Das Beste aus zwei Welten – ein Experten-Statement

Unmanaged Access Points vs. WLAN-Controller

28.10.2011 | Autor / Redakteur: Jürgen Kirchmann / Andreas Donner

Jürgen Kirchmann: „Eine neue Access-Point-Software ermöglicht den Einsatz von managed Access Points auch ohne einen dedizierten WLAN-Controller“
Jürgen Kirchmann: „Eine neue Access-Point-Software ermöglicht den Einsatz von managed Access Points auch ohne einen dedizierten WLAN-Controller“

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern den drahtlosen Zugang zum Internet und zum Firmen-LAN ermöglichen wollten, hatten bislang zwei Möglichkeiten: Entweder installierten sie so genannte unmanaged Access Points (AP), wie sie auch im Privatbereich zum Einsatz kommen. Oder sie setzten auf einen zentralen WLAN-Controller, der als dedizierte Appliance bis zu mehrere tausend speziell auf das Gerät abgestimmte Access Points im Unternehmen steuert und zentral administriert.

Die Vor- und Nachteile der beiden Ansätze sind schnell zusammengefasst: unmanaged Access Points sind in der Anschaffung deutlich günstiger als dedizierte Controller und deren noch meist proprietäre Access Points. Dafür fehlt den nicht-verwalteten WLAN-Geräten ein umfassendes zentrales Management – etwa für die Aktualisierung von Firmware, die unternehmensweite Erstellung und Durchsetzung von Sicherheitsregeln, zentrale Authentifizierung von Benutzern und Geräten oder eine automatische Provisionierung.

Und auch das Roaming mobiler Nutzer zwischen verschiedenen Access Points lässt sich bei unmanaged APs – vor allem bei IP-Telefonie über WLAN – wenn überhaupt dann nur mit deutlichen Abstrichen bei der Verbindungsqualität umsetzen.

Features haben ihren Preis

Wer auf diese Unternehmens-Features nicht verzichten wollte, musste bislang recht tief in die Tasche greifen: Denn während hochwertige unmanaged Access Points für den Unternehmenseinsatz schon ab ein paar hundert Euro zu haben sind, schlägt allein ein WLAN-Controller bereits mit mehreren tausend Euro zu Buche. Und auch die dazu passenden spezialisierten Access Points liegen meist bei dem doppelten Preis ihrer nicht-verwalteten Kollegen. Unternehmensfunktionen hatten hier also einen vergleichsweise hohen Preis, der vor allem kleine und mittelständische Unternehmen von entsprechenden Investitionen abhielt.

Ausweg: Software

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet seit kurzem eine neue Access-Point-Software einiger Netzwerkhersteller, die den Einsatz von managed Access Points auch ohne einen dedizierten Controller ermöglicht. Dabei übernimmt einfach ein dedizierter Access Point die Funktionen des WLAN-Controllers und kann so bis zu 24 weitere Access Points koordinieren und steuern. Die so erhaltene Funktionalität entspricht dabei weitestgehend der von dedizierten WLAN-Controllern. Abstriche muss der Anwender lediglich bei der Verfügbarkeit machen – beispielsweise bei Controller-Redundanz durch Clustering.

Auf diese Weise kommen jetzt auch Unternehmen mit einem zunächst geringen Access-Point-Bedarf zu überschaubaren Kosten in den Genuss umfangreicher Managementfunktionen für ihr drahtloses Netz. Gleichzeitig ist die Skalierbarkeit der WLAN-Installation auch für die Zukunft sichergestellt. Denn sollen später einmal mehr als 25 Access Points zentral gesteuert zum Einsatz kommen, lassen sich die vorhandenen WLAN-APs einfach mit einem dedizierten Controller verbinden.

Fazit

Während kleine und mittelständische Unternehmen sich also bisher zwischen kostengünstigen unmanaged Installationen und einer vergleichsweise kostspieligen zentral administrierten WLAN-Infrastruktur entscheiden mussten, bekommen sie mit den neuen intelligenten Access Points das Beste aus beiden Welten: zentrale Administration, Sicherheit, Skalierbarkeit und Roaming zu einem so attraktiven Preis, dass die Nachteile einer kostengünstigen Lösung mit unmanaged Access Points nicht mehr zu rechtfertigen sind. Damit dürften sich die nicht-verwalteten WLAN-Stationen mittelfristig auf den Einsatz im Privatbereich beschränken und sukzessive aus dem Unternehmensumfeld verschwinden.

Über den Autor

Jürgen Kirchmann is Regional Director DACH bei Extreme Networks

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