IoT-Plattformen

Telkos erobern das Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Bernd Groß / Andreas Donner

Nicht nur in Deutschland ist das Industrial IoT im Moment ein wichtiger Markt, sagt Bernd Groß, CEO von Cumulocity.
Nicht nur in Deutschland ist das Industrial IoT im Moment ein wichtiger Markt, sagt Bernd Groß, CEO von Cumulocity. (Bild: Rainer Unkel / Cumulocity)

Das industrielle Internet der Dinge ist im Trend, viele Unternehmen experimentieren mit unterschiedlichen Anwendungen. Über Plattformen, die den Einstieg in das IoT erleichtern, öffnet sich hier daher ein neuer Markt für Telkos.

Klassische Telekommunikationsdienste sind unter Druck geraten: Die Nutzer versenden immer weniger SMS und kündigen immer öfter ihre Festnetzanschlüsse. Die Telkos verlieren damit ihre traditionellen Umsatzbringer. Doch sie sind bereits auf der Suche nach neuen Märkten im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), denn smarte, vernetzte Services und Produkte erobern Privathaushalte ebenso wie Unternehmen.

Eine IoT-Plattform als strategische Initiative

Vor allem Geschäftskunden sind für die Telkos interessant, da industrielle Anwendungen einiges an Technik voraussetzen, zum Beispiel Connectivity oder eine IoT-Plattform zur Verknüpfung der Geräte und Anwendungen zur Auswertung der Daten.

So gut wie jedes große Telekommunikationsunternehmen in der Welt hat deshalb eine strategische Initiative zum IoT geschaffen, unter anderem die Deutsche Telekom, NTT in Japan, Telstra in Australien, Telia in Schweden oder Etisalat im Nahen Osten. Zum neuen IoT-Portfolio gehören Connectivity-Lösungen und häufig eine eigene IoT-Plattform. Einige Unternehmen gehen sogar bereits den nächsten Schritt – weg von der reinen Connectivity, hin zu Mehrwert durch Device Management, Data Management und Data Analytics.

Ihre Strategie: Sie wollen neue Geschäftskunden gewinnen und die vorhandenen mit modernen Services versorgen. Deshalb bieten sie eine umfassende IoT-Geräte- und Anwendungsplattform. Ein Unternehmen kann damit Daten sammeln und interpretieren, Remote-Management betreiben, Außendienstler und Servicemitarbeiter steuern sowie eine vorausschauende Wartung von Industrieanlagen und Werkzeugmaschinen betreiben. Ergänzt wird sie durch Angebote für vertikale Märkte wie beispielsweise Smart Home, Smart Metering und Healthcare. Idealerweise setzt dieses Angebot dann auf der eigenen IoT-Plattform auf, sodass eine Refinanzierung der Investition leichter fällt.

Dabei haben nur wenige der internationalen Telekommunikationsunternehmen alles im Angebot. Beim Industrial IoT, in Deutschland unter dem Stichwort Industrie 4.0 bekannt, sind ganz klar die deutschen Telekommunikationsunternehmen in der Spitzengruppe, wenn nicht sogar weltweit führend. In anderen Märkten sieht das aber anders aus. Zu Smart City gibt es beispielsweise sehr viele Projekte in den asiatischen Ländern, vermutlich ausgelöst durch Probleme der riesigen asiatischen Großstädte. Beim Smart Metering dagegen sind eher die skandinavischen Länder führend.

Große Nachfrage bei Lösungen für das Industrial IoT

Nicht nur in Deutschland ist das Industrial IoT im Moment ein wichtiger Markt, da es hier eine zunehmende Nachfrage durch Industrieunternehmen gibt. Die Telkos reagieren mit dem Aufbau eigener IoT-Plattformen, wie etwa die Telekom mit ihrer „Cloud der Dinge“. Die Lösung basiert auf der IoT-Plattform von Cumulocity zur Verwaltung und Steuerung vernetzter Geräte. Sie sammelt die Sensordaten von Maschinen, wertet sie aus und visualisiert sie.

Für Anwender sind nur wenige Schritte nötig: Ein spezielles mobiles Gateway wird bei der „Cloud der Dinge“ registriert, liest die Maschinendaten aus und sendet sie in die Cloud, wo sie in einem Dashboard angezeigt werden. Damit auch kleinere Unternehmen das IoT nutzen können, hat die Telekom ein Starterkit entwickelt. Das kleine Kästchen kann in Gebäuden und an Maschinen verbaut werden und hat Sensoren für Position, Bewegung und Temperatur sowie Mobilfunk zur Verbindung mit der Cloud.

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Über Cumulocity

Bernd Gross.
Bernd Gross. (Bild: Rainer Unkel / Cumulocity)

Solche strategischen Initiativen erweitern das Angebotsspektrum der Telkos in einen potenziell gigantischen Markt: Laut einer IDC Studie verdoppelt sich bis 2020 die Zahl der vernetzten Geräte von derzeit etwa 14,9 Milliarden. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein großes Marktsegment mit enormen Umsätzen – die Telkos möchten hier nicht zu spät kommen.

Über den Autor

Bernd Groß ist Geschäftsführer der Cumulocity GmbH, einem Unternehmen der Software AG, mit Sitz in Düsseldorf. Mit fast 25 Jahren internationaler Erfahrung in der IT-Branche und in Managementpositionen, unter anderem in Großbritannien, Finnland und im Silicon Valley, USA, ist Groß einer der deutschen Pioniere und Vordenker im Bereich Digitalisierung, Cloud Computing, Internet der Dinge und Industrie 4.0.

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