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Lizenz-Management in der Praxis Software-Asset-Management muss nicht wie ein Zahnarztbesuch sein

| Autor / Redakteur: Georg von der Howen / Ulrike Ostler

Eine Studie der Unternehmensberatung KMPG kommt zu dem Ergebnis, dass sich mit einem funktionierenden Lizenz-Management die Lizenzbeschaffungskosten um zirka 15 Prozent reduzieren lassen. Andere Untersuchungen nennen bis zu 30 Prozent mögliche Kostenersparnis. Das alleine wäre Grund genug, dafür zu sorgen, dass es funktioniert. Doch warum ist das so schwer?

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Wie groß sind den Ihre Lücken beim Wissen um die Software-Lizenzen?
Wie groß sind den Ihre Lücken beim Wissen um die Software-Lizenzen?
( Archiv: Vogel Business Media )

Kommt ein Gespräch unter IT-Verantwortlichen auf das Thema „Lizenz-Management“, ähneln die Reaktionen denen aus dem Bekanntenkreis, wenn dort über den letzten Zahnarztbesuch diskutiert wird: Ein Teil blickt betroffen zu Boden, ein anderer murmelt Sätze wie „da müsste man mal wieder was tun“ und nur wenige lehnen sich entspannt zurück und begegnen der Frage mit einem strahlenden Lächeln. Dabei gilt beim Lizenz-Management – neudeutsch auch Software-Asset-Management (SAM) genannt – wie beim Zähneputzen, dass entsprechende Vorsorge am Ende viel Geld und Leid ersparen kann.

Dabei ist zu beachten, dass diese nicht nur aus eingesparten Lizenzkäufen resultieren. Denn nur wer den kompletten Überblick über alle vorhandenen und genutzten Softwarelizenzen hat, ist auch in der Lage, damit verbundene Beschaffungsprozesse zu verändern und beispielsweise von teuren Einzellizenzen auf ein kostengünstigeres Rahmenlizenzprogramm umzustellen.

Wer jetzt sein persönliches Einsparpotential etwa bei Microsoft-Lizenzen ermitteln will, kann sich dies vom „SAM-ROI-Assessment“ des Herstellers innerhalb von fünf Minuten berechnen lassen.

Einsparungen, Compliance, Sicherheit

Doch nicht nur potentielle Einsparungen bei einer Überlizenzierung sind treibende Faktoren für Unternehmen, sich mit diesem ungeliebten Thema auseinanderzusetzen. Hinzu kommt die in letzter Zeit viel zitierte Compliance mit Gesetzen oder Vorgaben von Aufsichtsbehörden, die auch in diesem Bereich Anwendung finden. Nicht umsonst gehören die CIOs von Finanzinstituten bereits heute in der Regel zu der Fraktion, die sich beim Lizenz-Management entspannt zurücklehnen können.

Oft übersehen wird, dass ein sauberes Lizenz-Management noch zwei weitere positive Effekte hat: den Schutz der Netzwerksicherheit und die Senkung von Supportkosten.

So ist zum Beispiel die für ein umfassendes SAM notwendige Inventarisierung von Software auch in der Lage, unerwünschte und unautorisierte Programme zu entdecken, die sich auf den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter befinden und potentiell Schaden anrichten können. Denn es reicht bereits, wenn von den Benutzern installierte Software die Stabilität ihres Systems beeinträchtigt, was dann teure Anrufe beim Helpdesk zur Folge hat.

Dies kann auch Matthias Juchhoff, Lizenzspezialist bei dem deutschen Unternehmen Aagon Consulting aus Soest bestätigen, das sowohl Produkte für das Lizenz-Management herstellt sowie als Microsoft-Partner Lizenz-Management-Projekte in Unternehmen aller Größenordnungen durchführt: „Bei einem Kunden führte beispielsweise ein von den Mitarbeitern selbst installierter Bildschirmschoner dazu, dass einige Anwendungen regelmäßig abstürzten. Bei der Softwareinventarisierung im Rahmen eines Lizenz-Management-Projekts konnten wir dies einfach erkennen und die entsprechende Software automatisch von den Arbeitsplätzen entfernen.“

weiter mit: Die SAM-Phasen

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