Projekt unter der Leitung von ADVA

Steigerung der Kapazität in optischen Netzen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Das Projekt OptiCON untersucht Technologien, mit denen die Kapazität von optischen Netzen optimal ausgenutzt werden kann.
Das Projekt OptiCON untersucht Technologien, mit denen die Kapazität von optischen Netzen optimal ausgenutzt werden kann. (Bild: © – NicoElNino – stock.adobe.com)

ADVA übernimmt die Leitung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts OptiCON, bei dem die Datenübertragung in optischen Metro- und Weitverkehrsnetzen erheblich gesteigert werden soll. Auch das Fraunhofer HHI ist beteiligt.

OptiCON untersucht Technologien, mit denen es möglich sein soll, in Glasfaserinfrastrukturen einen zehnmal höheren Durchsatz zu erzielen. Da der Internetverkehr weiterhin exponentiell zunehme, werde das Projekt der Schlüssel zur Ausweitung mobiler Anwendungen bei 5G und darüber hinaus zur digitalen Transformation aller Lebensbereiche sein. Zu den Zielen von OptiCON gehören die maximale Nutzung des verfügbaren optischen Spektrums sowie die Erforschung neuer Glasfasertypen, neuartiger Übertragungsschemata sowie automatisierter Überwachung und SDN-basierter Steuerung.

„Dieses Projekt ist von elementarer Bedeutung. Angesichts der Tatsache, dass wir in der optischen Übertragungstechnik bereits in der Nähe des Shannon-Limits agieren und die Möglichkeiten, die Bitraten pro Kanal noch weiter zu erhöhen, sich erschöpfen, suchen wir nach neuen Wegen, die Kapazität in photonischen Netzen auch zukünftig noch weiter zu erhöhen. Durch die bessere Nutzung von optischem Spektrum können wir den Wert von DWDM-Netzen (Dense Wavelength Division Multiplexing) maximieren und den steigenden Datenbedarf von Cloud-, Video- und Mobilgeräten bewältigen“, sagt Annika Dochhan, Principal Engineer, Advanced Technology bei ADVA und Projektleiterin von OptiCON.

„Bei OptiCON geht es darum, die nächste Generation von Datenübertragung zu entwickeln und die Netzbetreiber in die Lage zu versetzen, den exponentiell steigenden Datenverkehr, mit dem sie täglich konfrontiert werden, zu bewältigen. Das Projekt baut auf dem neuesten Stand der Technik in unserer FSP-3000-Plattform auf. Dank einem offenen Line-System (Open Line System, OLS) und der TeraFlex-Terminal-Technologie können mit dem Produkt aktuell die niedrigsten Kosten für Bittransport in unterschiedlichsten Netzszenarien erzielt werden. Mit OptiCON heben wir nun die glasfaserbasierte Übertragungstechnik auf die nächste Stufe.“

Bisher sei DWDM-Datenübertragung hauptsächlich auf die C- und L-Bänder des optischen Spektrums beschränkt gewesen. Durch die Überwindung langjähriger technischer und wirtschaftlicher Hürden ermögliche OptiCON den Netzbetreibern, viel mehr von der in der Glasfaser verfügbaren Bandbreite zu nutzen und damit mehr Bits pro Sekunde zu übertragen. Dies werde durch eine Kombination von technischen Innovationen erreicht, einschließlich fortschrittlicher Verstärker, verbesserter Fasern, neuartiger Sende- und Empfangstechnik (Transceiver) und neuer Techniken zur Überwachung und Steuerung. In dem dreijährigen von ADVA geführten Projekt arbeiten auch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI, Highstreet Technologies, die Technische Universität München und VPIphotonics.

„Unsere Arbeit in OptiCON konzentriert sich auf die physikalische Ebene der Datenübertragung und die Entwicklung der optischen Telemetrie. Dies ist entscheidend, um die für die Optimierung der vollen Kapazität erforderlichen feingranularen Anpassungen der Datensignale zu ermöglichen“, kommentiert Ronald Freund, Abteilungsleiter Photonische Netze und Systeme am Fraunhofer HHI. „Als führendes Forschungsinstitut für optische Übertragungstechnik spielen wir eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Infrastruktur für die digitale Gesellschaft. Die Zusammenarbeit mit ADVA und den anderen Partnern ermöglicht es, innovative Lösungen in die Anwendung zu bringen. Gemeinsam entwickeln wir die Technologien, die die Bausteine für die Kommunikationsnetze von morgen liefern werden.“

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