Wer viel misst, misst viel Mist – dieses Motto muss nicht wahr werden

Vielfältige Netzwerkmesstechnik löst auch komplexe Aufgaben

02.04.2008 | Autor / Redakteur: Gerhard Kafka / Andreas Donner

Die mobile Kommunikation erfordert eine ausgefeilte Protokoll-Messtechnik; Bild: Rohde & Schwarz
Die mobile Kommunikation erfordert eine ausgefeilte Protokoll-Messtechnik; Bild: Rohde & Schwarz

Moderne Netzwerkkonzepte und -technologien, steigende Qualitätsanforderungen, größere Reichweiten und höhere Kapazitäten im Bereich der gesamten Telekommunikation sowie die immer komplexer werdenden Anwendungen stellen zunehmend neue Anforderungen an die zugehörige Messtechnik. Doch je kompelxer, schneller und ausgefeilter alles wird, desto weniger kann auf die richtige Messtechnik verzichtet werden.

Der Einsatz von Lichtwellenleitern in lokalen und öffentlichen Netzwerken, die rasche Verbreitung neuer Mobilfunksysteme wie GSM, UMTS, WiMAX und LTE, die Zunahme der Satellitendienste sowie eine stürmische Weiterentwicklung der ursprünglich nur lokalen Netzwerktechnik Ethernet kennzeichnen die aktuelle Situation. Zudem hat die digitale Übertragungstechnik die bisherigen analogen Systeme weitgehend verdrängt.

Den weltweiten Markt für Kommunikationsmessgeräte bedienen weltweit derzeit über 300 Firmen, davon etwa 50 namhafte Hersteller in Europa, USA und Japan.

Die rasche Eingrenzung von Fehlern aber auch die vorbeugende Wartung von Kommunikationssystemen erfordern leistungsfähige Diagnosehilfen für Netzwerkbetreiber, Wartungsfirmen und Anwender. Weil die zu messenden Systeme zunehmend komplexer werden und Spezialisten nur in begrenzter Zahl verfügbar sind, werden an die Bedienbarkeit der Messgeräte und die Präsentation der Messergebnisse hohe Anforderungen gestellt, damit auch angelerntes Personal damit umgehen kann. Und auch hier gilt: die Geräte werden kleiner, leichter und leistungsfähiger, die Zahl spezifischer anwendungsorientierter Lösungen steigt, die Funktionen der Messgeräte werden komplexer und die PC-basierten Lösungen nehmen ständig zu.

Historische Entwicklung am Beispiel der Protokollanalysatoren

Seit der Vorstellung des ersten Datenleitungsanalysators zu Beginn der 70er Jahre – das damals „Datascope“ genannte Gerät besaß bereits alle wichtigen Merkmale eines Monitorgerätes wie Bildschirm, optische Schnittstellenzustandsanzeige und Magnetband zur Datenaufzeichnung; heute wird dafür überwiegend der Begriff „Sniffer“ verwendet – hat sich die Leistungsfähigkeit bis zur heute erkennbaren achten Generation entscheidend verändert:

  • 1. Generation: Hardwareorientierte Geräte für den passiven Monitorbetrieb an Datenleitungen.
  • 2. Generation: Hardwareorientierte aber programmierbare Geräte zur Analyse und Simulation von Übertragungsprotokollen.
  • 3. Generation: Generation: Softwaregesteuerte Geräte für die Analyse, Simulation und Emulation von Übertragungsprotokollen, Bedienerführung über Bildschirmmenüs, Programmierung in Maschinensprache.
  • 4. Generation: Multiprozessorsysteme mit 16- oder 32-Bit-Architekturen für hohe Geschwindigkeiten bis 10 Mbit/s, programmierbar in BASIC, „C“ oder FORTH, fernsteuerbar.
  • 5. Generation: Hard- und Softwareerweiterungen für handelsübliche PCs.
  • 6. Generation: LAN- und WAN-Tester für die unterschiedlichen Übertragungsverfahren einschließlich der höheren Protokolle wie TCP/IP, IPX und Appletalk. Die Geräte sind mit einer zweiten Schnittstelle ausgerüstet, manchmal auch noch mehr und für Geschwindigkeiten bis 40 Gbit/s ausgelegt.
  • 7. Generation: Konformitätsprüfsysteme zur Prüfung der international standardisierten Telekommunikationsdienste.
  • 8. Generation: Expertensysteme mit selbstlernenden Datenbanksystemen zur Unterstützung der Anwender.

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