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Durch dick und dünn
Problematisch ist auch immer eine gemischte Umgebung aus Fat-Clients und einer Terminal-Server-Farm mit Thin-Clients. Hier müssen die Lizenz-Management-Produkte sehr flexibel regelbasierte Definitionen von Lizenzpaketen ermöglichen, um eine automatisierte Lizenzbilanz erstellen zu können.
Manche Volumen-Lizenzen erlauben zudem die Installation der Software auf einem privaten PC, was letztlich auch zu berücksichtigen ist. An dieser Stelle wird schnell deutlich, dass reine Produkte zur Software-Inventarisierung hier nicht ausreichen. Am einfachsten funktioniert die Erstellung einer Lizenzbilanz daher mit integrierten Lizenz-Management-Produkten, die eine umfangreiche Inventarisierung mit einer möglichst flexiblen Definition von Softwarelizenzen erlauben.
Bei der Ermittlung verbrauchter Lizenzen setzen einige SAM-Produkte auf so genannte Fingerprints. Hierbei versucht der Inventarisierer, die mit einem gefundenen Produkt verbrauchte Lizenz automatisch anhand bestimmter Merkmale zu erkennen.
In der Praxis spart dies dem Anwender zwar zunächst Zeit bei der Definition seiner Lizenzpakete. Doch versagt diese Methode bei selbst entwickelten Programmen ebenso wie bei exotischeren Produkten.
Auch ist es damit nicht ohne weiteres möglich, beispielsweise eine OEM-Lizenz eines Produkts korrekt zu zählen, das legitim mit einem Volumenlizenzdatenträger installiert wurde. Besser ist also ein Inventarisierungsagent, der Registry und optional Dateien und Verzeichnisse der Rechner untersucht und in der Lage ist eigene Definitionen für Lizenzmerkmale zu hinterlegen.
Weiteres Einsparpotential ergibt sich bei der Prüfung der tatsächlichen Nutzung von Software. So mag ein Unternehmen beispielsweise korrekt lizenziert sein, jedoch nutzen viele Mitarbeiter bestimmte Produkte gar nicht. Inventarisierungs-Tools die zählen, wie oft ein installiertes Produkt genutzt wurde, sind hierbei insbesondere im Zusammenspiel mit dem Betriebsrat problematisch.
In der Praxis reicht es meist zu prüfen, wann eine Software auf einem Rechner das letzte Mal genutzt wurde. Liegt dieser Zeitpunkt beispielsweise mehr als sechs Monate in der Vergangenheit, könnte man diese Lizenz an jemanden übertragen, der das Produkt dringender benötigt. Diese Funktion eines SAM-Tools kann sich also schnell auszahlen.
Nach dem Audit ist vor dem Audit

Den Abschluss eines Lizenz-Management-Projekts bilden neben der Erstellung und Bewertung einer Lizenzbilanz entsprechende Organisationsempfehlungen, um zukünftig Probleme im Prozess von der Bedarfsermittlung über die Beschaffung hin zur Installation und Nutzung zu vermeiden.
Wer als Unternehmen über die Inhalte seiner Softwarelizenzen Bescheid weiß, kann mit den richtigen Werkzeugen problemlos sein eigenes Lizenz-Management etablieren. Wer sich um die rechtlichen Aspekte nicht kümmern kann oder will, hat hier auch die Möglichkeit, entsprechende Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
Wichtig ist dabei, dass auch nach Abschluss eines SAM-Projekts das Lizenz-Management nicht vorbei ist. In der Praxis haben sich dabei monatliche Inventarisierungsläufe in Verbindung mit der Erstellung einer entsprechenden Lizenzbilanz als ausreichend erwiesen.
Über den Autor
Georg von der Howen ist freier Journalist in München.
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