mehr. Darüber hinaus lassen sich durch die Nutzung privater Verbindungen erhöhte Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllen. Mit ExpressRoute vergleichbare Lösungen anderer Cloud-Computing-Anbieter sind zum Beispiel AWS Direct Connect von Amazon oder Google Cloud Interconnect.
Die Abrechnung von Azure ExpressRoute erfolgt über ein flexibles Modell. Abhängig von den eigenen Anforderungen sind verschiedene Abrechnungsmodi wählbar. Die Preise sind von Faktoren wie Zonen, Konnektivitätsmodell, Bandbreiten und Add-ons (beispielsweise für erhöhte Routengrenzwerte oder globale Konnektivität) abhängig.
Das Datenflatrate-Modell basiert auf monatlichen Gebühren und beinhaltet alle ein- und ausgehend übertragenen Daten. Eine Abrechnung über Datentaktung ist ebenfalls möglich. Die eingehenden Datenübertragungen sind im Preis enthalten, ausgehende Datenübertragungen werden pro Gigabyte in Rechnung gestellt.
Die verschiedenen Azure ExpressRoute-Konnektivitätsmodelle
Azure ExpressRoute ist in verschiedenen Konnektivitätsmodellen verfügbar. Die Konnektivitätsmodelle werden über Konnektivitätsanbieter bereitgestellt. Verbindungen zwischen der privaten Infrastruktur und der Microsoft-Cloud lassen sich auf diese vier Arten herstellen:
über einen Cloud-Exchange
per Point-to-Point-Ethernet-Verbindung
per Any-to-Any-Verbindung
per ExpressRoute Direct
Das Cloud-Exchange-Konnektivitätsmodell ist nutzbar, wenn die private Infrastruktur Zugang zu einer Einrichtung mit Cloud Exchange besitzt. In diesem Fall stellt der Kollokationsanbieter eine virtuelle Querverbindung zur Microsoft-Cloud über seinen Ethernet-Exchange bereit. Es sind sowohl Layer-2-Querverbindungen als auch verwaltete Layer-3-Querverbindungen zwischen der eigenen Infrastruktur und der Microsoft-Infrastruktur möglich.
Mit Point-to-Point-Ethernet-Verbindungen können beliebige private Rechenzentren und Lokationen an die Microsoft-Cloud angebunden werden. Auch bei dieser Variante sind sowohl Layer-2-Verbindungen als auch verwaltete Layer-3-Verbindungen zwischen dem eigenen Standort und der Microsoft-Infrastruktur möglich.
Über das Konnektivitätsmodell Any-to-Any-Verbindung lässt sich die Microsoft-Cloud mit Any-to-Any-Konnektivität in ein privates WAN einbinden. In der Regel realisieren die Konnektivitätsanbieter die Any-to-Any-Verbindungen über ein MPLS-VPN mit verwalteter Layer-3-Konnektivität.
ExpressRoute Direct ist eine Konnektivitätsvariante, die über definierte Peering-Standorte eine direkte Verbindung zum globalen Microsoft-Netzwerk herstellt. Die Peering-Standorte sind weltweit strategisch verteilt installiert. Über dedizierte Verbindungen lässt sich eine hochperformante Konnektivität mit zehn oder 100 Gigabit pro Sekunde herstellen. Darüber hinaus bietet ExpressRoute Direct besondere Leistungsmerkmale wie umfangreiche Datenerfassungsmöglichkeiten in verschiedenen Azure-Diensten, physische Isolierung der Konnektivität und präzise Steuerung der Leitungsverteilung.
Features und Regionen von Azure ExpressRoute
Azure ExpressRoute stellt Verbindungen zu ExpressRoute-Standorten in einer bestimmten geopolitischen Region her und ermöglicht den Zugriff auf die Azure-Dienste aller Regionen in dieser geopolitischen Region. Über den ExpressRoute-Standort Frankfurt am Main sind beispielsweise die Azure-Regionen der geopolitischen Region Europa erreichbar. Mit dem ExpressRoute Premium-Add-On lässt sich eine globale Konnektivität in alle Regionen realisieren.
Stand: 08.12.2025
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Die verfügbaren Geschwindigkeiten sind vom jeweiligen Konnektivitätsmodell abhängig und reichen in skalierbaren Stufen von Azure ExpressRoute mit 50 Megabit pro Sekunde bis zu 100 Gigabit pro Sekunde.
Zur Herstellung der Layer-3-Konnektivität nutzt Microsoft das dynamische Routingprotokoll Border Gateway Protocol (BGP). Über BGP lassen sich die Routen des lokalen Netzwerks und der Microsoft-Infrastruktur dynamisch austauschen. Für unterschiedliche Datenverkehrsprofile können mehrere BGP-Sitzungen eingerichtet werden.
ExpressRoute-Verbindungen sind mit Redundanz ausgestattet. Sie bestehen jeweils aus zwei Verbindungen zu Microsoft Enterprise-Edge-Routern an einem ExpressRoute-Standort des Konnektivitätsanbieters oder dem eigenen Netzwerk-Edge. Auf Layer-3 ist die Redundanz über BGP-Dualverbindungen realisiert. Am eigenen Standort kann auf Redundanz eigener Geräte und Verbindungen verzichtet werden. Die Konnektivitätsanbieter verwenden allerdings für die redundante Übergabe der privaten Verbindungen an Microsoft redundante Geräte.
Typische Einsatzszenarien für Azure ExpressRoute
Private Verbindungen zur Microsoft Cloud über Azure ExpressRoute sind für zahlreiche Einsatzszenarien sinnvoll. Typische Einsatzszenarien sind beispielsweise:
Erweiterung von On-Premises-Rechenzentren für hybride Anwendungen und Installationen
Erweiterung der Kapazität vorhandener Rechenzentren
regelmäßige Übertragung großer Datenmengen zu oder von der Microsoft-Cloud
Daten- und Rechenzentrumsmigrationen
Datenreplikationen
Einrichtung von Hochverfügbarkeitsinstallationen
Realisierung einer schnellen Notfallwiederherstellung
Einhaltung von hohen Sicherheits- und Datenschutzanforderungen durch die Nutzung privater Verbindungen
Realisierung cloudbasierter Echtzeitanwendungen mit hohen Anforderungen an eine niedrige Latenz